Leere

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Ich nehme nicht war wie meine Augen überlaufen, wie die Tränen über mein versteinertes Lächeln fliessen. Ich nehme nichts ausser dieser schwarzen Leere wahr die in meinem inneren herrscht, dort wo mein Herz schlug. Die Luft in meinen Lungen scheint nicht zu existieren.

Tränen fallen auf den Tisch, auf den Brief, auf meine Hände.

„Teddy!"
Aus der Stimme höre ich erstickte Tränen. Schritte stürmen herbei, jemand rüttelt an mir, schreit mir ins Gesicht. Ich hebe den Blick mit meinem versteinerten Lächeln und sehe in Augen die mich besorgt und ebenfalls mit Tränen anblinzeln.

„I'm so sorry Teddy."
Mechanisch stehe ich auf und schüttle die Arme ab. Durch die Tore stürmen Catina und Linus die geschockt aussehen. Als ich an ihnen vorbei laufe beachte ich sie nicht und laufe meinen Freunden entgegen die mich ansehen als ob ich gestorben wäre. Dabei bin nicht ich gestorben.

„Teddy? Was ist los?", Maple's Stimme zittert als sie auf mich zutritt.

Meine Stimme klingt hohl, aufgebraucht und gebrochen. Noch immer hängt das Lächeln in meinem Gesicht.

„Teddy? Was ist passiert?!"
Alarmiert sieht sie mich an. Doch ich starre nur in blau-grüne Augen als ich sage:"Meine Mutter ist tot."

Ich lasse ihnen keine Zeit zum antworten. Mein Kopf dröhnt, pocht und es scheint als würde er explodieren. Ich drehe mich zum Ausgang und renne los. Den Brief lasse ich fallen. Sie ist tot. Sie kommt nicht wieder.

Ich renne in den Wald doch schon bald peitscht mir ein Ast ins Gesicht, so das ich umfalle. Alle Kraft ist aus mir hinaus gepresst worden und weinend kugle ich mich im Dreck zusammen, betend das dieses Loch verschwindet.

„Teddy?!"

Die Stimmen sind leise. Sie kommen von weit her. Warum sollte ich noch atmen wenn sie es nicht mehr tat? Warum darf ich leben wenn ihre letzte Stunde vorbei ist? Warum darf ich noch fühlen wenn sie tot ist?

Meine Tränen versiegen bis nur noch der Schmerz zurück bleibt. Die Stimmen werden wieder leiser. Ich höre weinen und schluchzen und beinahe wäre ich aufgesprungen nur um zu sehen ob es dieser Person gut ging. Aber ich will nicht.
Ist das egoistisch?
Ja
Darf ein guter Mensch das tun?
Nein
Wieso tue ich es dann?

Emotionslos bleibe ich liegen und warte darauf das irgendetwas passiert. Doch nichts geschieht.

Ich weis nicht wie viele Stunden vergangen sind, oder ob es nur Minuten waren als ich genug Kraft habe um aufzustehen. Mit zittrign Beinen und blättern im Gesicht gehe ich dem Schloss entgegen. Der Halbmond scheint auf mich herab, spöttisch.

Als ich die Hälfte geschafft habe fängt es an zu regnen. Wirklich regnen. Nicht so ein kleiner Regen, ein halber Orkan wütet um mich herum als ich die Türen einen Spalt öffne und mich hindurch quetsche.

Müde, gebrochen und halb tot schlurfe ich zu dem Porträt.

„Ilvermorny.", flüstere ich und ich klettere unbeholfen hindurch. Drinnen erwartet mich etwas was ich nicht erwartet hätte.

Alle meine Freunde, alte wie neue, sitzen dort und weinen. Naja, die meisten. Das Porträt quietscht als es sich schliesst und alle Köpfe fahren hoch.

„Teddy!"

Teddy - The Scamander GirlWo Geschichten leben. Entdecke jetzt