5. Dezember - Percival x Credence

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Hallo zusammen,
ein bisschen Erotik gefällig? Gut, denn das Folgende wird heiß und das nicht nur wegen des Wüstensandes, in dem es spielt ;) Die Prompt-Themen haben ja schon bereits danach verlangt.


Prompt: 1001 Nacht, Praise Kink, Coming Untouched
Setting: 1001 Nacht // Credence ist ein Prinz in einem fernen Land, Percival sein Leibwächter
Warnungen: sexuelle Handlungen
Allgemeine Stimmung: romantisch, erotisch

In diesem Sinne: Alles Gute zum Geburtstag, PercivalGravesGirl ;)
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Er war so schön, dass man den Blick abwenden musste, um von seinem Strahlen nicht zu erblinden: Ebenmäßige Züge, geschwungene Lippen, gemeißelte Wangenknochen. Seine Haut hatte die Farbe von Elfenbein und seine Augen glänzten wie schwarze Opale. Langes schwarzes Haar, das in einer kunstvollen Frisur hochgesteckt worden war, lag unter seiner Krone. Unter den dünnen, edlen Stoffbahnen, die seinen Körper umhüllten, konnte man die schlanken Glieder und die zierliche Statur erahnen, die so leicht wirkte, als könnte ein Windhauch den Körper ergreifen und mit sich tragen, wenn es den Göttern gefiel.
Credence hieß das göttliche Geschöpf. Er war der Prinz dieses Landes und Percival, der es sich durch harte Arbeit verdient hatte, war einer seiner Leibwächter. Täglich beobachtete er den Prinzen bei seinen anmutigen Bewegungen, lauschte seiner sanften, beinahe feminin anmutenden Stimme, und tat doch so, als würde er nichts sehen und nichts hören.
Denn Credence war heilig. Ein Thronfolger, von den Göttern gesandt. Und da das Volk seine Götter achtete, galten feste Regeln für Credence und für den Hofstaat: Niemand sprach ihn an. Er selbst redete, wenn er in der Öffentlichkeit war, ausschließlich zu seinem Wesir, der seine Worte für ihn verkündete.
Es war verboten, ihn anzusehen. Peitschenhiebe waren die Strafe dafür, seinem Blick zu begegnen.
Wer ihn berührte (der größte Frevel von allen), hatte die Todesstrafe zu fürchten.
Es war Percivals Aufgabe, darauf zu achten, dass diese Regeln eingehalten wurden. Hielt sich jemand nicht daran, war Percival der erste, der den Täter der Palastwache übergab, auf dass sie die Strafe vollzog.
Percival war ein starker, loyaler Mann, der die Traditionen ehrte und dem Palast treu ergeben war. Er hielt sich an die Gesetze, die innerhalb und außerhalb des Palastes galten, und hinterfragte sie nicht.
Doch er war auch aufmerksam. Und so entging ihm weder Credences Schönheit, mit der die Götter ihn reichlich gesegnet hatten, noch die Einsamkeit, die in seinen Augen lag. Niemand berührte ihn. Niemand sah ihn an. Percival musste kein Hellseher sein, um zu ahnen, dass das dem Gemüt des jungen Prinzen nicht guttat.
Aber – und er musste ehrlich zu sich selbst sein – es war nicht nur Mitleid, was er empfand, wenn er bei ihm war. Die Schönheit des Prinzen und sein sanftes Gemüt hatten Percival schon vor langer Zeit eingenommen und würde darauf, ihn zu berühren, nicht die Todesstrafe liegen, so hätte er schon längst einen Versuch unternommen. Aber geköpft zu werden, konnte Percival nicht riskieren, so sehr es ihn auch danach verlangte, Credence näherzukommen. Er war nicht bereit, sein Leben für eine sekundenlange Berührung zu verlieren.
Und so schien es, als wäre er dazu verdammt, den jungen Prinzen für immer aus der Ferne zu betrachten, nah genug, um ihn zu berühren, doch nicht in der Lage, es tatsächlich zu tun.
