Worte die Herzen brechen

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"Was ist mit dir?" Marco ging sich durch die Haare. Mein Mund stand offen und ich versuchte nach Worten zu suchen was hier gerade passiert. Er hatte schon alle seine Sachen an außer sein rechter Fuß war noch frei an dem ich das blaue Tape sehen konnte. "Warum verheimlichst du mir das, Marco?" und zeigte auf seinen Fuß. Er setzte sich auf eine Bank und zog sich seine Schoner und Kniestrümpfe an. "Nichts wildes. Deswegen habe ich nichts gesagt." "Aber Marco, so läuft das nicht. Du musst mit mir reden wenn sowas passiert?" er schlug sich mit seinen Hände auf den Oberschenkel. "Ja und dann? Weißt du's und machst dir vielleicht irgendwelche sinnlosen Sorgen. Es ist wirklich nicht schlimm. Es ist mir einer vor paar Wochen in den Schuss gelaufen. Mehr nicht." Ich sah ihn stirnrunzelnd an. "Aber scheinbar ist es doch was ernstes sonst wärst du nach "Wochen" nicht mehr so getaped." er nahm meine Hand und atmete laut aus. "Lea, es tut mir leid, dass ich dir es nicht gesagt habe aber ich hatte Angst das du es Jürgen sagen würdest und..." "Wie min Vater weiß es nicht?" ich nahm seine Hand von meiner. Marco schloss seine Augen und schüttelte den Kopf. "Er würde mich wahrscheinlich nicht spielen lassen." ich lief durch die Kabine und versuchte meine Gedanken zu ordnen. "Versteh ich das gerade alles richtig. Du verheimlichst mir eine nicht ernste "Verletzung" und du erzählst es nicht meinem Vater. Mensch Marco, er ist dein Trainer. Ich weiß ja nicht wen du hier Verarschen willst. Mich oder dich selbst aber das..." doch weiter kam ich nicht. Er stand ruckartig auf und stand nah bei mir. Sein Blick sagte vieles. Wut, Aggression und Nervosität. "Denkst du wirklich ich komm wegen jedem scheiß zu dir? Ich bin Leistungssportler vergiss das nicht Lea. Da passiert sowas ständig." ich zuckte durch seine Worte zusammen. "Wir sind verheiratet und haben ein Kind. Es ist mein Job für dich da zu sein." er sah mich nur an. Ich versuche so gut es geht meine Tränen vor ihm zu verstecken. Dieses Gespräch setzte mir zu. "Seit du wieder aus Tirol da bist. Du ... du bist wie ausgewechselt." "Nur weil wir verheiratet sind..." er schloss seine Augen und atmete wieder laut aus als ob er überlege. Nach kurzer Zeit öffnete er seine Augen wieder "...das heißt nichts. Ich liebe dich und Liam aber ich lebe für den Fußball. Nach Liams Geburt kam das alles zu kurz. Nimm es so an Lea oder ..." er stoppte. "...oder was Marco? Trennen wir uns wenn ich es nicht tue? Ich alleine mit einem Kind. Sehr gute Idee. Spitzen Idee Marco" sofort nahm er meinen Kopf in beide Hände und küsste mich. "Denk immer daran wie abgöttisch ich euch liebe. Vergiss das bitte nie wenn ich ein Arsch zu dir bin wie jetzt gerade." mit diesen Worten ging er und schlug die Tür hinter sich zu. Ich sank auf die Bank die Gott sei Dank hinter mir stand und legte meinen Kopf in meine Hände. Meine Tränen liefen. Dieses Gespräch. Es tat weh. Zu sehr weh.

