The Show must go on

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War das deren ernst? Ich starrte auf das Skript das mir mein Produzent für die nächste Sendung vorgelegt hatte. Die Sendung mit der ich meinen Endgültigen durchbruch schaffen würde. Eine eigene Show, direkt zur Hauptsendezeit, mit einem stark kontroversen Einleitungs Gag. Das würde mich für Wochen in die Medien bringen. Doch eigentlich wollte ich die Leute zum Nachdenken anregen und zum Lachen bringen. Dieser Gag war echt unter meinem Niveau. Und außerdem hatte ich nichts gegen Die. Auch wenn es gerade Mode war sich über Sie lustig zu machen. Ich suchte meinen Manger auf, doch dieser sagte nur, dass er für nichts verantwortlich ist und auch nichts dagenen tun kann, außer vielleicht, dass er nach dem Auftritt eine höhere Gage für mich fordern konnte und das alle Prognosen sagten, dass sich nach der Sendung die einschalt Quoten verdoppelten. Mehr Geld klang gut und so war ich erstmal zufrieden. Doch auf dem Heimweg sah ich, zum ersten mal auf Sie achtend, unzählige von ihnen. Sie bewegten sich zwischen den normalen und wurden von diesen meistens ignoriert. Doch in letzter Zeit hatte es angefangen wieder in Mode zu kommen sich über sie lustig zu machen und sie für alles schlechte Verantwortlich zu machen. Ich traf mich mit meinem besten Freund, er stand vor unserem Stammkaffee. Seit ein paar Wochen wollten die aber keinen von denen mehr reinlassen, also verdrückten wir uns in die Kneipe an der nächsten Straßenecke. Ich erzählte ihm von meinem Dilemma und er hörte mir ruhig zu. Dann sagte er bestimmt: "Lass dich nicht von deren Propaganda Apparat benutzen." Er hatte Recht. Würde ich diese Sendung machen, wäre ich ein Werkzeug um deren Meinung in die Köpfe der Menschen zu bringen. Ich erzählte es meiner Frau. Diese erklährte mich für Verrückt, solch eine Gelegenheit einfach ausschlagen zu wollen. Also fasste ich einen Plan: Nach der Show würde ich an eine Organisation spenden, die Denen hilft. Das würde mich wieder ins rechte Licht rücken. Damit hatte ich die Sache abgehakt.

So stand ich an dem entscheidenden Tag auf der Bühne. Mein Freund saß im Publikum und beobachtet mich. Ich hatte ihm nichts von meiner Entscheidung erzählt. Ich holte tief Luft und warf einen Blick auf meinen Text. Dann begann ich. Die Menge lachte. Mein Freund stand auf und verließ den Saal. Ich fuhr mit der Show fort. Nach dem alles vorbei war, stand ich im Backstageberreich, um mich herrum meine Frau, mein Produzent, der PR-Chef, der Chefautor und die Chefin der Putzkolone, die hinter meinem Rücken den Boden reinigte. Meine Frau gratulierte mir, der Autor beteuerte, dass die Idee allein von ihm stammte, die Putzfrau schrubbte weiter den Boden und mein Produzent erzählte stolz, dass er eine Vertrag für eine neue Show ausgehandelt hat, eine Solo Show, nur mit mir. Ich hatte es Geschafft. Ich hatte den Durchbruch geschafft. Doch bald zeigten sich die Schattenseiten. Die Image berreinigung Funktionierte nicht. Die erste Organisation an die Spenden wollte, wollte nichts mit mir zu tun haben und die zweite löste sich kurz nach der Überweisung, zusammen mit dem Geld, in Luft auf. Der Sender baute meine Komplette Show mit Witzen über Die auf, weil es gerade gut ankam. Auch von meinem Freund habe ich nie wieder etwas gehört. Er geht nicht mehr ans Telefon und als ich ihn zuhause aufsuchen wollte, fiel mir ein, dass ich gar nicht wusste wo das war und niemand konnte/wollte mir sagen wo er wohnt. Und so ging ich fast täglich zu unserem Stammkaffe und setzte mich hinein um zu warten ob er vielleicht mal wieder hier her kommt. Er tauchte nie wieder auf. Irgend wann hatte ich ihm vergessen und ging mit dem Team meiner Sendung abends was trinken. Und jede Woche stand ich auf der Bühne und ratterte das Skript herunter, ohne mir noch Gedanken übet den Inhalt zu machen. Because the Show must go on.

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