Mehr als einmal nahm Percival sich vor, den Blick abzuwenden und sich eine angemessene Partnerin zu suchen. Ab und an überkam ihn gar der Wunsch, den weltlichen Genüssen vollkommen zu entsagen.
Doch als er bereits überlegte, ob es für sein eigenes Wohl nicht sicherer wäre, Eunuch zu werden (denn dann liefe er nicht Gefahr, etwas Unbedachtes zu tun), ergab sich eine Gelegenheit, die ihm erlaubte, seine nächsten Schritte noch einmal zu überdenken:
Ein Fanatiker stürmte eines Tages das Schloss, ein gottesfürchtiger Mann, der es mit der Passion deutlich übertrieb und dessen Furcht vor den Konsequenzen oder dem Zorn der Götter dahinter zurücklag. Er schaffte es, bis zum Thronsaal vorzudringen und sogar beinahe, an Percival vorbeizuspringen. Percival hatte hervorragende Reflexe und zerrte den Mann am Oberarm zurück, ehe er den Prinzen mit seinen schmutzigen Händen berühren konnte, doch seine Fingerspitzen streiften die Haut des jungen Mannes und sein Blick war unverhohlen starrend auf die weit aufgerissenen Augen Credences gerichtet. Percival schleuderte ihn in den Raum hinein, wo er unsanft auf dem Marmorboden landete und sofort von der Pallastwache hinausgezogen wurde.
Doch Credence hatte den Vorfall den ganzen Tag über nicht verwunden. Er wirkte schwach und kraftlos und entschuldigte sich dann am frühen Abend beim Hofstaat, um seine Gemächer aufzusuchen. Der Wesir und Percival folgten ihm durch den Palast. Als sie in dem Flügel angekommen waren, den der göttliche Prinz bewohnte, verabschiedete sich der Wesir und als sie schließlich die Tür zu dem Gemach erreichten, in dem Credence schlief, positionierte sich Percival wachsam davor, nachdem Credence hinein gegangen war.
Gegen Mitternacht würde seine Ablösung kommen. Aber Percival kam nicht umhin zu bemerken, wie früh es noch war. Für gewöhnlich pflegte der Prinz sich erst einige Stunden vor Mitternacht zu verabschieden. Sicher, der Tag musste ihn erschöpft haben. Er hatte betrübt gewirkt, als er in sein Zimmer verschwunden war. Percival fragte sich, ob er sich nun in den Schlaf weinte, alleingelassen von der Welt und vielleicht so bedürftig nach einer Berührung, dass er sie von jedem nehmen würde, selbst von einem Taugenichts wie dem vorhin...
Percival schluckte. Vielleicht stimmte es. Vielleicht würde er sie von jedem annehmen.
Nervös schaute er den Gang entlang. In diesen Teil des Palastes kam kaum jemand, wenn er keine dringlichen Angelegenheiten mit dem Prinzen zu schaffen hatte. An manchen Abenden, wenn Percival hier stand, sah er keine Menschenseele vorbeikommen – an anderen Tagen nur eine Dienerin mit frisch gewaschener Kleidung oder anderen unwichtigen Dingen.
Die Ablöse würde noch ein paar Stunden auf sich warten lassen. Wenn der Prinz selbst ihn nicht bezichtigte, wer würde ihm dahinterkommen, dass er von sich aus Credence aufgesucht und ihn aus freien Stücken angesprochen hatte?
Bevor er weiter darüber grübeln konnte, beschloss Percival, diese seltene Gelegenheit beim Schopf zu packen. Er öffnete die Tür zum Schlafgemach des Prinzen einen Spaltbreit, schlüpfte hindurch und schloss die Tür hinter sich.
Dann warf er einen prüfenden Blick durch den Raum. Percival war noch nie hier gewesen. Es war ihm nicht bestimmt. Nun sah er die vielen bodenlangen, glaslosen Fenster, die von dünnen Tüchern verhangen waren, und hörte das Plätschern des kleinen Brunnens in der Mitte des Raumes. Der schwere Duft süßer Blumen hing in der Luft.