Ich lief zu den anderen auf die Tribüne. Die Jungs standen schon in den Startlöchern. Ich sah Marco. Auch er suchte und fand mich. Wir hielten eine Weile den Blickkontakt doch leider konnte ich seinen nicht deuten. Auba kam zu ihm der scheinbar unsere Blicke erkannte. Zwischen Marco und Auba hat sich in der kurzen Zeit eine tolle Freundschaft entwickelt. Marco drehte sich zu ihm um und sagte etwas. Wahrscheinlich redete er mehr mit ihm als mit mir über seine Probleme. Das Spiel wurde angepfiffen. "Alles ok Lea?" ich nickte nur und sah weiter auf das Spielfeld. Cathy setzte sich neben mich und sah mich mit ihrem durchdringenden Blick an. "Lea. Was ist los. Du hast geweint. Ich sehe das doch." ich stand auf "Es ist alles ok, Cathy." Ich lief zu meiner Mutter und Liam. Da ich Liam nicht den Leuten vorzeigen wollte darf er sich nur im VIP-Bereich aufhalten was durch leicht getönten Scheiben geschützt wurde. "Hey Schatz, alles ok bei dir?" ich schüttelte mit dem Kopf und schon kullerte mir eine Träne die Wange herunter. "Kann ich mit Liam kurz alleine sein?" sie nickte verständnisvoll, streichelte mir noch einmal durch die Haare und ging. Liam spielte mit einem kleinen Auto und hielt es mir hin was ich nahm. Er sah mich verwirrt an und lehnte sich zu mir vor sodass sein Kopf auf meiner Schulter lag. Ich umarmte ihn und wieder lief eine Träne an meiner Wange runter. "Daddy hat uns beide ganz dolle lieb. Er hat nur etwas Stress." wieder sah er mich an und lächelte auf. "Hey Kleiner." Aki stand auf einmal hinter uns. Schnell wischte ich mir die Tränen von der Wange und zwang mir ein Lächeln in das Gesicht. Er hockte sich neben uns und sah mir in die Augen. Auch er kannte mich lange genug um zu wissen was los ist. "Es ist nicht immer einfach, Lea. Aber das Leben muss uns Steine in den Weg legen damit wir später daraus lernen können." ich sah ihm lange in die Augen. Er wusste, dass ich mich mit Marco gestritten habe. Er wusste alles. Wie immer. "Vielleicht ist es auch so, dass man den Menschen den man Liebt nicht richtig kennt und erst wenn es zu spät ist sein wahres Ich sieht." Liam hielt Aki an einem Finger fest. Er schüttelte nur mit dem Kopf. "Denk erst gar nicht daran Lea. Es ist schwierig. Jetzt. Doch das legt sich nach der WM." ich zog meine Nase hoch und wischte mir eine erneute Träne von der Wange. "Woher wusstest du, dass ich mich mit ihm gestritten habe?" er legte eine Hand auf meine Schulter. "Ich war in der Nähe und man konnte euch hören. Es war mir auch klar, wenn Marco eine Tür so zu schmeißt kann es nur wegen euch beiden sein." er sah abwechselnd zu Liam und dann wieder zu mir. Ich nickte und sah zu Liam der sich gerade die Augen rieb. "Ich glaub, ich fahr mit ihm nach Hause." ich nahm Liam hoch und stand auf. Aki umarmte mich "Kämpfe Lea. Gib ihm nicht so schnell auf. Er ist ein nervliches Frack." ich nickte und gab ihm Liam. "Kannst du kurz mit ihm hier warten. Ich muss den anderen Bescheid sagen." er nickte und kitzelte Liam am Hals. Schnell lief ich wieder zur Tribüne "Mum? Liam wird langsam müde. Ich fahre. Willst du mit oder nimmt dich jemand anderes mit?" sie sah zu Cathy die ihr zu nickte. "Cathy nimmt mich mit." ich verabschiedete mich von beiden. Meine Mutter umarmte mich lange "Ruf mich bitte heute Abend an. Ich kann dich nicht so sehen. Versprich mir das bitte." "Versprochen." Sie lächelte mich an. Im Stadion wurde es lauter und plötzlich schrien alle. Marco hatte ein Tor geschossen. Genau im richtigen Zeitpunkt. Er rannte zu unserer Tribüne und formte ein Herz mit seinen Händen. Ich lächelte zu ihm. Kurz bevor er sich umdrehte gab er mir noch einen Luftkuss und rannte wieder in die Mitte. Diese Geste machte mir Mut und gab mir Kraft. Kraft die ich für unser Gespräch brauchte.

Frustration, Ehrgeiz, Rückhalt [Marco Reus FF] -Band 2-Lies diese Geschichte KOSTENLOS!