Montag, 22. Dezember [Part II] - Witchbitch. My Immortal. Wohnzimmercouch.

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Die zwei und ich.

Mein Herz setzte für einen Moment aus.

Na super...

„Hey Giiiirl“, erklang plötzlich eine vertraute Stimme und ich drehte mich um. Die Zwillinge stiegen gerade über die Absperrung und kamen auf mich zu. Ich sah im Augenwinkel, wie Dario den Kopf hob. Für eine Sekunde rührte er sich nicht, dann stürmte er los und umarmte Maxi. Dann Marie und wirbelte sie durch die Luft, während diese total süß laut lachte.

„Was macht ihr denn hier?!“, rief er. Ungläubig sah er die beiden an und strahlte bis über beide Ohren. Nur von diesem Lächeln schlugen die Schmetterlinge in meinem Magen Purzelbäume. Ich konnte kaum noch gerade stehen, so sehr drehte sich mein Kopf.

„Naja, wir haben unsere Schwester hergebracht“, entgegnete Maxi und lächelte mich schief an.

„Hi, ich bin Lisa, Darios Freundin, und ihr seid...?“, fragte Lisa und streckte Marie ihre Hand entgegen.

Marie hatte die Arme vor der Brust verschränkt und zog nur eine Augenbraue hoch.

„Hey, ich bin Maxi, und das ist Marie“, stellte Maxi sie vor und schüttelte kurz Lisas Hand. „Wir sind Darios beste Freunde und neuerdings Patchwork-Familien-Geschwister von Paulina.“

„Oooh, das hast du mir ja gar nicht erzählt!“, sagte Lisa mit ihrer hellen Stimme an Dario gerichtet. „Und du auch nicht, obwohl wir so oft geskypt haben!“, wandte sie sich an mich und klimperte mit ihren Wimpern.

Ich sagte nichts. Wir befanden uns auf gefährlich dünnem Boden. Jedes Wort konnte das Eis zum Einbrechen bringen.

Marie entschlüpfte ein Schnauben, weswegen sie die Blicke aller auf sich zog.

Ich konnte hören, dass der erste Solist spielte. Langsam sollte ich mir Gedanken darüber machen, was ich spielte und wer mich begleiten sollte! Sonst waren wir den gesamten Weg umsonst hergekommen, wenn ich eh keine Chance hatte, auf einem Konservatorium genommen zu werden!

„Es freut mich echt, euch kennenzulernen“, zwitscherte Lisa weiter. Bei jedem weiteren Wort, das aus ihrem Mund kam, hätte ich am liebsten gekotzt. „Es ist so schön, Freunde von Dario kennenzulernen, das stärkt unsere Beziehung echt!“

„Hmh“, machte Marie. Ich konnte ihre Wut gegenüber Lisa in Wellen bis zu mir herüber schwappen spüren. Sie hatte mir versprochen, nichts zu sagen, ich hoffe, dass sie sich daran hielt!

Lisas Lächeln war ein wenig verrutscht und sie sah unsicher zu Dario und dann wieder zu Marie. Diese würdigte sie aber keines Blickes, sondern sah mich an. Ich warf ihr einen warnenden Blick zu.

„Sorry, Paulina, aber ich kann nicht anders“, platzte Marie jetzt raus und wandte sich dann an Dario.

Nein.

N.

E.

I.

N.

„Dario, weißt du, dass deine ach so tolle Freundin eine falsche Schlange ist?“, fragte sie mit einem lieblichen Lächeln im Gesicht, das gleichzeitig gefährlich aussah.

Dario sah sie ausdruckslos an. Zu gerne würde ich wissen, was in seinem Inneren gerade vorging.

„Was redest du da für einen Blödsinn!?!“, fuhr Lisa Marie jetzt an.

„Blödsinn?“, echote Marie und lachte laut wie eine Hyäne auf.

„Du bist so falsch wie deine Wimpern“, sagte jetzt Maxi und Darios Blick sprang zu ihm.

24 Türchen - Weihnachten, Liebe und andere Katastrophen [I]Lies diese Geschichte KOSTENLOS!