Mitternachtsaugen

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Mitternachtsaugen

und lila Regenmantel,

erinnerst du mich an Galaxien.

Wir teilen deinen Nebel-Atem

und Tränen glitzern nun mal wie Sterne.

Ein Blick, deine Arme und ich fühle.

Für einen Moment ist es egal,

dass der Sommer vorbei ist,

meine Lunge mit dem Überleben Blei frisst,

dass du so frei bist,

so viel freier als ich.

Du bist weit, ewig,

aber ich glaube, du bist Einsamkeit.

Ich verliere mich in deinen Armen,

in den Falten deines Mantels,

bin winzig, kein Stern, aber ein Staubkorn,

das Sterne schafft.

Und nur kurz ist es egal,

dass der Sommer vorbei ist,

meine Lunge mit jedem Atemzug Blei frisst,

dass du so frei bist,

so ganz anders als ich.

Denn die Sonne scheint auch im Herbst

und hält mich warm

und Blei glänzt zwar nicht so schön wie Silber,

aber diese Rüstung macht mich dennoch kugelsicher.

Doch deine Freiheit,

mit der weiß ich nicht umzugehen.

Ich kann wegsehen,

doch du schleichst dich ins Bild,

wie ungestüm, wie rücksichtslos, wie wild,

wie anders als ich,

wie Wind weht, wie Weite wogt, ewig.

Manchmal denke ich, ich sei ganz gern allein.

Dann Einsamkeit, Mitternachtsaugen, die Galaxie.

Verliere ich mich in einem,

verliere ich mich in allen.

Vielleicht bin ich nur das:

Verloren.

Verlieben, Vergeben, Verlassen. Erinnern. - PoesieWo Geschichten leben. Entdecke jetzt