Seltsame Ereignisse

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Ich schaute in den Spiegel des Badezimmers und musterte mich. Jetzt sind bereits der Frühling und der Sommer vergangen, seit ich im Orden aufgenommen wurde. 

Als ich mich betrachtete konnte ich nicht ganz glauben, was mir mein Spiegelbild zeigte. 

Die Perücke abgelegt, fielen meine Haare glatt über die muskulösen Schultern. Durch das harte Training hatte ich straffe Muskeln an den Armen und Beinen bekommen, meine Gesichtszüge wurden kantiger, mein Körper athletischer und meine Augen hatten einen ernsteren Ausdruck. Mein nerviger Babyspeck im Gesicht war nun vollends verschwunden.

Ich strich mir eine Strähne hinters Ohr.  

Mein Körper hatte mehr Konturen bekommen und ich musste um meine Brust einen engeren Verband binden, damit es nicht auffällt. Es tat weh, aber wenigstens hielt es. 

Als ich die Perücke wieder über zog, sah ich wieder aus wie Ayon und ich fragte mich, wer ich eigentlich war. 

War ich Ayon oder Aya? 

Plötzlich klopfte es an der Tür. 

Hastig machte ich mich fertig und zog mir meine Lederrüstung über das Leinenhemd. 

Vor der Tür stand Lucian. 

Er holte mich seit einigen Tagen immer ab, er hatte wohl bedenken, dass Tutrin mit seinem Gefolge mir wieder etwas antun würden, wenn er nicht dabei wäre. 

Als ob ich mich nicht selber beschützen konnte. 

Für ihn war ich anscheinend sowas wie ein kleiner Bruder, hatte er mir jedenfalls gesagt. Und ich musste eingestehen, dass es mich etwas verletzt hatte.

Nachdem wir bei der Arena ankamen und wieder einmal mit dem Schwert gegeneinander antraten, kam Braum zu uns. 

,,Achtung ihr dreckigen Maden!" 

Wie immer war er sehr freundlich zu uns. 

,,Es wird bald ein Turnier unter euch Lehrlingen stattfinden. Ihr werdet, wie die früheren Gladiatoren, gegeneinander antreten. Wenn einer die Begutachter beeindruckt und gar gewinnt wird er eine Belohnung erhalten. Außerdem bringt euch der Sieg eine gewisse Qulifikation einen Drachen früher zu erhalten!" 

Die Lehrlinge tuschelten aufgeregt untereinander und auch Lucian's und meine Augen glänzten vor Aufregung. 

,,Trainiert heute besonders hart!" Mit diesen Worten ging er zurück zu seiner Liege, ächzend legte er sich auf diese und schlief scheinbar augenblicklich ein. 



Nach dem anstrengenden Training schlurfte ich erschöpft zum Meister, der mich schon erwartete. 

,,Guten Morgen Ayon, wir werden gemeinsam ausfliegen," sagte er und ging eilig nach draußen, wo auch schon Featera auf uns wartete. 

Ich folgte ihm verwirrt. 

Ein Ausflug? Sowas hatten wir bisher noch nie gemacht. 

Noch zerschunden vom Training stieg ich ächzend auf Featera auf. 

Als ich ihre Schuppen berührte, spürte ich die vertraute Wärme, die vom Drachen ausging.

Meister Furion saß vor mir. Er hatte es anscheinend eilig, denn er gab Featera sogleich Anweisungen, daraufhin schraubte sie sich auch schon elegant in den Himmel. 

Kurz tauchten wir über der Wolkendecke auf, dann drehte Featera ab und senkte ihren massigen Körper. Sie hielt sich nördlich, als sie über die Dächer hinweg zog und auf ein großes Bauwerk auf der Spitze eines Hügels zu hielt, welcher abseits der Stadt sich befand. 

Aya -Tochter der DrachenLies diese Geschichte KOSTENLOS!