Kapitel 1

8.9K 268 33

„Was machst du heute noch so?“, wollte Leslie von mir wissen. „Elapsieren, was sonst…“, erwiderte ich. Seit der Graf besiegt worden ist, ist nun ein Jahr vergangen. Seither war ich jeden Nachmittag bei Cousine Sofa, die letzten Wochen leider ohne Gideon. Aus irgendeinem Grund wollte die Loge nicht mehr, dass wir die Nachmittage im Keller zusammen verbringen. Und unseren Chronographen mussten wir abgeben, da wir ihnen die Geschichte erzählen mussten, wie wir den Grafen entlarvten. Nun ist er gut versteck in der Loge untergebracht. Als wir auf den Schulhof traten, erwartete mich eine Überraschung. Da stand tatsächlich Gideon neben seinem Mini. „Na, dann geh ich mal“, sagte Leslie und ging. „Hi Gwenny“, sagte Gideon und gab mir einen Kuss. „Hi, was machst du denn hier?“ - „Na, dich in die Vergangenheit zu Cousine Sofa entführen, was sonst?“ Voller Vorfreude liess ich mich von Gideon in den Mini geleiten.

In der Loge ging es in den Chronographenraum. Ich spürte den Piks der Nadel in meinem Finger und dann landete ich wieder einmal unsanft in der Vergangenheit. Keine Sekunde später stand Gideon neben mir und machte das Licht an. „Wie hast du es geschafft, dass wir wieder gemeinsam elapsieren dürfen?“, wollte ich von ihm wissen. „Es benötigte einige Überzeugungsarbeit bei Falk, aber wie man sieht hat es geklappt“, beantwortete er mir meine Frage und küsste mich. Erst war der Kuss ganz sanft, doch mit der Zeit wurde er immer verlangender und ich wollte mehr. Viel mehr. Gideon schien es nicht anders zu gehen, dann er fragte mich: „Bist du bereit?“ - „Bereit wenn du es bist“, antwortete ich.

Ich muss wohl eingeschlafen sein, denn Gideon weckte mich sanft. „Beil dich, wir springen in drei Minuten zurück. Und du solltest unbedingt etwas mit deinen Haaren machen“, erinnerte er mich. Schnell schnappte ich mir meine Sachen, zog mich an und kämmte meine Haare. Keine zehn Sekunden später sprangen wir zurück. Im Chronographenraum erwartete uns Mr. George. „Guten Tag Mr. George“, grüsste ich ihn. „Tag Gwendolyn, Tag Gideon. Falk erwartet euch im Drachenraum“, informierte er uns. Was Falk wohl von uns wollte?

„Gideon, Gwendolyn“, empfing uns Falk fröhlich. Was ist denn mit ihm passiert? Erst lässt er mich gemeinsam mit Gideon elapsieren und nun ist er so fröhlich. „Es gibt eine neue Mission, es geht um Lucy und Paul“, teilte er uns mit. „Was ist mit Mam und Dad? Geht es ihnen gut? Ihnen ist wohl nichts passiert?“, wollte ich wissen. Gideon drückte meine Hand und sah Falk erwartungsvoll an. „Nein, keine Sorge“, erwiderte Falk, „wir glauben, dass wir einen Weg gefunden haben, wie wir sie in die Gegenwart zurückholen können.“ „Was wie soll das gehen?“, fragte Gideon erstaunt. „Na ja, es ist eigentlich ganz einfach“, erklärte Falk. „Ihr müsst mit Ihnen einfach in den Chronographenraum gehen, und wenn ihr zurückspringt, müssen sie sich an eurem Handgelenk festhalten und das wärs.“ „Was, so einfach? Und das soll eine Mission sein?“, fragte ich. „Nun ja, ja, oder wie willst du dem sonst sagen?“ Falk sah mich fragend an. „Das ist eher ein Auftrag, aber ist ja auch egal. Dann kann ich Mam und Dad ja öfter sehen. Wann ist es denn soweit?“, wollte ich aufgeregt wissen. Das wäre klasse, wenn ich sie öfter sehen könnte, dann würde ich sie auch besser kennenlernen können. „Morgen werdet ihr ihnen die Nachricht überbringen, so dass sie Zeit zum Packen haben und übermorgen werdet ihr mit ihnen in diese Zeit springen“, sagte Dr. White. Ich habe gar nicht bemerkt, wie er den Raum betrat. „Können wir nun gehen?“, wollte Gideon wissen, „Ich habe nämlich noch eine Überraschung für Gwendolyn.“ Was, Gideon hatte eine Überraschung für mich? Was wohl? „Na gut, ihr seid entlassen“, antwortete Falk gutmütig. Ich wunderte mich, weshalb er so gut drauf war.

„Du bist ja ganz aufgeregt“, neckte Gideon mich. Er hatte mir die Augen verbunden und ich sah nicht, wo hin die Fahrt mit dem Mini ging. „Soll ich wegen deiner Überraschung nicht aufgeregt sein? Und geht es noch lange? Wieso ist Falk eigentlich so gut drauf?“ - „Du musst dich noch etwas gedulden. Und was Falk angeht, er hat heute Abend ein Date mit Grace.“ - „Was, mit Mam, äh Grace? Du verarscht mich doch!“. Ungläubig sah ich Gideon an. „Du hast dich nicht verhört. Mit Grace. Das war auch der ausschlaggebende Punkt, weshalb wir gemeinsam elapsieren durften“, klärte Gideon mich auf, „so, wir sind da.“ Gideon half mir aus dem Mini und ging ein Stück mit mir, bevor er mir die Augenbinde abnahm. Als sich meine Augen an das Licht gewöhnt haben, staunte ich nicht schlecht.

Amethystenlila - Liebe Geht durch alle ZeitenLies diese Geschichte KOSTENLOS!