Kapitel 1

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Ich grabe meine Füße in den Sand und spüre bereits die Wärme der aufgehenden Sonne auf meinen Waden. Ich sehe auf. Es müsste ungefähre fünf Uhr früh sein. Ich habe lange gelesen. Zeit ins Bett zu gehen. Leise schleiche ich mich in den kleinen Bungalow neben dem Haus meiner Eltern. Der Bungalow gehört mir und ich muss einfach nur morgens um acht kurz mein frühstück abholen damit Mom weiß das es mir gut geht. Ich krabble in mein Bett, lege 'Hör die Raben rufen' zur Seite und schlafe im nächsten Moment auch schon ein.
Genau zwei Stunden später, um sieben, klingelt mein Wecker. Ich stehe auf und taumle ins Bad. Ich bin es zwar gewöhnt nur zwei oder drei Stunden zu schlafen, aber ich bin auch der Meinung das das echt ungesund ist. Duschen, denke ich und ziehe meine Klamotten aus in denen ich schlafe um unter meine Dusche zu steigen.
Nach einer Dreiviertel Stunde bin ich bereit aus dem Haus zu gehen. Zumindest sieht man mir den Schlaf nicht an, ich habe anständige Klamotten an und die Haare ausnahmsweise mal offen. Make-up trage ich seit einem halben Jshr nur dezent auf weil ich merke das mein Hautbild so besser wird. Ich gehe über unsere mir Kies beschüttete Einfahrt zum Haus meiner Eltern und öffne die Tür. Mom ist der Meinung ein offenes Haus ist ein fröhliches Haus und lässt deshalb ab dem Moment wo sie aufsteht die Haustüre offen. Ich bin da eher der Meinung ein offenes Haus ist gefundenes Fressen aber jedem das seine. "Morgen.", sage ich und meine Mutter küsst mich auf die Stirn. "Guten Morgen Belle.", sie reicht mir eine Tüte. Wohl mein Frühstück "Schreibst du heute nicht Klausur?", SHIT! "Ähm...ja. Ich habe mich gestern noch vorbereitet.", Lüge ich. In Wahrheit hab ich es einfach nur vergessen.
Jeden morgen war es das gleiche. Mom macht mir Frühstück, ich fahre allein mit dem Schulbus zwischen lauter dummen Kleinkindern in dieses Gefängnis der Bildung und unterstehe dem Drill meiner Lehrer. Gott sei dank bin ich nicht allein. Mara ist natürlich auf der gleichen Schule. Leider haben wir verdammt verschiedene Interessen. Sie ist mehr der kreative Typ, ich mehr der Belesene. Viele wundern sich warum wir überhaupt befreundet sind. Ganz einfach: Partys. Ich lese zwar gern aber damit ist noch lange nicht bewiesen, dass ich nicht gern Feiere.