Das Schlafgemach erstreckte sich einige Meter weit und hinter Sitzmöbeln, einem Schreibtisch und einem Regal voller Pergamentrollen sah er das große Bett, das gegen die Moskitos mit einem Baldachin verhangen war. Der Stoff war dünn genug, damit Percival sehen konnte, dass der junge Prinz sich darin bewegte. Das Geräusch seiner Sandalen, als er durch den Raum gegangen war, musste Credence überrascht haben.
Eilig senkte Percival den Blick, um den Prinzen nicht durch diesen weiteren Regelverstoß zu verunsichern.
"Percival?", hörte er Credence leise sagen und sah aus den Augenwinkeln, wie sich der Prinz aufsetzte. "Was ist passiert?" Aus seiner Stimme sprach wachsende Anspannung.
Percival erlaubte sich, näher zu treten. "Es ist alles gut, mein Prinz", versicherte er beruhigend und sank neben dem Bett auf ein Knie. Er senkte den Kopf. "Entschuldigt mein unerlaubtes Eintreten."
Percivals Herz schlug schneller. Was er gewagt hatte, konnte ihn umbringen. Und doch konnte er an nichts anderes denken als an die himmlische Versuchung, die da vor ihm halbbekleidet im Bett saß.
"Wenn nichts geschehen ist, wie Ihr sagt", sprach Credence nervös, "Wieso seid Ihr hier?"
"Ich sorge mich um Euch, Eure Majestät", antwortete Percival. Es war zumindest die halbe Wahrheit.
"Um mich?", fragte der Prinz verblüfft und dann hörte Percival ihn leise kichern. "Percival, Ihr seid zwar mein Leibwächter aber findet Ihr nicht, dass Ihr es ein wenig übertreibt? In diesen Gemächern ist mir noch nie etwas geschehen."
"Wie geht es euch?", fragte Percival, ohne darauf einzugehen und als Credence lange nicht antwortete, hob er zaghaft den Kopf und sah ihn an. "Nachdem dieser Fremde...", fuhr er fort.
Den Prinzen durchlief ein sichtbarer Schauder, der deutlich machte, wie wenig ihm dieses Thema behagte. "Ich bin müde", sagte er ausweichend. Sein Lächeln war ihm vergangen.
"Es ist ihm gelungen, Euch zu berühren, mein Prinz", stellte Percival ruhig fest. Er verbot sich jegliches besitzergreifende Knurren, obwohl er dem Mann vorhin am liebsten den Arm ausgerissen hätte. "Ihr müsst baden, damit seine Berührung nicht länger Eure göttliche Haut beschmutzt."
Unvermittelt legte sich Credence die Hand auf die Stelle, an der er zuvor berührt worden war. "Es ist nichts", behauptete er.
Percival runzelte die Stirn. "Er hat Euch entehrt, mein Prinz", stellte er fest, doch Credence winkte ab.
"Ihr übertreibt, Percival", sagte er leichtfertig.
Seine Reaktion führte nur dazu, dass Percival die Stirn in tiefere Falten zog. "In dieser Sache kann niemand übertreiben", erwiderte er, "Wer den Prinzen berührt, verspottet die Götter."
Auf seine Worte seufzte Credence und schüttelte sacht den Kopf. "Ich fühle mich nicht entehrt. Viel mehr..." Versonnen strich er sich über den Oberarm, wieder und wieder über die Stelle. "Es fühlte sich seltsam an", sinnierte er und sein Blick glitt in die Ferne, "Ungewollt und abstoßend aber auch... warm und es kribbelte."
