„Paulina.“

Ich grummelte und öffnete langsam die Augen.

„Hey... wir sind da.“

„Hm?“

Ich streckte mich und stellte meine Augen scharf. Ich sah die weiß leuchtende Villa und spürte Maries Hand auf meinem Arm.

Ich hatte den gesamten restlichen Weg nach Hamburg geschlafen.

Ich stieg langsam aus und beobachtete, wie die Jungs unsere Sachen aus dem Kofferraum holten.

Die Haustür flog auf und Mama und Klaus kamen heraus.

„Da seid ihr ja endlich!“, rief sie und stapfte auf uns zu. „Wieso geht denn niemand von euch an sein Handy?! – Was machst du denn hier, Dario?!“

...yipp, wir hatten ihnen nicht Bescheid gesagt, was passiert war.

Ich ging wortlos an ihr vorbei und betrat das Haus. Die Erklärung überließ ich den Zwillingen, die waren eh viel besser im Reden als ich.

„Paul!!“, rief Nick und warf sich in meine Arme. Ich drückte ihn ganz fest an mich. Sofort fühlte ich mich ein kleines bisschen besser.

„Gott sei Dank bist du wieder da! Ist alles okay bei euch?“, fragte er mich und sah mich aus seinen jungen, großen Augen prüfend an.

Ich zuckte mit den Schultern. „Keine Ahnung, ob es das ist. Maxis Auto ist halber Schrott und steht irgendwo auf der Autobahn und wir sind jetzt endlich hier. Also passt doch alles.“

„Wie, Maxis Auto ist Schrott?!“

„Ein Reifen ist geplatzt und uns hat es im Kreis geschleudert und letztendlich in die Leitplanke gehauen“, erklärte ich ihm mit gleichgültiger Stimme. „Ist aber nichts passiert. Also uns nicht, dem Auto wie gesagt schon. Der ADAC konnte erst so circa sechs Stunden später kommen, also hat Dario uns jetzt hierher gefahren und-“

„Dario ist hier???“, unterbrach er mich und strahlte mich an.

„Ja“, antwortete ich und versuchte, mein schmerzendes Herz unter Kontrolle zu halten. „Er hat uns hergefahren und fährt morgen wieder nach Hause. Also denke ich mal, schließlich will er Weihnachten ja zu Hause verbringen. Schätzungsweise.“

„Oh cool, ich muss ihm gleich hallo sagen!“

Und mit diesen Worten ließ mein kleiner Bruder mich alleine in der riesengroßen Eingangshalle der Villa stehen. Er ging lieber zu unserem Ex-Nachbarn, den er seit drei Wochen kannte, und blieb nicht bei seiner großen Schwester, die heute um ein Haar draufgegangen wäre.

Super, da fühlte ich mich gleich besser.

Gott sei Dank kam jetzt Marie zur Tür hinein.

„Wir haben ihnen die Wahrheit gesagt“, sagte sie zu mir und schlüpfte aus ihren Schuhen. „Deine Mama ist halb ausgerastet und Papa hat gleich nochmal beim ADAC angerufen. Jetzt bin ich fast erfroren und dachte mir, ich schaue mal nach dir.“

Ich antwortete nicht, sondern nickte nur einmal.

Ich ging hinter Marie in die Küche.

„Ohhh, da sind sie ja, meine Kinder!“, erklang eine Stimme. Es war Florence, die Haushälterin. Sie drückte er Marie an sich und dann mich.

„Na, Gott sei Dank!“

Sie plapperte noch weiter mit ihrem süßen französischen Akzent. Dann machte sie sich auf den Heimweg. Sie war nur so lange hier geblieben, bis wir endlich da waren. Jetzt musste sie nach Hause zu ihrem Mann, der krank im Bett lag.

24 Türchen - Weihnachten, Liebe und andere Katastrophen [I]Lies diese Geschichte KOSTENLOS!