Der Schlachtplan

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Besonders achtete ich auf Jonas' Blick, der verwirrt von mir zu Mike und von Mike wieder zu mir hastete. Tiffany starrte mit ihren ohnehin schon so großen Augen zu uns beiden. "Hört uns bitte zu." sagte ich ziemlich sicher und wartete auf die Reaktionen. Irgendwie musste ich mich schließlich an die ganze Situation herantasten. Niemand sagte etwas aber die meisten nickten zustimmend und saßen ruhig da. "Also... Die Sache ist kompliziert...Aber eines vorweg- Ihr könnt mir sowieso und Mike ganz genauso vertrauen, er ist auf unserer Seite." So begann ich zu erzählen und erklärte ihnen zusammen mit Mike die ganze Geschichte. Von seiner Maske, seinem Vater und den anderen Gequälten und unserer Idee auszubrechen. Anfangs zögerten alle unseren Worten Wahrheit zu schenken, aber am Ende unserer Ansprache hatten wir alle auf unserer Seite. Doch was wäre eine Zicke wie Emely, wenn sie nicht auch in solch einer Lage einen dummen Kommentar ablassen würde. "Und wieso wusste Glori vor uns anderen davon," sagte sie also hochnäsig. Mike verdrehte die Augen und sagte dann bestimmt: "Weil ich ihr vertraut habe." Mehr musste er nicht sagen, um Emely zum Schweigen zu bringen. Ich musste kurz Grinsen, weil ich mich über meinen erneuten Sieg gegen Emely freute.

Nun ging es an unseren Schlachtplan. Mike erklärte uns wo überall auf diesem Bauernhof die Kameras waren. Das wusste er, weil er diesen Weg ja schon etliche Male zurücklegen musste. Wir teilten ein, wer welche Kamera zerstören musste. Dazu bekam jeder von Mike ein Messer, das wir in die Linse der Kamera stechen sollten. Drake bekam die Kettensäge. Wir besprachen das weitere Vorgehen. "Zeke setzt sich an das Steuer vom Bus, damit wir alle schnell einsteigen und wegfahren können, wenn die Kameras zerstört sind. Nachdem wir alle im Bus sind, fahren wir durch das Loch im Zaun, das durch Drake's- hoffentlich- Guten Umgang mit der Kettensäge entstanden ist." fasste Lisa die Lage noch einmal zusammen. "Und was ist mit Yasmin?" fragte Jonas hektisch. "Tut mir leid, aber die ist jetzt wohl für immer weg." Jonas aber blickte sich hektisch um und sagte: "Warte, warte. Was? Wir können sie doch nicht bei diesen Geisteskranken lassen!" "Müssen wir aber..." sagte ich. "Keine Chance... Dann... Dann bleibe ich hier." "Bist du bescheuert? Du musst mitkommen. Außerdem, wer weiß was sie hier mit einem machen, wenn man niht entkommt." "Das ist mir egal,ich geh zu Yasmin."

Ich schüttelte nur den Kopf und verdrehte die Augen. Auch wenn Jonas nicht mehr mein Freund war, oder auch wenn ich ihm egal bin- trotzdem Sorge ich mich noch um ihn. Er will sich schließlich in irgendeiner Weise dem Tod überlassen. Dann waren alle leise. Der Plan stand fest. Jetzt musste er nur noch in die Tat umgesetzt werden. Mike öffnete die Bustür und ließ uns wie jeden Tag raus, damit die Gequälten uns nicht sofort auf die Schliche kamen. Dann aber rannte er als Letztes mit hinaus und wir zückten alle unsere Messer. Einer nach dem anderen fand die versteckten Kamera und zerstörte sie. Es war ein riesiges Chaos. Und in diesem Chaos nahm ich schnell Mike bei der Hand und zog ihn in die Scheune gleich neben uns. Ich drückte ihn gegen die Holzewand und küsste ihn. Dann umarmte ich ihn. "Ich hoffe das war nicht unser letzter Kuss, Mike." "Ich schwöre dir, das wird nicht der letzte Kuss gewesen sein." Ich nickte stumm und wir gingen Hand in Hand zurück zu den anderen, die kurz davor waren wieder in den Bus einzusteigen. Mike tippte mich schnell an und sagte: "Warte eine Sekunde. Hinten in der Scheune ist noch eine Kamera. Ich zerstöre sie noch schnell." "Beeil dich aber bitte..." Und so ließ er meine Hand los.