Percival schwieg und ballte seine Hände zu Fäusten, weil seine Fingerspitzen ebenfalls zu kribbeln begonnen hatten. Wenn es war, wie er dachte, und der Prinz tatsächlich eine Berührung herbeisehnte, wer war er, sie ihm zu verweigern? Er würde ihn stundenlang berühren, wenn Credence es wünschte. Seine Gedanken verloren sich in verborgenen Sehnsüchten und als Credence ihn wieder ansah, waren ihm seine eigenen niederen Begierden unangenehm.
"Bin ich zu verachten, weil ich so denke?", hauchte Credence.
"Ihr?", fragte Percival mit kratziger Stimme und nicht in der Lage, den Blick von den leuchtenden Augen fortzureißen. "Niemals, Eure Hoheit", beteuerte er eilig. "Ihr seid so rein wie das Sternenlicht. Niemals würde ich mir anmaßen, Euch zu verachten."
Credence betrachtete ihn nachdenklich. "Ihr schaut mich immer mit diesem Blick an, als... wolltet Ihr nicht, dass irgendjemand mir zu nahekommt", sagte er langsam und mit bedauerndem Unterton. "Als würdet Ihr nicht erlauben, dass jemand mich berührt."
Percival straffte die Schultern. "Dafür wurde ich ausgebildet und angestellt, Eure Majestät", sagte er, um innere Stärke bemüht. Er war hierhergekommen, weil er den Prinzen sehen und mit ihm sprechen wollte. Vielleicht wollte er ihn sogar berühren. Aber wenn Credence solche Dinge sagte, wollte er mehr als das. Und das waren Gedanken, die er sich bisher nicht erlaubt hatte.
"Wieso wird mir verweigert, was alle anderen so frei bekommen?", fragte der Prinz unzufrieden. Er wirkte traurig.
Percival atmete tief durch und versuchte, auf die Frage eine angemessene Antwort zu geben. "Weil Menschen wie er es nicht verdient haben, die Haut zu berühren, die von den Göttern geschaffen wurde", sagte er ruhig und senkte den Blick ergeben, "Sie ist zu rein. Es würde sie beschmutzen. Der Preis wäre zu hoch."
"Würde Eure Hand mich ebenfalls beschmutzen?", fragte Credence leise und Percivals Herz schlug schneller in seiner Brust.
"Das ist keine passende Frage, Majestät", presste er zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor. Bei den Göttern, er musste sich zusammenreißen. Er atmete noch einmal tief durch und sammelte sich. Dann, weil er Credences Blick noch immer auf sich fühlte, hob er vorsichtig den Kopf wieder und sah dem Prinzen in die Augen. "Eine Berührung kann sich ungewollt und abstoßend anfühlen", erklärte er langsam, weil er Mitleid mit dem unwissenden Prinzen hatte, "Aber sie muss es nicht. Wenn es richtig ist, ist es ausschließlich angenehm."
"Zeigt Ihr es mir?", fragte Credence sehnsüchtig.
Percival zwang sich, den Blick wieder abzuwenden. "Mein Prinz, Ihr wisst nicht, was Ihr verlangt", sagte er.
"Ich verlange nur das, was alle anderen ohne zu zögern geben und nehmen", insistierte der Prinz.
Percival schwieg. Dann sagte er bedacht: "Es kann mich das Leben kosten, Euch zu berühren, Eure Majestät."
"Nur, wenn es jemand erfährt", erwiderte Credence ernst.
Percival biss sich auf die Zunge. Der Prinz war unerfahren aber er war nicht töricht. Er verstand die Regeln des Hofes. Dennoch... So einfach konnte Percival das Risiko nicht eingehen. Den Prinzen aus der Ferne zu betrachten, hatte ihm bisher immerhin nicht geschadet. Jetzt etwas zu wagen, barg ein großes Risiko, auch ohne, dass Credence es erzählte. "Mein Prinz, Ihr seid zu vollkommen, als dass es jemandem wie mir bestimmt sein darf, auch nur einen Finger an Euch zu legen", wagte er einen neuen Versuch, abzulehnen.
Seine Worte schienen Credence nicht zu überzeugen. Im Gegenteil, er rutschte näher an die Bettkannte heran und fragte: "Und wenn ich es befehle?"
