Dienstag, 23. Dezember [Part II] - Licht existiert ohne Schatten nicht.

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So gut hatte ich in meinem Leben noch nie geschlafen. Ehrlich.

Ich glaube, wir hatten uns keinen Millimeter bewegt, während wir geschlafen hatten. Ich wachte am nächsten Morgen so auf, wie ich nachts auch eingeschlafen war.

Ich spürte Darios warmen Atem an meinem Nacken und schloss wieder die Augen. Ein kleines, echtes Lächeln stahl sich auf meine Lippen und ich wünschte mir, dass ich nie wieder aufstehen musste.

Blöd, dass direkt neben uns jemand auf der anderen Couch saß, was ich bemerkte, als ich die Augen öffnete.

Maxi grinste mich an und zwinkerte mir zu.

„Guten Morgen, die Herrschaften“, sagte er und streckte sich ein wenig.

Dario hinter mir bewegte sich ein wenig, grummelte nur und vergrub das Gesicht in meinen Haaren. Ich wollte von der Couch aufstehen, weil es mir doch ein wenig peinlich war vor Maxi, aber Dario hielt mich so fest, dass ich mich keinen Millimeter bewegen konnte.

„Dario, lass mich bitte los“, sagte ich und zog an seinem Arm.

„Nö“, grummelte er. „Lass den Schwätzer doch schwätzen. Der hat hier gar nichts zu melden.“

Maxi verdrehte als Antwort nur die Augen, was Dario natürlich nicht sah. War wahrscheinlich auch besser so.

Dann stand er von der Couch auf und ging in Richtung Tür.

„Gut, ich fahre jetzt mal los und kaufe uns irgendwo ein Frühstück. Irgendwelche Wünsche?“

„Ja. Dass du dafür ganz lange brauchst.“

„Danke, Bro, ich weiß deine Nettigkeit zu schätzen. Die habe ich inzwischen wirklich vermisst“, lachte Maxi und verließ das Wohnzimmer.

Ich grinste. Sie waren schon süß.

Ich schloss die Augen wieder und driftete in einen Halbschlaf. Wenn ich könnte, würde ich hier für immer so bleiben.

Tja, da kam die zweite Hälfte der Zwillinge ins Wohnzimmer und machte meinen Plan, für immer hier liegen zu bleiben, zunichte.

„Ooohhhh, wie süüüß!“, quiekte Marie und schlug die Hände an die Wangen. Keiner von uns beiden rührte sich. Komischerweise war es mir vor Marie irgendwie gar nicht peinlich.

„Jetzt kommt schon, steht auf“, befahl sie uns und ich öffnete ein Auge. „Pau, du musst duschen gehen, und Dario, du solltest kurz rüber, um deiner Mutter zu sagen, dass du hier bist. Nicht dass sie sich Sorgen um dich macht.“

„Okay, Mama“, brummte Dario. Aber er bewegte sich keinen Millimeter.

Marie stöhnte.

„Du wirst dich niemals verbessern, oder? Ich kann mich nicht erinnern, dass du jemals pünktlich aufgestanden bist!“, meinte sie gespielt genervt.

Dario antwortete nicht.

Ich kam mir immer noch wie ein Holzstück vor, dass in einen Schraubstock gespannt war. Langsam musste ich echt dringend aufs Klo, und der Druck von Darios Arm um meinen Bauch machte das Ganze irgendwie nicht besser.

Ich zog noch einmal sanft an seinem Arm und war erstaunt, als er mich wirklich gehen ließ. Ich lief die Treppe nach oben und ging ins Badezimmer. Marie hatte Recht, ich hatte eine heiße Dusche nötig.

Während das Wasser auf meinen Kopf prasselte, überschlugen sich meine Gedanken wieder. Hatten wir jetzt eigentlich irgendetwas geklärt? Naja, gut, er wusste von Lisa. Und er wusste, wieso ich ihm nichts davon gesagt hatte.

24 Türchen - Weihnachten, Liebe und andere Katastrophen [I]Lies diese Geschichte KOSTENLOS!