Vorwort

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Den Gedanken, mein Leben in einem kurzen Buch niederzuschreiben, hege ich noch gar nicht so lange. Da dies mein erstes Buch ist, hoffe ich, dass einige nachsichtig sind und meinen Schreibstil nicht all zu sehr kritisieren, was nicht heißen soll, dass mir keiner sein Feedback schicken darf. 

Den Anreiz für die Umsetzung zum schreiben gab mir ein MentalCoach, der mich 33 Tage begleitete und auch jetzt noch ein fester Bestandteil meines Alltages ist. Viele werden ihn kennen, ein Mann, der polarisiert und sehr authentisch ist. Es geht um Christian Bischoff und sein Programm "Die Kunst dein Ding zu machen", welches im Jahr 2020 aufgrund der Corona Pandemie nicht durchgeführt werden konnte. Ich wäre live dabei gewesen und hatte mich schon sehr gefreut. Von Christian hatte ich erstmals 2018 in den sozialen Medien erfahren und konnte zu der damaligen Zeit nicht wirklich nachvollziehen, wer genau er ist und was er bewirken wollte. Persönlichkeitsentwicklung war ein Fremdwort für mich und vollkommen unbedeutend, war ich doch in dem glauben, dass Menschen sind, wie sie sind und sich nicht ändern können.

Ich befasste mich, und das tue ich auch jetzt noch, mit dem Thema, weil mein Leben kein richtiges Leben war. Es gab wenige Momente, die mich erfüllten und mir einen Sinn gaben. Meine Kindheit gleicht einem ganz schlechten Film, der eine Mischung aus Thriller und Horror zugleich ist. Der Film könnte den Namen "Die Peiniger" tragen, Menschen, die meine Mutter dafür bezahlte, mich zu Boden zu ringen. Sie ist die Drahtzieherin, die alle Fäden in der Hand hält, sich selbst aber nie scheute, Dinge selbst in die Hand zu nehmen oder ihrer Gewalt freien Lauf zu lassen. Alles in ihrem Leben war ihr wichtig, nur ich nicht. Sollten Kinder nicht ein Wunder der Natur sein, ein Stück seiner selbst auf das man stolz ist, in deren Augen wir die Welt nochmal aus einem anderen Blickwinkel betrachten können? Eltern, die das nicht können, sollten sich mal hinterfragen, warum sie Eltern geworden sind. Versteht mich nicht falsch, ich möchte hier niemanden diskreditieren, aber es geschieht so viel hinter verschlossenen Türen, wo Menschen auf grausame Weise misshandelt, gefoltert und erniedrigt werden. Jeder Mensch hat doch ein lebenswertes und gesellschaftsfähiges Leben verdient, wo man sich mit Respekt und Anstand begegnet. Dabei sollte es auch keine Rolle spielen, welch ethnischer Herkunft, welche Religion oder welches Geschlecht – wir sind alles Menschen, eine identische Spezies, mit unterschiedlichen Persönlichkeiten. Das wir nicht mit jedem klarkommen werden, sollte sich jeder bewusst sein – oder bewusst machen, wenn das noch nicht der Fall ist. Wir können nicht jedem gefallen, nicht jedem gerecht werden oder uns an jeden anpassen. Die Gefahr dabei ist, dass man sich selbst dabei aus den Augen verliert und ein Leben der Unzugehörigkeit führt. Gegensätze sind im Leben wichtig, schließlich gibt es keinen Tag ohne Nacht, kein richtig ohne falsch, kein Erfolg ohne Misserfolg.

Warum sich also verstellen und verbiegen für Menschen, die einen nicht akzeptieren, wie man ist. Veränderung kostet Kraft und ist ein langer Prozess, auf den sich der Körper und das Unterbewusstsein einstellen muss. Schließlich ist unser Unterbewusstsein programmiert auf das, was wir von den Menschen bisher suggeriert bekamen – von Eltern, Freunden und Bekannten, die immer das nur Beste für einen wollen. Ein Widerspruch, wie ich finde. Halten wir uns mal vor Augen, was uns als Kindern erzählt wird – "Bennet, das schaffst du nicht" oder "Du wirst niemals Präsident werden". Schaut Euch Donald Trump an, hätte jemals einer gedacht, dass dieser Mensch Präsident der USA wird? Ich nicht. Er aber glaubte an sich und sein Ziel. Auf welchem Wege und mit welchen Mittel er das schaffte, will ich hier jetzt nicht thematisieren, denn es geht lediglich darum, sich auf sich selbst zu fokussieren, sich selbst treu zu bleiben und den Weg zu gehen, der einem das bringt im Leben, was man möchte.

Ich möchte mit diesem Buch auf etwas aufmerksam machen, was sonst nie an die Öffentlichkeit gerät und auch nicht thematisiert wird – der Umgang mit anderen Menschen, vor allem mit sich selbst.

