Kapitel 111

6.5K 274 12
                                    

Nell's Sicht:

Das Wellness-'Wochenende' verschob ich auf Montag und Dienstag, weil ich ehrlichgesagt zu stur war, mich einfach wieder mit Mario zu vertragen und beim Spiel aufzutauchen. Mario war anscheinend genauso stur, denn er meldete sich überhaupt nicht. Am Montagmorgen machte ich mich soweit fertig und packte ein paar Sachen. Es war total komisch, allein in Mario's Wohnung zu sein. Deshalb war ich froh, als es an der Tür klingelte. Ich freute mich, Marco endlich zu sehen und riss freudig die Tür auf. Marco blickte mich mit einem unsicheren Grinsen an und kratzte sich am Hinterkopf. "Stimmt was nicht?" fragte ich ihn sofort. "Ähm naja... Ich bin jetzt nicht wirklich alleine hier." meinte er. Ich lachte und lief an ihm vorbei ins Treppenhaus. "Du hast ja bestimmt nicht den ganzen BVB hier angeschleppt, oder?" lachte ich. "Äh..." zögerte er nur. Marco halt. Unten angekommen öffnete ich die Tür. Marco war direkt hinter mir und verhinderte, dass die Tür zuknallte. "Es sind nicht alle da." sagte er unsicher, als wir beide den Mannschaftsbus des BVBs anstarrten. Ich warf ihm einen vielsagenden Blick zu. "Wirklich Marco?" Er grinste mich nur an. "Ich hab Kloppo gefragt, ob ich frei bekomme, aber er hielt das ganze für eine gute Idee, weil es ja bei uns in der Bundesliga momentan hakt. Es war ein freiwilliger Ausflug und..." begann er mit einem Redeschwall, doch ich unterbrach ihn mit einer Handbewegung. "Marco, ist okay. Verdirb jetzt nicht die Laune." Er hob die Augenbrauen. "Apropos Laune. Was ist schon wieder los bei dir und Mario?" wollte er sofort wissen. Ich wollte darüber jetzt aber nicht reden. Deshalb lief ich mit einem genervten Stöhnen zum Bus. Ohne Marco zu beachten, stieg ich die Stufen hoch, begrüßte den Fahrer und ging dann durch den Mittelgang. Die meisten kannte ich ja schon und da Kevin für die beiden Länderspiele nicht im A-Nationalmannschaftskader war, war er ja hier auch dabei. Allerdings kam ich trotzdem nicht drumherum, mich neben Marco setzen zu müssen. Bekam er eigentlich sein Grinsen nie aus dem Gesicht? Ich versuchte wirklich, ihn zu ignorieren, aber sein Grinsen machte mich echt hysterisch. "Marco, du bist voll der Psycho." jammerte ich. Marco lachte. Dann seufzte er lange. "Du weißt noch, was letztes Mal passiert ist, als du und Mario getrennt wart?" erinnerte er mich. Ich warf ihm einen schockierten Blick zu. "Du Idiot hast mich damals geküsst und Mario hätte es beinahe gesehen." raunte ich ihm als Bestätigung zu. Marco legte lachend seine Hand auf meinen Oberschenkel. Ich wusste, was jetzt kam. "Wag es ja nicht!" drohte ich, als er die andere Hand an meine Taille legte, damit ich nicht abhauen konnte. Ich stemmte meine Hände gegen seine Brust und drehte den Kopf weg, doch Marco hatte eindeutig mehr Kraft und so war es für ihn einfache Arbeit, mich zumindest am Hals zu erwischen. Er knutschte meinen Hals ab. Im Gegensatz zu Mario wusste er natürlich nicht, wo meine Schwachstelle war, aber das wäre bei Marco ja auch nicht zum Problem geworden. Ich musste mir das Lachen verkneifen und spürte, dass Marco selbst auch vor sich hin grinste. "Marco, hör jetzt auf damit, das ist voll peinlich!" meckerte ich. "Mm mm." verneinte er und saugte weiter an meiner Haut, sodass es beinahe wehtat. "Marco!" drohte ich und schlug ihm auf den Hinterkopf. Bevor er nun endlich von mir abließ, knabberte er vorsichtig an meiner Haut. "Aua!" gab ich von mir und rieb mir den Hals, wobei ich auch noch Marco's Sabber zu spüren bekam. Er lehnte sich lachend zurück. "Erklär Mario mal den Knutschfleck." meinte er triumphierend. "Was?!" erwiderte ich geschockt und schnappte Auba, der