"Auch Eure Befehle haben keine Macht gegen die Gesetze, die die Götter selbst aufgestellt haben, schöner Prinz", erwiderte Percival mit einem nachsichtigen Schmunzeln. So nah, wie Credence nun war, konnte er jede einzelne der dichten Wimpern sehen und jede kleine Vertiefung in den vollen, geschwungenen Lippen.
Auf seine Worte hin schmunzelte der Prinz sanft. "Ihr seid der Erste, der so nett zu mir spricht, Percival", sagte er und rutschte noch näher, sodass Percival zurückwich, um dem Prinzen Platz zu lassen, sollte dieser sich entschließen, aus dem Bett aufstehen zu wollen.
"Sicher ist der Wesir...", wandte er ein und senkte den Kopf, weil er über die plötzliche Nähe den Respekt nicht vergessen wollte.
"Er ist klug aber kalt", unterbrach Credence ihn leichthin, "Ihn interessiert nichts außer das Wohl der Kaufleute und die Opfergaben an das Orakel und die Tempel."
"Und die anderen Leibwächter...?", hob Percival an.
"Keiner von ihnen hat bisher mit mir gesprochen", unterbrach Credence ihn erneut. Aus den Augenwinkeln sah Percival, dass er die Seiten des Baldachins mit seinen schlanken, mit goldenen Ringen besetzten, Fingern auseinanderschob. Nun war sein Antlitz unverdeckt.
Nervös hielt Percival den Blick gesenkt. "Es ist uns nicht bestimmt, Euch anzusprechen, mein Prinz", sagte er.
"Und dennoch habt Ihr es getan", erinnerte Credence ihn leise und schob die Beine aus dem Bett. Dann, bevor Percival reagieren konnte, glitt er ganz aus den seidenen Stoffen des Bettes und hinab in Percivals Schoß. "Macht es noch einmal. Sagt mir, was Ihr in mir seht", verlangte er sehnsüchtig, während er die Arme um Percivals Nacken legte, um nicht von seinem Schoß zu rutschen.
"Eu-Eure Majestät...", stammelte Percival atemlos und zog eilig seine Hände dorthin, wo sie nicht Gefahr liefen, den Prinzen zu berühren. Ja, er wollte es. Aber das hier überstieg seine kühnsten Erwartungen und er wusste nicht, wie er darauf reagieren sollte. Der Körper des Prinzen, nur bedeckt von dünnen Stoffbahnen, die sich um seinen Körper wanden, saß warm auf ihm. Percival fühlte Credences Wärme an seiner Brust und bemerkte, dass er noch leichter war, als er aussah. Ätherisch wie eine heilige Erscheinung. Sprachlos starrte Percival den Prinzen an und vergaß einen Moment sogar, dass er ihm nicht in die Augen sehen durfte.
"Das ist ein Befehl, Percival", sagte Credence eindringlich, "Sprecht zu mir."
Krampfhaft versuchte Percival gleichzeitig, sich zu konzentrieren und die Reaktion seines Körpers zu unterbinden. "Ihr... Ihr seid ein Geschenk der Götter, Hoheit", murmelte er mit belegter Stimme.
Seine Worte schienen dem Prinzen zu gefallen. Er lächelte. "Und was noch?", fragte er und schmiegte sich an Percivals muskulöse Brust, die in einen dickeren, beständigeren Stoff gehüllt war.
Sein betörender Geruch, seine Wärme und seine Furchtlosigkeit vor der Nähe zu seinem Leibwächter gaben Percival neuen Mut.
"Wäre ich anmaßend genug und würde die Götter erzürnen wollen...", begann Percival langsam und vermied es noch immer tunlichst, den Blick des Prinzen zu erwidern, "...würde ich behaupten, dass Ihr als persönliches Geschenk in mein Leben gekommen seid, damit ich jeden Tag damit verbringen kann, Euch anzusehen und Euch zu dienen."