Ganz selten liest man, was Kindern wirklich widerfährt und was sie durchmachen müssen. Durch social Media sieht es so aus, als würde heute jedes Kind in einem behüteten Zuhause aufwachsen, dabei sind viele nur das Mittel zum Zweck. Siehe Instagram, wo Eltern ihre noch jungen Kinder vermarkten und der Öffentlichkeit, in Form von Werbung, präsentieren. Natürlich ist jedem selbst überlassen, wie er sein Kind erzieht und welche Rolle sie in der Öffentlichkeit spielen – allerdings betrachte ich das sehr kritisch.

Seit gut zweieinhalb Jahren bin ich nun Vater eines Sohnes, auf den ich sehr stolz bin. Ich wollte damals nie eigene Kinder haben, weil ich Angst hatte und unsicher war, wie ich als Vater, mit solchen Erlebnissen, sein werde. Als damals die Kinderplanung begann und das Thema immer konkreter wurde, war es meine Frau, die mir das sichere Gefühl dafür gab, ein toller Vater zu sein. Sie hielt mir den Spiegel hin und fragte mich, wen ich da sehe. Oft erkennen wir selbst nicht, wer wir eigentlich sind und zu was wir alles fähig sind– denn es sind wir selbst, die sich die eigenen GRENZEN aufzeigen und nicht die anderen.

Um das zu erkennen, brauchen wir Menschen, die uns kennen, uns schätzen und lieben, die uns motivieren – die unser Antrieb sind, wenn es gerade mal nicht läuft. Sie helfen uns auf, wenn wir mal wieder am Boden liegen, sie schauen uns an und wissen den Menschen zu schätzen, der ihnen gegenübersitzt. Meine Frau ist ein solcher Mensch, die immer für mich da war, mir aber in meiner tiefen Phase der Depression nicht helfen konnte. Ich zog mich immer zurück, wenn es mir schlecht ging, redete nicht darüber und verdrängte alles, was mich beschäftigte und mir Sorgen bereitete, anstatt darüber zu sprechen. Es fiel mir schwer, niemand wusste von meiner Vergangenheit, ich schämte mich dafür, vor allem wenn ich Menschen kennenlernte, die solche Erfahrung nicht machten mussten, die wissen, wie Familie funktioniert und wie es ist füreinander da zu sein.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich meine Frau kennenlernte. Ich war geflasht, verliebt und schwebte auf Wolke sieben. Alles war so perfekt, bis auf die Schuhe beim ersten Date, die hätte sie lieber weglassen sollen. Was mir an ihr besonders gefiel war, dass sie damals mich und meine Situation so akzeptierte, wie es zu der Zeit war. Ich ar mittellos, hatte einen großen Berg Schulden und Probleme mit diversen Gläubigern, die regelmäßig auf einen Kaffee vorbeikamen. Ich erzählte ihr zu Beginn unserer Beziehung davon, in der Hoffnung, dass sie nicht gleich wieder ging – doch sie blieb. Sie schaute mir in die Augen und sagte "wir schaffen das und ich bin für dich da". Innerlich weinte ich, so etwas kannte ich nicht. Solche Worte aus dem Mund eines Menschen, den du kaum kennst. Es fühlte sich irreal an, so weit weg von allem, was ich bisher erlebte. Gibt es wirklich noch einen Menschen, der mich so akzeptiert, wie ich bin? Es fiel mir auch noch Tage danach sehr schwer, dass zu glauben – bis ich es fühlen konnte.

Eine solche Frau trifft man nicht oft im Leben, gerade in der heutigen Zeit, wo es nur noch um Fame und schnelles Geld geht. Ich bin und war nie ein Mensch, der gerne in der Öffentlichkeit steht. Mein Wesen ist sehr introvertiert und ruhig. Keinesfalls bin ich ein Typ, der voll aus sich rausgeht, dir ein Würstchen verkauft, in dem Glauben, es sein ein Vorwerk Staubsauger.

Dieses Buch zeigt Lebenssituationen, die man so in der Öffentlichkeit nicht zu hören und nicht zu Gesicht bekommt. Es ist eine Geschichte, die zum Nachdenken anregen und zum Umdenken bewegen soll. Aber es soll auch eine Stütze sein, für all diejenigen, die auch solche schlimmen Erfahrungen machen mussten, für alle die, die noch immer keinen Ausweg aus der Krise gefunden haben.

Es soll bewusst machen, wie stark wir Menschen sind, wie unaufhaltsam unser Wille und wie groß die Grenzen sind, wenn wir sie nicht beiseite schieben. Denn die einzigen Grenzen, die existieren, sind die, die wir uns selbst auferlegen. Niemand außer dir selbst, ist für die Grenzen in seinem Leben verantwortlich. 

(Ich möchte schon jetzt vorsorglich darauf hinweisen, dass dieses Buch an manchen Stellen sensible Themen behandelt wie Missbrauch, Gewalt und Panikattacken. Daher möchte ich mögliche Trigger nicht ausschließen.)

Dies ist nicht meine WeltWo Geschichten leben. Entdecke jetzt