Die Schule über war mir einfach nur langweilig. Connor und ich unterhielten uns fast die ganze Zeit und in den Pausen redete ich mit Isa und Viv, doch meine Laune war immer noch nicht gut, da Jordan mich ja quasi sitzen gelassen hatte.

Immer wenn das Wort Jordan, Geburtstag oder etwas ähnliches gesagt wurde, senkte sich meine Stimmung immer wieder. Gerade hatte die Klingel zum Schulschluss geläutet. Seufzend stand ich auf und packte mein Schulzeugs zusammen.

John tat es mir nach und beobachtete mich dabei. "Du bist ziemlich genervt. Nur wegen Jordan?", fragte er plötzlich und ich sah zu ihm runter.

"Er hätte wenigstens mal 'Alles Gute' sagen können. Ich hab' ihm doch erst Vorgestern gesagt, dass ich heute achtzehn werde. Er hat mich heute einfach nur total enttäuscht", murmelte ich niedergeschlagen und zog den Reißverschluss meines Rucksacks zu.

John nickte und Sam kam zu uns. "Lass dich nicht unterkriegen, Patty. Er hat sich abholen lassen, vielleicht ging es ihm wirklich sehr schlecht und er hat sich deshalb nicht gemeldet", munterte Sam mich auf, der das Gespräch anscheinend mitgehört hatte.

Ich nickte und verabschiedete mich von meinen Freunden, bevor ich mich auf den Weg nach Hause machte. Ich nahm einen Umweg, um nicht an meiner alten Schule vorbei zu kommen, denn ich hatte keinen Bock auf noch mehr Ignoranz und hasserfüllte Blicke.

Ich brauchte ganze zehn Minuten länger, doch bevor ich das Treppenhaus betreten konnte, sah ich meine Mom. Hatte sie sich frei genommen? Eigentlich hatte sie jetzt Unterricht, soweit ich wusste. Aber stattdessen stand sie auf der Schwelle, grinste mich fröhlich an und nahm gut gelaunt meinen Ranzen ab.

"Hallo, Schatz. Wie war die Schule? Haben dir viele Leute gratuliert? Ach, es ist so toll, dass du jetzt volljährig bist! Ich freu mich so!", trällerte sie und legte die Schultasche in den Flur. Doch dann nahm sie meine Hand und zog mich wieder aus dem Haus, bevor ich irgendwas sagen konnte.

Während sie mich fröhlich zum Auto zerrte, wurde ich langsam genervt. "Mom, was machst du? Wohin gehen wir?", fragte ich, als sie mich in den silbernen Mercedes schob.

"Eine Überraschung, mein Schatz, eine Überraschung!"

Ich schnallte mich widerwillig an. "Und wann bekomm ich was zu Essen?"

"Wenn du da bist", lächelte meine Mom, gab mir einen Kuss auf die Wange und startete den Motor. Sie grinste die ganze Zeit fröhlich vor sich hin. Was war nur los mit ihr? War irgendwas tolles passiert?

Oh Gott! Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen!

Ungläubig drehte ich meinen Kopf zu meiner Mom. "Mom, bist du betrunken?", fragte ich und sie sah mich verwirrt an. "Was? Nein, nicht doch, mein Schatz! Wie könnte ich an deinem Geburtstag trinken?"

Erleichtert sank ich wieder in meinen Sitz. Aber dieser war nicht hab so bequem wie der in Jordans Corvette. Ich seufzte und sah aus dem Fenster. Wir waren mittlerweile auf dem Land, eine unbefahrene Staße, mitten im grün der Natur.

"Mom, wo fährst du hin? Und wann sind wir da?", fragte ich nach einiger Zeit.

"Schatz, ich darf es dir, und kann es dir nicht sagen. Aber keine Sorge, keine fünf Minuten mehr, dann musst du mich nicht mehr ertragen", meinte sie und lachte ein glückliches Lachen, das ich nicht verstehen konnte. Mir ging das hier alles auf die Nerven, ich hatte Hunger, ich wollte Jordan zusammenscheißen und ich wollte zu Elina.

Meine Mom drosselte langsam das Tempo und rollte auf einen geschotterten Platz vollkommen leer gefegt war.

Mary stellte den Motor aus und stieg aus. "Mom, was willst du hier? Können wir bitte weiter fahren?", bat ich und machte keine Anstalten, aus zusteigen.

