17 ~ Violetta

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Wir liefen durch das Studio. Der erste Raum war das Zimmer von Pablo. Ich riss ohne zu klopfen die Tür auf. Pablo sah erschrocken von seinem Aktenstapel auf. 'Was ist denn los? Violetta, hast du etwa geweint?' Ich schrie enttäuscht auf, weil Angie hier nicht war und stürmte weiter. Ich hörte noch wie León fragte, ob Pablo weiß wo Angie ist, aber Pablos Antwort hörte ich nicht.

Ich flitzte in den Musikraum, aber auch hier keine Angie. Ich drehte mich um und stieß fast mit Maxi zusammen, doch ich beachtete ihn nicht und lief weiter zum Tanzraum. Gregorio unterhielt sich dort gerade mit Napo, Ludmila und Naty. Ich verschwand bevor mich Ludmila erblicken konnte. Da fiel mir ein das ich noch gar nicht im Lehrerzimmer war. Ich rannte los, ohne auf meine Mitschüler zu achten.

León hatte ich inzwischen abgegangen und somit stürmte ich mal wieder ohne anzuklopfen in den Raum. Ich schrie wieder, dieses Mal vor kurzer Freude, weil ich Angie endlich gefunden hatte. Ich fiel ihr traurig um den Hals und fing wieder an zu schluchtzen. 'Hey, Vilu, was ist denn los? Warum bist du denn so aufgelöst?' Ich versuchte meine Atmung zu normalisieren, aber ich schaffte es nicht. 'Wir haben Sie gesucht, Angie. Violetta hat eine Nachricht von ihrem Papa bekommen. Es geht um Maria... Sie.... liegt im Krankenhaus.... Ob sie über lebt ist..... noch nicht sicher.' Ich löste mich von Angie und drehte mich um. León ist mir die ganze Zeit gefolgt und ich dachte, ich hätte ihn abgehangen.

'Was?', fragte Angie kaum hörbar. 'Das kann nicht sein. Wir haben vor einer halben Stunde noch telefoniert.' Ich wandte mich wieder an Angie. 'Komm wir müssen ins Krankenhaus Angie!' Angie hatte Tränen in den Augen, aber sie nickte. Ich drehte mich wieder zu León. 'Danke, das werde ich dir nie vergessen!', sagte ich ihm und umarmte ihn kurz, dann verließ ich mit Angie das Studio. Wir riefen uns ein Taxi, da Angie in diesem Zustand kein Auto fahren konnte.

In wenigen Minuten kam das Taxi. Angie war die ganze Zeit mit sich selbst beschäftigt, also sagte ich ihm er solle doch bitte schnell ins Zentralhospital fahren, es wäre ein Notfall. Ich schätze der Taxifahrer dachte, es ginge hier um Angie, weil sie wirklich ein bisschen benommen aussah, und trat deshalb richtig aufs Gas. Wäre Angie gefahren hätten wir 30 Minuten gebraucht mit dem Taxi nur 10. Ich bezahlte das Taxi von meinem Taschengeld und schon Angie aus dem Wagen. Nebeneinander liefen wir ins Krankenhaus. 'Angie? Ich habe Angst... Was ist wenn sie stirbt?' Angie wurde noch blasser als sie eh schon war. 'Das kann, darf und wird nicht passieren, Vilu. Glaube mir.' Ich sah sie an und sagte dann: 'Te creo!' Verwirrt sah Angie mir in die Augen. 'Wie bitte?' Ich musste selbst ein bisschen lachen. 'Te creo, das bedeutet Ich glaube dir. Das ist eins von Mamas Liedern. Sie hat es immer gesungen wenn ich mich mit Papa gestritten hatte.' Angie lächelte schwach. 'Ja, sie hat für mich früher auch gesungen. Deine Großmama hat sie dann mal gefragt, warum sie singt und sie sagte darauf hin: "Weil singen das ist was mich ausmacht" und deine Großmama hat niewieder gefragt.' Ich musste lächeln.

Als wir die Notaufnahme betraten kam Papa schon auf uns zu gerannt. 'Maria wurde gerade wiederbelebt!'

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