Die anderen liefen alle zum Bus. Genau wie ich. Als wir alle im Bus fahren zählte Drake: "Alle da? ja? Gut, dann lasst uns losfahren." "Nein! Stopp!" rief ich so laut ich konnte. "Wartet! Mike ist noch da draußen." Ich blickte hektisch in die Richtung der Scheune, doch sah Mike nirgends. "Glori, wir müssen jetzt fahren, es tut mir leid." sagte Drake. Ich schüttelte ganz oft und ganz schnell meinen Kopf und wollte nach vorne laufen, um ihn das Lenkrad aus der Hand zu nehmen. Doch Drake und Lisa hielten mich fest. Ich kämpfte mit aller Kraft gegen ihre Griffe an, doch ich hatte keine Chance. Hysterisch und mit tausenden Tränen in den Augen zog ich, um aus deren Halt zu entkommen. Zeke fuhr los. Die Türen des Buses waren zu. Schnell fuhr Zeke zum großen Loch im Zaun. Gerade so passten wir mit dem Bus hindurch. Immer noch paddelte ich hektisch mit meinen Armen, um Zeke aufhalten zu können.

Plötzlich rannte Jonas nach vorne und riss Zeke das Steuer aus der Hand. Der Bus rüttelte und fuhr Wellen auf der Straße, im Kampf von Zeke und Jonas um das Steuer. Jonas drückte auf einen Knopf, der die Türe öffnen ließ und sprang hinaus. Geschockt starrten wir alle nach draußen. Jonas machte einige Rollen auf dem Grund und stand dann auf. Es ging ihm gut. Zeke rief schnell raus: "Lass das Jonas. Komm rein." Doch Jonas wendete nur seinen Kopf von uns ab und ging in die entgegengesetzte Richtung. Zeke schloss die Tür mit einem verzweifelten Stöhnen und fuhr dann weiter. "Es tut mir Leid Kumpel..." flüsterte er und fuhr mit Vollgas weg. Die ganze Zeit über dachte ich an Mike. Ich würde ihn nie wieder sehen. Plötzlich schaltete sich ein Monitor ein, der die ganze Zeit über vorne auf dem Bus gehangen war. Man sah den Bauernhof- und Mike. Zusammen mit gänzlich schwarz angezogenen Menschen. Wir sahen auf dem Bildschirm wie Mike gerade von den Männern auf einen Platz gezogen wird. Er wird an einer Holzstange angebunden und bekommt ein Tuch in den Mund. "Oh neeeein! Fahrt sofort zurück, oder ich bringe euch um!" schrie ich mir die Seele aus dem Leib. Doch Zeke fuhr immer weiter weg von dem Bauernhof- und somit Mike. Ich schrie: "Wenn du nicht sofort zurück führst, dann schwöre ich dir du und ihr alle hier werdet sterben." "Verstehst du es nicht Glori? Wir sterben nur, wenn wir zurückfahren. "Das ist mir so egal. Lasst mich sofort aus dem Bus!"

"Hey Glori. Es tut mir so leid, aber es geht leider nicht. Du musst hier bleiben. Bei Caroline und mir." "Nein Hazel. Du verstehst das nicht!" rief ich und umarmte sie fest. "Ich muss Mike retten!" Dann stieß ich so fest ich konnte mit meinem Fuß durch die Tür. Ich traf genau die Glasscheibe und sie zersprang in tausend Teile. Dann schlüpfte ich durch und sprang zum Boden. Nun lautete mein Mission: Rette Mikes Leben.

Der Bus zur Hölle *Abgeschlossen*Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt