38 ~ Violetta

882 50 4

Nach einer Weile schier unendliches Weinen, kletterte ich von dem Baum und ging langsam ins Haus. Mir war inzwischen kalt geworden und es ist spät. Mama, Papa, Ramallo und Olga sind schon zu Bett gegangen, doch Angie, meine liebste Angie, wollte noch auf mich warten. Sie ist auf der Treppe eingeschlafen. Leise betrat ich das Haus. "Angie? Hey, Angie!", flüsterte ich. Sie reagierte nicht. Vorsichtig stupste ich sie an. Erschrocken zuckte sie zusammen. "Violetta?", murmelte Angie verschlafen. "Ja, ich bin hier." Angie nahm mich fest in die Arme. "Es tut mir total leid. Ich habe vorhin überreagiert", sagte ich mit erstickter Stimme. "Ich verstehe dich, Vilu. Ich glaube, ich hätte ebenso reagiert wie du." Ich brach wieder in Tränen aus, aber Angie ging es genauso wie mir. "Wir sollten auch langsam zu Bett gehen, Angie", sagte ich müde und unterdrückte ein Gähnen. Schlaftrunken stellte sich Angie auf die Beine. Ich hielt sie fest als sie fast die Treppe wieder runterfiel. Erst jetzt fiel mir der blaue Fleck an Angies Oberarm auf. "Ist irgendwas passiert?", fragte ich sie. Angie sah mich verwirrt an. "Ich weiß nicht, worauf du hinaus willst", antwortete sie mir. Ich zeigte auf den blauen Fleck. "Achso, das muss ich mir wahrscheinlich vorhin zugezogen haben, als ich die Treppe runter gefallen bin." Angie ist eine Treppe runter gefallen?! Warum weiß ich nichts davon? Anscheinend kann Angie Gedanken lesen. "Das war als du die Treppe runtergelaufen bist, da bin ich gestolpert und die Treppe runtergefallen." Ich musste schlucken. Sie ist wegen mir die Treppe runtergefallen. Sie hätte sich schwer verletzen können. "Das tut mir leid." Angie lächelte mich an. "Das muss dir nicht leid tun, ich bin schließlich gestolpert und nicht du." Ich öffnete die Zimmertür und wir betraten das Zimmer. Ich schnappte mir mein Schlafzeug und verschwand für fünf Minuten im Badezimmer. Als ich wieder kam, lag Angie in ihrem Bett und schlief. Ich schlich leise durch das Zimmer zu meinem Bett. "Gute Nacht, Angie", flüsterte ich. "Gute Nacht, Vilu", kam leise zurück.

Am nächsten Morgen...

Als ich aufwachte, war Angie verschwunden. Schnell zog ich das Kleid an, welches Angie mir letztes Jahr geschenkt hatte, als ich meinen Unfall hatte. Ich erschien sehr früh beim Frühstück und stibizte mir einen Apfel. Aber auch hier war Angie nicht. Ich machte mich auf den Weg ins Studio. Als ich das Studio 21 betrat,  war keiner da. Ich fühlte mich irgendwie alleine gelassen. Weder León, noch Francesca und Camila waren da. Heute. Heute wo ich sie doch alle sehen wollte. Nicht ein Schüler des Studios war auf zu finden. Die Klassenräume, Flure und das Lehrerzimmer waren leer. Ich begab mich zur Resto-Bar.

'Hallo? Camila? Francesca? León? Ist irgendjemand da?'

Keine Antwort. Traurig begab ich mich wieder nach draußen auf den Hof. Hier war auch niemand. Traurig und Enttäuscht ging ich wieder nach Hause wo Papa und Mama auf mich warteten.

'Hey, Vilu, wie geht es dir?', fragte Mama.

Ich funkelte sie an. 'Ich habe keine Lust mich mit irgendjemanden zu unterhalten. Wo ist Angie?' Mama und Papa tauschten einen Blick und Papa sagte: ' Wir wissen es nicht.'

Ich wusste das er log. Das sah ich an seinem treudoofen Blick den er aufsetzte wenn er log. Ich nickte traurig und ging langsam die Treppe hoch.

'Ähm, Vilu, wir wollten dir heute abend eine Überraschung zeigen. Was würdest du davon halten?'

Ich sah nach unten. 'Na, meinetwegen. Wann soll ich unten sein?' Mama und Papa grinsten sich an. 'So gegen sieben Uhr. Ginge das?' Ich nickte. 'Ja, klar.' Mama grinste mich an. 'Du darfst dich auch an meinen Kleidern bedienen.'

Ich fing an zu strahlen. Die Kleider von meiner Mama, waren wunderschön und sie hatte jedes einzelne bei ihren Auftritten getragen.

'Danke, Mama.' Und so mit verschwand ich in meinem Zimmer. Dafür das alle meinen Geburtstag vergessen hatten und mich ignorieren und mir aus dem Weg gehen, war ich jetzt schon sehr gut gelaunt.

Ich nahm mein Handy und rief León an. Dich er ging nicht ran. Grastig wie ich gerade war, warf ich das Handy durch mein Zimmer und es flog gegen die Wand und fiel zu Boden, wo es in drei Teilen lag. Es war schon ein Jahr her, seit dem wir wieder hier in Buenos Aires sind.

Ich kann mich noch daran erinnern, wie kompliziert alles war und was ich in der Zeit alles durchgemacht habe. Ich nahm mein Tagebuch und fing ganz vorne an zu lesen.

'Liebes Tagebuch,
Heute ziehen wir von Madrid wieder nach Buenos Aires. Das ist vielleicht eine Stimmung gewesen. Mama und Papa haben sich gestritten wer neben mir sitzen durfte und wer nicht. Als wir dann im Flieger waren, kam so eine Frau, die meine Mutter erkannt hatte und meine Mama, musste den ganzen Flug über singen, weil alle auf einmal Fans von ihr waren. In Buenos Aires habe ich dann endlich nach zwei Wochen Olga und Ramallo wieder gesehen....'

Mir stiegen die Tränen in die Augen als ich das las und ich erinnerte mich an das ganze Jahr.... und jetzt sitze ich mit Tränen in den Augen und stelle fest, das es halb 7 war. Ich sprang auf und ging ins Schlafzimmer von Mama und Papa um mir eines von Mamas Kleider zuholen. Ich fand ein wunderschönes hellblaues Kleid. Ich nahm es mir und verschwand im Bad. 

20 Minuten später kam ich auch schon aus dem Bad. Ich lief die Treppe runter und Ramallo sah mich mit offenen Mund an. "Du siehst bezaubernd aus", sagte Ramallo zu mir. Ich lief rot an. "Danke, Ramallo." Ramallo lächelte mich an und zeigte mir mit einer Handbewegung, dass ich zum Auto gehen sollte. Glücklich ging ich nach draußen. Die Sonne schien und der Himmel war sehr klar. Dafür das es Abend war, war es noch sehr warm. Mit einem zufriedenen Lächeln setzte ich mich in den Wagen.

Singen ist das was mich ausmacht ✔Lies diese Geschichte KOSTENLOS!