Seine Worte ließen Credence überwältigt aufseufzen. "Jetzt übertreibt Ihr erneut, Percival", tadelte er ihn sanft.
"Es ist die Wahrheit, mein Prinz", insistierte Percival und er wurde mutiger. Der Prinz wollte hören, was er empfand. Percival war es leid, seine Zuneigung zu verstecken. Er wollte sie dieses eine Mal in Worte fassen, wenn es Credence schon so sehr danach verlangte. "Euch gehört meine Loyalität und meine ewige Treue", sagte er ergeben, "Ich lege Euch mein ganzes Sein zu Füßen und bin trotz allem noch so vermessen, die Götter anzuflehen, dass Ihr mir mein armseliges Leben lasst, obwohl ich solche Worte spreche."
Als der Prinz darauf nichts antwortete, warf ihm Percival einen prüfenden Blick zu. Credence wirkte sprachlos und ein rosa Schleier hatte sich auf seine Wangen gelegt. "Ich sehe Euch an, dass Ihr noch mehr hören wollt", stellte Percival fest.
"Ich... Ich weiß nicht...", stammelte der Prinz und nun schien er überwältigt von dem, was er zuvor eingefordert hatte.
Seine Reaktion bestätigte Percival in seinem Tun. "Nun, da ich merke, wie gut es Euch gefällt, fürchte ich keine Strafe mehr", sagte er sanft, "Wie könnten die Götter es schändlich finden, wenn Ihr etwas so offensichtlich genießt?"
Der Prinz antwortete nicht darauf. Er wand sich unruhig in Percivals Schoß und wich seinem Blick aus, während seine Hände fahrig über Percivals Schultern strichen.
"So lasst mich über Euer Wesen sprechen, mein Prinz", fuhr Percival fort und er ahnte, dass es für jemanden, der solche Dinge sein ganzes Leben lang nicht erfahren hatte, geradezu überwältigend sein musste, eine Reihe wohlgemeinter Komplimente zu hören. Percival gedachte, das Erlebnis für den Prinzen besonders zu machen und ihn nicht mit den üblichen Floskeln der königlichen Gäste, die ihm ihre Aufwartung machten, zu bedenken. "Ihr seid sanftmütig und gut, gnädig und friedvoll", raunte er dem Prinzen zu, "Durch Euch sprechen die Götter, wenn sie wahre Liebe unter die Menschen bringen wollen."
"Percival, genug", stammelte Credence und schüttelte fahrig den Kopf. Sein Atem ging flacher und er war auf Percival zusammengesunken.
"Eure Stimme ist wie ein Honigtropfen auf einem Lotusblatt", sagte Percival mit samtener Stimme und beugte sich zu dem Ohr des Prinzen vor. Er bemerkte, dass Credence bei jedem Wort ein Schauer durchfuhr und gab sich Mühe, seine Stimme besonders angenehm klingen zu lassen.
"Würdet Ihr singen, würden alle Nachtigallen vor Scham verstummen, denn gegen Euch wären sie keine Konkurrenz", raunte er und bemerkte, dass sich eine feine Gänsehaut auf dem Nacken des Prinzen gebildet hatte. Er fuhr fort: "Eure Eleganz stellt die der geschicktesten Gazellen in den Schatten. Jeder Schritt, den Ihr auf die Erde setzt, gehört zu Eurer atemberaubenden Melodie, mit der Ihr Eure Umgebung verzaubert."
"Zu viel...", hauchte Credence bebend. Seine Hüfte zuckte und Percival biss sich auf die Innenseite seiner Wange, um sich zusammenzunehmen. Allmählich konnte er das, was er sah, nicht mehr leugnen. Der Prinz genoss seine süßen Worte viel zu sehr. Und wer war er, sie ihm zu verweigern?
"Eure Lippen sind wie Rosenblätter, die sich aneinanderschmiegen", fuhr Percival fort, "Sie tragen den Duft abertausender Blumen. Eure Haut ist weiß wie Milch und sicher ebenso köstlich."