vor uns neben Kevin saß, sein Handy aus der Hand. Mit dessen Innenkamera prüfte ich Marco's Aussage. Dieser kriegte sich kaum noch ein und lachte Tränen. "Hey, what's going on with you guys?" meinte Auba von vorne. "With this on her skin, she can make Mario jealous." lachte Marco und deutete auf den vermeindlichen Knutschfleck. "Ich will Mario aber nicht eifersüchtig machen!" mischte ich mich ein und versuchte, Marco zu schlagen. Auba nahm sich sein Handy wieder, bevor schlimmeres passieren konnte, wobei seine Mundwinkel belustigt nach oben zuckten. Kevin war wohl etwas müde, denn er schlief selig. Marco hielt meine Handgelenke fest. "Hey Maus, komm, nicht so wild." wollte er mich beruhigen, lachte aber trotzdem weiter. Deshalb trat ich ihn mit dem Fuß. "Au! Mensch, seit wann hast du denn so Feuer?" wunderte er sich. Ich streckte nur die Zunge heraus und verzog mich zu Kloppo persönlich. "Wussten Sie schon, dass Marco ein Arsch ist?" sagte ich direkt. Er sah auf mich hinab. "Was hat der Arsch wieder angestellt?" fragte er. Ich drehte mich zur Seite und präsentierte ihm den wunderschönen Knutschfleck. "Marco ist einfach unsozial. Hat er dich geärgert, weil der Mario dir den verpasst hat?" bohrte er nach. "Nein, nein. Er war das!" erklärte ich verärgert. Kloppo lachte nun ebenfalls. "Sie sollten mich jetzt eigentlich unterstützen!" meckerte ich. Sofort wurde er still. "Oh, äh, natürlich." meinte er ernst und drehte sich auf dem Sitz um. "Reus! 10 Extra-Runden für dein Verhalten!" brüllte er durch den Bus. "Och nö!" rief Marco zurück. Ich schielte am Sitz vorbei nach hinten. Marco tat es mir nach und starrte mich böse an. "Hast du dich gleich ausgeheult." meinte er kopfschüttelnd. Ich zuckte nur grinsend mit den Schultern. Kloppo stieß mir leicht in die Seite, worauf ich mich wieder aufrecht hinsetzte. "Nur so als kleiner Tipp: Von den 10 Runden verschwindet der Knutschfleck auch nicht." flüsterte mir Kloppo zu. Ich verdrehte nur die Augen. Ich war doch nicht von Mario abhängig! Ich kam auch ganz einfach ohne ihn klar. Okay, zugegeben: Ich musste mir schwer eingestehen, dass Mario mein Leben sowas von bereichert hatte und ich ihn nun schrecklich vermisste. Hoffentlich beruhte das auf Gegenseitigkeit. Wir kamen irgendwann an diesem Wellness-Hotel an. Es lag in Österreich und man musste zuerst mit den Imster-Bergbahnen, bestehend aus einem Sessellift, nach oben fahren. Es war wunderschön, und doch erinnerte es mich sofort an mein Wiedersehen mit Mario im Winter. Mir fiel auf, dass ich noch nicht den kleinsten Moment mit Mario vergessen hatte. Ich raufte mir selbst die Haare, weil ich nun einfach mal abschalten wollte. Oben angekommen stand ich erstmal am Abgrund und atmete die Bergluft ein. Plötzlich schlangen sich zwei Arme um mich. Wie ich erkannte war es Marco, der nun so tat, als würde er mich mit Schwung den Abhang hinab stoßen. Natürlich hielt er mich in Wirklichkeit fest. Trotzdem kreischte ich kurz auf und krallte mich an ihm fest. "Wir müssen einchecken du Tagträumerin." lachte Marco dann und schleppte mich in dieses Hotel. Die Tage waren wirklich lustig und wir hatten alle viel Spaß und konnten trotzdem abschalten. Am Dienstagnachmittag starteten wir - genau genommen Marco, Ciro (Immobile), Auba, Lukasz (Piszceck), Kevin und ich - ein Verwöhnprogramm, angefangen mit Sauna, Massage und so weiter. Nun lagen wir entspannt auf den Liegen vor dem Pool. Ich mit Gesichtsmaske, aber dazu hatten sich die Jungs leider nicht überreden lassen. Wir starrten auf den Fernseher an der Wand, wo glücklicherweise das Spiel übertragen wurde. Ich sah die Jungs, meine Jungs. Ich wusste auf die Minute genau, was sie taten und wäre froh gewesen, jetzt die ganzen