33. Wunsch 53#

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Es war zu viel. Der dritte Nutte-Zettel in meiner Tasche. Zu viel, es war einfach zu viel. Zu viele Blicke, zu viele grinsende Gesichter. Zu viel Ignoranz und Schadenfreude.

   Es bedeutete meinen Tod. Ich wollte hier nicht mehr sein.

   Gestern hatten meine Eltern mich noch vor Unterrichtsschluss abgeholt. Es war nun eine Woche her, dass ich von meinem Profil erfahren hatte, innerhalb von einer Woche, wusste die ganze Schule Bescheid und ließ mich alleine stehen. Jay, Kathrine und Jesse. Kathrine wandte sich sogar von Louisa und Vera ab.

   Zwei Mädchen, die mir so sympathisch vorkamen und jetzt nur noch mit gerümpften Nasen zu mir sahen. Ich glaube, dass schlimmste war, als jemand mein Foto ausgedruckt und es in mein Spint geworfen hatte. Keine Ahnung wer es war, aber Miranda McVans schien ziemlich zufrieden von meinen Tränen zu sein. Sie schien überhaupt ziemlich glücklich über diese Situation zu sein.

   Kathrine schien jeden Tag näher daran zu sein ihr erneut eine rein zu hauen. Jesse wurde sowieso gewalttätig, wenn andere Kerle in der Nähe waren und Jay? Jay hielt meine Hand, flüsterte mir ins Ohr. Aber er tat im Grunde nichts. Es war gut so, ich wollte nicht, dass irgendwer von ihnen etwas für mich tat. Es hatte keinen Sinn, ich bin immer egoistisch in diesem Punkt gewesen.

   Er konnte mir nicht helfen. Er hatte es versucht, von ganzem Herzen an mich geglaubt. Aber Jay könnte es so oft versuchen wie er wollte, am Ende würde ich ihn noch tiefer mitreißen als alle anderen.

   Und ich wollte sterben. Sterben war einfach. Man brauchte nicht einmal Mut dazu, einfach zu viele Schmerzen und ein egoistisches Herz.

   Einigen helfen Alkohol und Drogen dabei. Ich wollte immer bei vollem Bewusstsein sterben. Ich hatte vor drei Jahren jedes einzelne Organ gespürt. Habe mein Herz hektisch klopfen hören, hatte auf dem Boden gelegen und die Schmerzen, welches das Bleichmittel einem zufügt, über mich ergehen lassen.

   Es dauerte mehrere Minuten bis zu Ohnmacht, dass hatte ich gelesen. Diese Minuten hatte ich mit einem durch schmerz verzerrtem Lächeln auf dem Boden verbracht und dabei auf meine kahle Decke gestarrt. Ich hatte es nie bis zur Ohnmacht gefallen, wie ein nicht beendeter Marathon lauf. Sie hatten mich durch gespühlt und wiederbelebt.

   Was wenn ich zum leben verdammt war? Wenn mein Selbstmord versuch erneut scheiterte? Ich wollte nicht über einen erneuten Selbstmordversuch nach denken, ich wollte an schönes denken.

   An Jay.

   An Kathrine und Jesse.

   Ich wollte daran denken, wie Jay versuchte meine Wünsche zu erfüllen. Aber tat man so etwas nicht, wenn man wusste, dass es bald vorbei war? Ich hatte damals nur angefangen, weil er mich gehen lassen wollten.

   Meine Mutter machte Wäsche und Dad war außerhalb des Hauses, ich ergriff die Möglichkeit um Mums Tasche zu durch suchen um den einzigen Menschen anzurufen, der mir vor Jay beistand.

   Dr Grönberg.

   Mum schmiss nie etwas weg und so fand ich seine Private Telefonnummer auch ziemlich schnell in ihrem Notizbuch. Leise griff ich nach dem Telefon und wählte mit zitternden Fingern die Nummer. Das Sofa gab unter meinem Gewicht etwas nach.

   »Diese Rufnummer ist nicht verge-« Mit einem leisem Fluch legte ich wieder auf und wiederholte den Vorgang. Langsamer, ruhiger. Ich musste mich vertippt haben.

   »Diese Rufnummer ist nich-« Ich unterdrückte einen lauten Schrei. Es war nicht mehr seine Nummer. Nada, nichts, es war aus. Und grade als ich frustriert Wunsch 37# und 52# wieder durch streichen wollte, viel mir eine zwei mal unterstrichene Handynummer auf.

Cynthia Barrow - Alle meine WünscheLies diese Geschichte KOSTENLOS!