"Percival, hört auf", flüsterte Credence flachatmend, doch er schmiegte sich näher an Percival, der sich noch immer nicht rührte. Er würde den Prinzen nicht berühren und drängte seine eigene Erregung so gut zurück, wie er konnte. Es wäre schändlich, wenn Credence seine Erektion fühlen würde.
"Ihr seid so gut zu dem Volk, so gut zu dem Hofstaat und zu mir. Eure Gnade ist so groß wie Euer Herz", schnurrte er ihm ins Ohr und Credence wimmerte. "Eure Erscheinung ist ein Fluch, denn es ist wahr, was man über Euch sagt: Wer Euch ansieht, wird blind ob Eurer Schönheit und Anmut", fuhr Percival leise fort und sog dann scharf die Luft ein, weil das Becken des Prinzen einen Moment allzu offensichtlich über seinen Schritt gerieben hatte. "Und auch ich kann mich Eurem Strahlen nicht erwehren, mein Prinz", fuhr Percival atemlos fort, "Verzeiht mir Unwürdigen, dass ich Euer Ohr mit niederen, egoistischen Wünschen quäle, doch sehne ich mich danach, Euch zu berühren, seit Eure Schönheit vollkommen erblüht ist."
Seine Worte wurden untermalt von Credences leisem Keuchen. Der Prinz rieb sich schneller an ihm und ein ums andere Mal durchlief ihn ein Zittern. Das Gesicht hielt er gesenkt, sodass Percival nur an den dunkelroten Ohrenspitzen erkennen konnte, wie rot Credence sein musste.
"Ich sehne mich nach Eurem Augenaufschlag, nach Euren geröteten Wangen, nach Eurem Atem, jeden Tag aufs Neue", hauchte Percival ehrfürchtig, "Ihr seid so gut zu mir. So vollkommen für die Menschheit. Euer Leben ist unser Segen und meine Freude. Könnte ich wählen, wie ich mich bei Euch bedanken darf, so würde ich tausend Küsse auf Eure weiße Haut setzen und Euch damit die Sinne berauschen." Und das war das Letzte, was es brauchte, damit der Prinz heftiger erschauderte als zuvor und ein unterdrücktes Stöhnen von sich gab. Dann wurde er schlaff an Percivals Brust. Seine flache Atmung beruhigte sich und das Zittern ebbte ab.
"Nun wisst Ihr, dass ich schlimmer bin als jeder Fremde, der in den Palast kommen und Euch belästigen kann", sagte Percival leise, "Ich habe meine Seele verwirkt, denn die Götter zürnen mir sicher wegen meiner uneinsichtigen Gier. Doch ich kann nicht von Euch lassen, mein Prinz. Zu kostbar seid Ihr für mich. Und wenn mein Leben oder meine Seele der Preis dafür sind, dann bin ich bereit, ihn zu zahlen."
Credence holte hörbar Luft, dann hob er den Kopf. "So viele große Worte", stellte er mit brüchiger Stimme fest. Schweißtropfen hatten sich auf seiner Stirn gebildet und sein Blick wirkte verklärt.
"Ihr habt es befohlen, mein Prinz", sagte Percival ergeben, "Ich gehorche jedem Eurer Befehle bis zum Ende."
Darauf antwortete Credence lange nichts.
Dann, als schien er sich zu erinnern, dass es unziemlich war, auf einem seiner Leibwächter zu sitzen, kam er schwach auf die Füße. Er schlug die Seiten seines Baldachins zurück und ließ sich auf dem Bett nieder. "Geht, Percival", sagte er, während die dünnen Vorhänge zusammenfielen und die Sicht auf ihn verdeckten.
Percival biss sich auf die Zunge, um keine unnötigen Fragen zu stellen. Er nickte. "Wie Ihr befehlt", sagte er, erhob sich und verließ das Schlafgemach.

~ Fortsetzung am 6.12. ;)

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