Scherze zu hören und Mario viel Glück wünschen zu dürfen. Als Mario auf dem Bildschirm erschien, setzte ich mich auf und studierte seinen Gesichtsausdruck. Viel war darin allerdings nicht zu lesen. Der Kommentator redete jetzt von mir, beziehungsweise meiner fehlenden Anwesenheit. Marco blickte mich von der Seite an, aber ich ignorierte ihn gekonnt. Bis zur Halbzeit passierte nicht viel. In der Pause bemerkte ich dann, wie meine Gesichtsmaske schon langsam anfing zu jucken, also ging ich zum Damen-Waschraum, um mein Gesicht zu säubern. Es war, bis auf das Rauschen des Wasserhahns, totenstill. Ich bückte mich und wusch das Zeug ab. Als ich mich wieder aufrichtete, starrte ich in den Spiegel. Besser gesagt auf die Person hinter mir. Nein. Ich war mit dem halben BVB in Österreich und er war trotzdem hier. Er lief mit bedächtigen Schritten um mich herum. "Ich liebe es, wenn du so dumm aus der Wäsche guckst." lachte er hämisch. "Vor allem aber liebe ich es, wenn du deinen Freund nicht ständig bei dir hast. Habt ihr euch gestritten?" fuhr er fort. "Das geht dich nichts an." zischte ich. "Schätzchen, du weißt doch, dass ich es nicht mag, wenn du dich mir wiedersetzt. Also?" wiederholte er. Ich warf ihm einen tötenden Blick zu, aber bei jemandem wie ihm, half das ja nichts. "Wenn du einmal bekommen würdest, was du willst, würdest du mich und alle anderen endlich in Ruhe lassen?" fragte ich. Ich wusste nicht, wieso ich soetwas in Erwägung zog, aber vielleicht hielt es ihn davon ab, mir jetzt näher zu kommen. "Sehr aufopfernd von dir, dass du deinen Körper für deine Liebsten hergeben würdest, aber weißt du was: Dann wäre es ja für mich stinklangweilig! Ich will Rache und ich werde das so lange durchziehen, bis du daran kaputt gehst." knurrte er. "Wirst du nicht, du *****(denkt euch was schönes aus)!" erklang plötzlich Marco's Stimme hinter Schiebler. "Ach, den Schlägerfreund gibt's auch noch! Die Platzwunde vergesse ich dir nicht, Freundchen." meinte Schiebler. "Ich würde mal sagen, du verschwindest jetzt, Freundchen. Wie du nämlich schon richtig erkannt hast, bin ich der Schlägerfreund und ich hatte noch nie so viel Lust, einem Typen so die Fresse zu polieren wie dir." gab Marco zurück. "Kannst du gerne haben." antwortete Schiebler und ging auf Marco zu. "Marco bitte, das bringt nichts." mischte ich mich ein. Marco antwortete, ohne mich anzusehen. "Letztes Mal ist er auch abgehauen, als er Prügel kassiert hat und das auf dem Friedhof hat mir als Grund gereicht, den fertig zu machen." Bevor ich ihn weiter davon abhalten konnte, hatte er bereits zugeschlagen. Er hatte sein Ziel zwar getroffen, Schiebler's Unterlippe war aufgesprungen, aber dieser ließ sich davon nicht beeinträchtigen und schlug umgehend zurück. Marco blutete nun aus der Nase und musste sich kurz sammeln, wo Schiebler bereits mit dem Knie nachtrat, welches er in Marco's Bauch rammte. Marco stöhnte einmal vor Schmerz auf und krümmte sich. Mir reichte es jetzt. Ohne zu überlegen, ging ich dazwischen und stellte mich vor Marco, der noch irgendwas meinte von wegen 'Nein, tu das nicht', doch es war bereits zu spät. Statt Marco traft Schiebler's Faust mit voller Wucht mich. Und direkt darauf wurde auch alles schwarz...
PEACE LEUTE! IST EUCH SCHONMAL AUFGEFALLEN, DASS ICH MICH ZIEMLICH OFT ENTSCHULDIGE? ENTSCHULDIGUNG!!! SO LANGE KEIN UPDATE UND DANN WIEDER SO EIN DUMMES KAPITEL. ES TUT MIR JA SELBST WEH, ABER ICH BRINGE HIER EINFACH NICHTS VERNÜNFTIGES ZU STANDE. VIELLEICHT GEFÄLLT ES EUCH JA TROTZDEM. DAS BILD IST ÜBRIGENS VON MIR SELBST IN IMST GEMACHT WORDEN, DAS HOTEL GIBT ES ALLERDINGS NICHT WIRKLICH.

Liebe stirbt nicht {Mario Götze u.A.}Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt