21 ~ Violetta

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Nächster Morgen....

Es ist neun Uhr. Ich schlug die Augen auf. Angies Sachen waren zusammengepackt und schon nach Deutschland gebracht. Mein Blick blieb an der Stelle hängen wo vorher Angies Bett stand. Mir liefen die Tränen über die Wangen, sprang auf und lief nach unten. Angie wollte gerade das Haus verlassen. 'Angie? Musst du wirklich gehen?' Auch Angie liefen die Tränen über die Wangen. Sie nahm mich fest in die Arme und drückte mir was in die Hand.

Sie flüsterte mir ins Ohr: 'Nur für den Fall das du in den nächsten Tagen nach kommen willst.' Papa kam jetzt zu uns. In seinen Augen lag Traurigkeit, Wut und auch ein kleines bisschen Hass. Etwas lauter sagte Angie dann: 'Ja, ich muss gehen. Da darfst du dich bei deinem Papa und Gregorio bedanken. Bis bald, Vilu. Ich werde dich sehr vermissen.' Wir fingen beide an zu weinen, irgendwann befreite sich Angie aus meiner Umarmung und ging.

Ich lief weinend in mein Zimmer, erst da fiel mir ein das Angie mir etwas in die Hand gedrückt hatte. Ich sah es mir zum ersten Mal an. Es war Geld und zwei Zettel. Auf dem einen Stand zu welchen Flughafen ich muss und auf dem anderen stand die neue Adresse von Angie. Ich lächelte, dann klopfte es. Ich versteckte die Sachen schnell unter meiner Bettdecke.

'Herein?', fragte ich traurig. Ich hoffte, das es Olga war, aber ich irrte mich. Es war Papa. 'Vilu, es... tut mir echt leid.' Ich funkelte ihn böse an. 'Ach tut es? Ich glaube es eher weniger. Du könntest sie doch noch nie leiden. Du hast sie nicht lieben gelernt, ich aber schon. Angie war hier meine erste Beste Freundin geworden und sie war immer, wirklich immer für mich da, sie war mehr für mich da als du es jemals warst!'

Ich ließ meiner Wut freien Lauf. Papá sah mich sauer an. 'Wenn ich jetzt genau darüber nach denke, ist es eine sehr gut Entscheidung gewesen, Àngeles gehen zu lassen. Sie hatte anscheinend einen schlechten Einfluss auf dich.' Das wurde mir zu viel. Ich packte ihm am Arm und riss ihn mit all meiner Kraft aus meinem Zimmer und verschloss die Tür hinter seinem Rücken. Ich holte meinen Laptop hervor und buchte meinen Flug nach Deutschland.

Mein Flug geht zu dem Flughafen Kassel-Calden. Ich muss heute Nacht um halb eins da sein. Ich schrieb mir alles was wichtig war auf und ging danach zu Ramallo. Ich hörte wie Papa sagte, er würde die Nacht über bei Mama bleiben. Ramallo kam aus Papas Büro und fragte was los sei. Ich erzählte, das er mich um zwölf heute Nacht zum Flughafen bringen müsste, da ich angeblich meine Großmutter abholen sollte.

Ramallos Mund stand offen. Aber er nickte. Ich lief nach oben und packte die wichtigsten Sachen zusammen. Darunter war mein Handy, mein Tagebuch und ein paar Bilder von mir, León, Fran und Cami. Ich steckte sie in meine Handtasche. Mein Zimmer hinterließ ich so wie immer wenn ich ins Studio ging. Es wäre nämlich sehr unlogisch, wenn ich einen Koffer voller Klamotten mit zum Flughafen nehmen würde. Ich dachte kurz nach und packte meine Kreditkarte ein.

Ich nahm dann die letzten Stunden meine Gitarre und sang En mi mundo. Um Mitternacht ging ich nach unten. 'Bist du bereit?', fragte mich Ramallo. Ich nickte und so gingen wir zum Auto. Während der Fahrt mit dem Auto schlief ich fast ein. 'Wir sind da!', sagte Ramallo. 'Wann kommt denn ihr Flug?' Ich sah ihn traurig an. 'Um halb eins. Bis gleich.' Ich ging hinein. Gerade wurde mein Flug aufgerufen und begab mich zum Check-in. Ich machte mich zum Flug bereit. Ich nahm mein Handy und schrieb meinem Papa:

Du hast mir keine Wahl gelassen... Ich habe meine Sachen gepackt und werde jetzt zu Angie fliegen. Ich hoffe ich werde dich und das Studio nie wiedersehen. Ich beide habt mein Leben zerstört, und Papa, ich hoffe, ich zerstöre gerade DEIN Leben, damit du merkst wie es sich anfühlt wenn man das wichtigste in seinem Leben verliert.
Violetta Castillo, demnächst Carrara

Danach stieg ich ins Flugzeug. Kaum das ich saß, piepte mein Handy. Eine Nachricht von Papa. Er schrieb:

Violetta,
bleib wo du bist. Ich komme zu dir. Du wirst nicht nach Deutschland fliegen.
Papa

Ich schaltete mein Handy aus und wartete auf den Start.

Singen ist das was mich ausmacht ✔Lies diese Geschichte KOSTENLOS!