5 ~ Violetta

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'Warum?', fragte ich zögerlich. Der Junge kratzte sich am Arm. 'Ich wollte mich wegen heute morgen entschuldigen. Ich habe mit Pablo geredet und er meine Ludmila macht dich schlecht und so wie es aussieht, stimmt es auch.'

Er streichte mir mit dem Daumen die Tränen aus dem Gesicht. 'Mein Name ist übrigens León.' Ich lächelte traurig. 'Ich bin Violetta, aber das habe ich dir ja schon heute morgen gesagt, und ich Weine nicht wegen Ludmila, sondern wegen...' Weiter kam ich nicht, da fing ich schon wieder an zu schluchzen.

León legte eine Hand auf meine Schulter und führte mich zu einer Bank, auf die wir uns setzten. 'Jetzt mal ganz ruhig Violetta. Was ist denn passiert?' Ich versuchte wieder normal Luft zu holen, was aber nicht sofort funktionierte.

'Ich bin heute mit Angie ein bisschen früher nach Hause gegangen, weil mich hier jeder scheiße behandelt hat und zuhause habe ich dann einen Streit zwischen meinen Eltern mitbekommen. Sie wollten Angie rauswerfen. Ich habe den beiden dann meine Meinung gesagt und bin abgehauen. Was soll ich denn jetzt machen?'

Ich stützte meine Arme auf meine Beine und legte meine Stirn in die Hände. 'Ich bin eine schreckliche Tochter. Wie konnte ich das meinen Eltern antun?' Ich fing wieder an zu schluchzen. León streichelte mich beruhigend über den Rücken.

'Ich kann mir gut vorstellen wie du dich fühlst. So habe ich mich vor zwei Monaten gefühlt.' Ich sah auf. 'Warum das?' León seufzte laut und zog seine Hand zurück. 'Ich Rede sehr ungern darüber, weil es ein Geheimnis ist. Ich habe bisher niemanden davon erzählt.'

Ich sah ihn mitfühlend an. 'Du musst es mir nicht erzählen, wenn du nicht willst.' León dachte nach. 'Ich will aber darüber reden. Meine Eltern haben sich vor zwei Monaten getrennt und da habe ich nur zufällig heraus gefunden das ich...' Jetzt wurde ich neugierig. 'Das du was?'

León wurde weiß um die Nase und drehte sich suchend um und lehnt sich zu mir. 'Da habe ich herausgefunden, das ich adoptiert bin', flüsterte er mir zu. 'Und das habe ich bisher niemanden erzählt.' Ich schluckte. Ich habe mit allem gerechnet, aber nicht das er adoptiert ist.

'Das tut mir leid. Ich wohne seit gestern hier und habe bisher nur Angie als Freundin und du wohnst hier dein ganzes Leben hier und hast bestimmt eine Menge Freunde.' Ich sah traurig zwei Mädchen vorbei laufen, die sich über einen Gregorio ärgerten.

'Das mit den Freunden ist etwas anderes. Die gehen davon aus, das ich reich bin. Aber wir können ja Freunde sein. Schließlich kennst du als einzige mein Geheimnis.' Ich musste lachen. 'Ja, das stimmt. Ich wäre gerne eine deiner Freundinnen. Aber ich glaube ich muss jetzt mal nach Hause. Meine Eltern und Angie machen sich bestimmt schon sorgen. Wir sehen uns morgen im Studio.'

Ich sprang auf und ging. Auf dem Heimweg schwirrten mir tausend Fragen durch den Kopf. Auf dem halben weg traf ich auf Angie. Sie sah mich nicht, da sie mit dem Rücken an einem Baum lehnte und ihren Kopf auf ihre Knie gelegt hatte, welche sie ganz nah an ihren Körper gezogen hatte.

'Hey, Angie. Was ist los?' Angie sah auf und umarmte mich, sodass ich mich wohl oder übel auf den Boden setzen musste. 'Ich habe mir solche Sorgen gemacht, Vilu.' Sie zog mich fester an sich. 'Tut mir leid, das wollte ich nicht.'

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