Kapitel 5. Rückflug

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Am letzten Abend kam Isaac noch mal nach Saint Paris, um sich zu verabschieden. Wir tauschten Mailadressen, um Im Kontakt zu bleiben, da er Facebook und ähnliche soziale Netzwerke verpönte. Doch ich musste noch packen, daher hatte ich nicht so viel Zeit.

In den letzten Tagen hatten wir uns noch ein paar Mal gesehen und haben uns super verstanden. Einfach geredet und gelacht. Auch wenn ich nicht gedacht hätte, dass das in so kurzer Zeit geht, haben wir uns sehr angefreundet.

In dieser Nacht blieb für mich gefühlt das erste Mal die Zeit stehen. Mit rasender Geschwindigkeit war das Leben in den letzten Tagen an mir wie eine Achterbahn vorbei gerauscht. Erst dann realisiert ich so richtig, dass ich in Amerika war. Auf einem Kontinent mit den Stars die ich liebte, sogar im gleichen Land. Nur 1,5 Stunden von meinem größten Idol entfernt. Leider realisierte ich auch, dass die Zeit jetzt vorbei war und ich in weniger als 5 Stunden wieder aufstehen musste, um mich fertig zu machen und den Rest einzupacken.

Diese 5 Stunden gingen schneller rum als mir lieb war und plötzlich waren es 8 Stunden und ich befand mich beim Flughafen in der Abflughalle. Mein Großvater war diesmal mitgekommen, aber meine Tante musste das Auto fahren. Außerdem waren meine kleine Cousine und der älteste Sohn von dem Freund meiner Tante dabei. Ich würde ihn als "Urlaubsflirt" bezeichnen, da ich seinen Namen nicht erwähnen will. Er hatte auch keine Ernsthaften Absichten gehabt und es war eine einmalige Sache und trotzdem hatte ich das Gefühl meine eigenen Gefühle betrogen zu haben, da sie für jemand anderen empfanden. Diese Person war zwar nur imaginär mein Freund, aber ich war mir sicher, dass ich Josh Hutcherson liebte. Isaac hingegen musste arbeiten, weswegen er sich gestern schon verabschiedet hatte. Als mein Flug schließlich aufgerufen wurde, drückte ich meinen Granddad und meine Cousine noch einmal fest, umarmte meinen grinsenden "Urlaubsflirt" und drückte meine Tante einen Kuss auf die Wange, dann war ich im Nu auch schon durch die Sicherheitskontrolle und saß im Flieger. Es war noch sehr früh und von daher noch dunkel. Nach dem ich mein Handgepäck unter dem Sitz verstaut hatte, schnallte ich mich an und schlief ein. Als ich aufwachte flog das Flugzeug bereits und ich war so von dem Tageslicht geblendet, dass ich einen kurzen Augenblick überlegen musste wo ich mich befand. In weniger als 2 Stunden würden wir in Paris ankommen und den Rest der Zeit schaute ich "How I met your mother" auf meinem Fernseher, der sich in der Rückenlehne meines Vordermanns befand. Als das Zeichen zum Anschnallen ertönt, klappe ich den Tisch nach oben und richte mich grade auf. In Paris hatte ich diesmal nur einen sehr kurzen Aufenthalt. Ich kaufte kurz Postkarten und musste dann fast zum Flug rennen.

Die 1,5 Stunden die ich noch nach Deutschland fliegen musste, guckte ich nur aus dem Fenster und dachte nach. Ich war wieder in Europa. Raus aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Die ganze Zeit dachte ich über meinen Urlaub nach. Meine Freunde, Alte wie Neue, meine Familie und alles was ich erlebt hatte, auch wenn es nur eine Woche gewesen war.

Bevor ich wieder in meine WG nach Berlin fuhr, wollte ich mein Zuhause und meine Familie besuchen. Am Hannover Flughafen, hatte ich zum ersten Mal wieder empfang und mein iPhone hing sich fast auf, als es die ganzen Whatsappnachrichten bekam. Ich war nämlich in mehreren Gruppen und in einer Gruppe spammten sie ganz besonders. Es war eine Fangruppe von Filmen und Büchern wie Divergent, The Hungergames, The fault in our stars, und auch von Fandoms wie Theo James, Ansel Elgort, Liam Hemsworth, Jennifer Lawrence und auch Josh Hutcherson. Außer mir waren noch zwei andere Hutcher in der Gruppe. Kein Recht der Welt erlaubte es mir sie zu urteilen, und doch empfand ich ihre Fangefühle als nicht so stark wie meine, aber das behauptete sicherlich jeder. Zuhause hatte ich all seine Filme, inklusive denen wo er 'nur' eine Sprechrolle hatte. Die kamen alle mit als ich vor einem halben Jahr nach Berlin zog.

Wenn Josh in einem Film ein Mädchen küsste heulte ich, wenn ich irgendwo unerwartet ein Interview mit ihm sah heulte ich, und wenn er Deutsch sprach, brachte mich das fast um.

In der Gruppe hatte ich auch meine WG-Mitbewohnerin, Lilli, kennengelernt. Seid dem ich 16 und sie 15 ist waren wir in der Gruppe. Irgendwann schrieben wir dann privat sehr viel und als ich mal nach Berlin fuhr, trafen wir uns. Sie war die einzige aus der Gruppe die auch so tickte wie ich, obwohl sie wahrscheinlich noch bisschen extremer war. Doch bei ihr handelte es sich nicht um Josh Hutcherson, sondern um Sam Claflin, den charmanten Briten der die Rolle als Finnick Odair in Catching Fire übernommen hatte. Josh und er spielten Seite an Seite was uns schier verrückt machte. Zwei Jahre später studierte ich dann Architektur, wofür ich nach Berlin zog, und sie war kurz vor ihrem Abitur. Sobald sie 18 war sollte sie zu mir ziehen, da sich es jetzt noch nicht leisten konnte. Doch dank der Großzügigkeit meiner Tante konnte sie schon vorher zu mir ziehen. Damit es nicht so still war holten wir uns aus dem Tierheim eine kleine Cockerspanielhündin , die wir Clary tauften und die uns jeden morgen früh aus dem Bett holte. Sie war braun und hatte lange Schlappohren, sowie lustige braune Augen, die einen treu anblickten. Lilli war 1,65 und somit fast 10cm kleiner als ich, womit ich sie immer aufzog. Wir hatten beide sehr lange Haare und doch waren meine fast auch hier 10cm länger und im Gegensatz zu ihrem Blond, braun. Ihre Augen waren blau, meine grün und beide Farben waren strahlend und hell sodass wir sofort auffielen.

Wir stritten uns oft, weil wir den jeweils anderen als hübscher empfanden.

Nun lebten wir also in einer WG mit einem Bad, einer Wohnküche und zwei Schlafzimmern, die ich alle eingerichtet hatte. Lilli hatte nichts dagegen gesagt, da sie wusste wie viel Spaß mir sowas machte.

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Ich hatte ja schon erzählt, dass es eine wahren Geschichte ist. Auch die Namen sind übernommen. Deshalb sage ich immer am Ende des Kapitels was nicht ganz stimmt, was ich nur geschrieben habe, damit die ganze Story etwas interessanter ist:

-Lilli und ich sind noch nicht zusammen gezogen

-Ich war nicht alleine in Amerika gewesen

-mit meinem Architekturstudium beginne ich erst nächstes Jahr.

Danke für das lesen <3

A Flight to Kentucky - Multi Fandom FF (eine Never Ending Story)Lies diese Geschichte KOSTENLOS!