"Schatz, komm doch mal raus und vertret dir die Füße. Die Luft hier ist toll! So frisch und natürlich", begann meine Mom zu schwärmen. Seufzend stieg ich aus und drückte die Tür des Mercedes' zu. Ich musste meiner Ma in einem Punkt Recht geben. Die Luft war herrlich frisch und angenehm.

Ich saugte die Luft tief in mich auf und schloss die Augen. Plötzlich legte sich Stoff auf mein Gesicht. Verwirrt wollte ich die Augen öffnen, doch ein dunkler Stoff verwehrte mir die Sicht. "Hey, Ma! Mach den Stoff weg! Das ist nicht lustig", fauchte ich und wollte den Stoff weg zerren, doch meine Arme wurden von zwei großen warmen Händen zurück gehalten.

"Mein Schatz, ich will dich überraschen. Du darfst nicht sehen, wo ihr hin geht. Und jetzt sei ruhig! Viel Spaß!"

Ich schnaubte und ließ die Hände sinken. Dann wurde ich von einer Person voran geschoben, sanft, aber so, dass ich merkte, wohin ich musste. Ich nahm an, meine Mom würde mich zurück zu unserem Auto bringen, doch wir schlugen eine andere Richtung ein, mein Gehör verschärfte sich langsam und ich nahm alles viel intensiver wahr.

Ich hörte die Schritte auf dem Kies und dass eine Autotür geöffnet wurde. ich wurde leicht nach unten gedrückt und ich hatte das Gefühl, jemand wollte mich auf den Boden setzten, doch dann fühlte ich Leder unter meinen Beinen.

Ich saß also wieder in einem Auto. Es war zwar nicht Moms Mercedes, aber mir war das Auto bekannt. Die Tür wurde geräuschvoll zugeworfen und es war plötzlich still. Dann öffnete sich wieder die Autotür, aber die andere und jemand stieg ein. Das Gefährt wackelte leicht und sank etwas tiefer, als sich die Person setzte.

Sie beugte sich über mich und ich hatte das irr witzige Bedürfnis nach mehr Körper. Ich schüttelte den Kopf und ließ mich anschnallen. Dann hörte ich ein weiteres Klicken, bevor der Motor vibrierte und das Auto aufheulend los fuhr.

Es holperte leicht, doch nicht so unangenehm.

Die Zeit verstrich und ich schwieg. Die andere Person neben mir hatte ebenfalls nicht vor zu sprechen, deshalb ließ ich mich weiter in den Sessel zurück sinken und fing an, zu dösen. Die Zeit verstrich und ich wurde müder und müder.

Ich bekam es fast nicht mit, dass das Auto angehalten hatte. Doch als ich es realisierte, richtete ich mich auf und ließ meine Hand nach der Schnalle tasten. Ich fand sie und löste den Gurt. Ein Klicken bestätigte mir, dass wir am Ziel angekommen waren. Die Tür ging auf und schloss sich, bevor sie sich neben mir öffnete.

Die Hand half mir aus dem Auto, was sich als echte Herausforderung herausstellte, und ich wollte gerade die Augenbinde wegnehmen, als sich die warme Hand auf meine legte. Mit Nachdruck nahm sie sie wieder weg und ich ließ seufzten die Arme sinken.

Ich befand mich im Freien, soweit ich es beurteilen konnte. Vögel und Insekten ertönten von überall. Ein leichter Wind fuhr durch meine Kleidung und ließ mich mit einer Gänsehaut zurück. Ich zog meine Jacke enger um mich. Es war kalt.

Plötzlich legte sich eine schwere Jacke um meine Schultern. "Danke", murmelte ich etwas überrascht.

Die Person zog mich weiter und ich stolperte gegen eine Treppenstufe. Ich wurde aufgefangen und stellte mich aufrecht hin. Dann hörte ich Schlüsselklappern und eine Tür, die aufgeschlossen wurde. Sanft wurde ich in das, ich nehme an ein Haus, geschoben.

Sofort umfing mich Wärme. Es roch nach Harz und Holz. Kerzen nach Vanille vermischten sich mit dem Geruch nach freier Wildbahn.

Ich fühlte, wie jemand das Gewicht der Jacke von meinen Schultern nahm, ebenso meine eigentliche, und dann streifte ich mir die Vans von den Füßen. "Mom, darf ich jetzt die Augenbinde abnehmen?", fragte ich und hob die Hände.

Doch wieder ein mal stoppten mich die warmen Arme. Frustriert ließ ich die Arme wieder sinken und seufzte. Doch dann fühlte ich, wie der Stoff langsam geöffnet wurde und meine Augen wieder frei gegeben wurden.

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