Als ich mich endlich aus diesem stickigem Bus gekämpft habe umringt mich auch schon eine nach Ambra duftende Umarmung. "Darlin schön dich zu sehen!", Mara wirft ihre blonden glatten Haare über die Schulter und entblößt so ihren Hals und ihre Schultern. Sie ist unheimlich schön. Vielleicht verstehen wir uns auch deshalb so gut. Wir sind einfach so verschieden, dass wir schon wieder gleich sind. "Dito.", antworte ich und streiche mir meinerseits eine Haarsträhne aus der Stirn. "Hast du von dem neuen Schüler gehört?", ich verdrehe die Augen "Ja. Der wievielte neue heiße Typ ist das die Woche Ma?", Ma ist mein Spitzname für sie. Sie lacht "Genau dein Typ. Ich hab ihn vorher gesehen. Aber er soll keine Freundin wollen erzählt man sich. Schade Belle. Wäre n guter Fang gewesen.", ich grinse. Nicht das ich so ein unschuldsmädchen wäre aber Mara ist der Meinung ich würde meine Sexualität nicht genug ausleben. Ich weiß nicht ob sie Notiz davon genommen hat, dass ich bereits mit zwei Jungen Sex hatte. Mit einem davon sogar NUR Sex. War ganz angenehm aber ich hatte noch nie das Bedürfnis meine sexuellen Erfahrungen an die große Glocke zu hängen. Mitten im laufen durch diese hässlichen Schulgänge mit beigen Lenoliumböden und grünen Wänden knalle ich volle Kanne gegen einen Typen. "Hey!", maule ich. Mara dreht sich um "Geht's noch?", faucht sie. "Was denn? Problem? Mädchen wie dich nehm ich auseinander!", ich Blicke ihn angewidert an "Ja. Mir egal. Entschuldige dich wenigstens.", er lacht hässlich "Ich fick dich auseinander!", klatscht er. "Tust du das?", mir stellen sich alle Haare auf. Diese...Stimme. Unglaublich heiß. Ich drehe mich um. Der Typ dazu ist...wahnsinn. Ich will etwas sagen aber in mir pulsiert nur Leidenschaft. Wenn ich jetzt den Mund aufmache kommt nur dreckiges Zeug raus. "Und du bist?", fragt der Typ spöttisch und in seiner Stimme schwingt eine Drohung mit. Der Neue grinst. Zwischen seinen Zähnen blinkt ein Zahnstocher. "Austin.", seine Stimme klingt belegt und kratzig. Es ist als hätte er einen Draht zu meiner Libido. Der Typ lacht "Ja. Klar. Und jetzt soll ich Angst haben?", Austin schüttelt lächelnd den Kopf. Seine Augen sind grün und wirken wie giftige Pfeile als sie den Typ fixieren. Mich beachtet er gar nicht. Ha! Noch nicht! Denke ich und ziehe scheinbar unbeabsichtigt mein Top einen Tick zu weit runter. Komm schon! Denke ich und tatsächlich. Er mustert mich, seine Lippen teilen sich und sein Atem geht schneller. Strike! Ich zwirble eine Haarsträhne um meinen Finger und lächle verholen. Bloß nicht zu viel, schreit meine Vernunft. Der Typ ereifert sich an Schimpfwörtern doch Austin interessiert das irgendwie so gar nicht. Seine Haare sind Braun und ich glaube sie sehen mit Absicht so aus wie frisch aus dem Bett. Die Lederjacke, das weiße Tank das eine wahnsinns Aussicht vermuten lässt, die Jeans, die Boots, perfekt. Er sieht wahnsinnig heiß aus und plötzlich fällt der Groschen. Er, der Neue, genau mein Typ. ER ist der Neue. Plötzlich zuckt seine Hand in Richtung des Typen und seine Faust trifft auf das Kinn meines Peinigers. Dieser taumelt zurück und starrt ihn mit großen Augen an. "Entschuldige dich Ryan!", die Wange von Ryan läuft rot an "Woher weißt du wie ich...", Austin unterbricht ihn "Du sollst dich entschuldigen! Ich bin sicher du hattest genügend Platz um um sie herum zu laufen!", Ryan schluckt "Ja...sorry." , ich presse die Lippen zusammen "Schon ok.", Mara zupft mich am Ärmel "Komm wir haben seit 5 Minuten unterricht.", vor Schreck schnappe ich nach Luft. Scheiße! Austin grinst mich an während Ryan sich trollt. "Geh vor.", weißt er Mara an und sie...wir bitte?...hört und verabschiedet sich. Ich drehe mich zu Austin. Er steht direkt vor mir und ich kann seinen Geruch riechen. Er riecht fantastisch und sein Blick hat eine unglaubliche Intensität. "Wie ist dein Name?", fragt er "Belle.", "Wie ist dein ganzer Name?" "Belle Woods.", er lächelt und streicht mir eine Haarsträhne hinters Ohr. Mein Körper reagiert sofort auf seine Berührung doch ich zügle mich "Geht's dir gut?", ich nicke "Er hat mich ja nur angerempelt.", er grinst "Wird er nie wieder.", ich schätze ich sollte mich bedanken "Danke.", "Gern.", er dreht sich weg und ich weiß das unsere Geschichte damit beendet ist. Sein Rücken ist Makellos. Verwirrt drehe ich mich in die entgegengesetzte Richtung und Stürme in meinen Kurs für englische Literatur.

Ich hoffe es gefällt euch. Ich hab das mit der Party ein bisschen Abgewandelt aber keine Angst gestrichen ist es nicht ^^
Danke fürs Lesen!

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