Chapter Six - der Anfang vom Ende

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Ich werde von dem seichten Leuchten meines Telefons in der Dunkelheit geweckt. Überrascht richte ich mich auf und erwische Jason dabei, wie er mein Handy schnell unter seine Decke schiebt. Er war gestern plötzlich aufgetaucht, als ich völlig durchgefroren von Caydens Maschine gestiegen bin. Ich hatte den ganzen Tag kaum an ihn gedacht und habe mich deshalb furchtbar gefühlt. Aber es tat einfach mal so gut einen Tag ohne unnötiges Drama zu verbringen.

„Was machst du da?", frage ich nun hellwach und stinkwütend.

„Es hat die ganze Zeit geblinkt. Das hat mich wahnsinnig gemacht. Ich wollte nur wissen, wer dir da die ganze Zeit schreibt.", verteidigt er sich, als würde ihm das irgendwie das Recht geben mich zu kontrollieren.

„Und wer war es?", frage ich scharf und durchbohre ihn im Schein des Mondlichts mit Blicken. Wie kann er es wagen meine Privatsphäre so schäbig zu missachten? Er hätte mich auch einfach fragen können.

„Zara, die dir Hundevideos geschickt hat."

„Ach sag bloß. Was genau hat dich dann dazu verleitet in meinem Handy herum zu stöbern?"

„Ich bin nicht derjenige, der sich mit fremden Menschen aufs Motorrad schwingt und in den Wald verschwindet für ein Schäferstündchen.", faucht er und fährt sich sichtlich genervt durchs Haar. Da brennt es also.

„Hast du den Verstand verloren?", frage ich ihn ernst. „Bist du jetzt ernsthaft eifersüchtig?" Ich muss meine Wut sehr zurückhalten. Immerhin bin ich nicht diejenige, die beizeiten die Party mit ihren Mädels etwas zu sehr genießt und dann mit fremden Männern eng umschlungen tanzt. Das wäre wohl Jasons Part, nicht meiner. Nicht selten habe ich online Party Videos der Jungs gefunden, in denen sich Jason angeregt mit leicht bekleideten Touristinnen unterhält oder eng umschlungen tanzt. Alles nur „Spaß", wenn man ihn darauf ansprach.

„Ich bin nicht eifersüchtig. Ich weiß, dass da was läuft, oder willst mir was anderes erzählen? Ich weiß nicht ob's dir auffällt Skyler, aber es ist seltsam und verrückt wie ihr hier lebt. Nichts ist normal daran sich das Bad mit einem völlig Fremden zu teilen, der wie ein Schneesturm in die Stadt kommt und die weibliche Bevölkerung mit sich reißt!", seine Stimme ist jetzt laut und ätzend. Ich habe nicht gewusst, dass er so über uns denkt. Über meine Familie. Über mich. Es trifft mich wie eine gut platzierte Ohrfeige.

„Du kennst ihn doch gar nicht.", erwidere ich atemlos. Warum nehme ich ihn überhaupt in Schutz? Ich kenne ihn ja selbst nicht einmal richtig.

„Du doch auch nicht! Und April auch nicht! Trotzdem ist sie mit ihm ins Bett gestiegen!", wirft er mir an den Kopf. April hat mit Cayden geschlafen? Nach nur zwei Tagen? Es wundert mich nicht wirklich, das über sie zu hören, aber obwohl ich Cayden kaum kenne, scheint er mir nicht der Typ dafür zu sein. Vielleicht habe ich mich da getäuscht. Wie so oft bisher.

„Was geht mich an was April tut?", fauche ich genervt.

„Es geht hier nicht um April sondern um dich!!! Seine Nummer ist in deinem Handy eingespeichert!"

Ist sie?

„Die vom Metzger auch, obwohl ich Vegetarier bin. Was sagt das schon aus?", schreie ich jetzt beinahe und bin kurz davor zu weinen. Ungerechtigkeit hat mich schon immer absolut wahnsinnig gemacht.

„Ich denke das mit uns macht so keinen Sinn mehr.", befindet er trocken und zieht sich ein T-Shirt über.

„Was?", frage ich völlig überrumpelt und er lächelt mich mitleidig an.

„Es ist wohl überdeutlich, dass ich dir als Unterhaltung nicht ausreiche. Und da ich niemand bin, der gern die zweite Geige spielt, werde ich besser gehen. Ich muss mich nicht belügen lassen." Nun schlüpft er auch in seine Jeans und Schuhe und steht vor meinem Bett.

Kiss me in the DarkWo Geschichten leben. Entdecke jetzt