Eine unerwartete Freundschaft

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Lucian verlor kein einziges Wort mehr wegen gestern. Er hatte bemerkt, dass es mich nervös machte. Stattdessen unterhielten wir uns über unsere Heimat. Er erzählte mir, dass er in einer entlegenen Stadt aufgewachsen war und seiner Familie auf ihrem Hof geholfen hatte. Eines Tages jedoch, machte sein Vater Schulden bei einem Glücksspiel. Der Familie erging es immer schlechter und Lucian beschloss etwas zu unternehmen. So machte er sich nach Kairus auf, trat dem Orden bei und verdiente genug Geld, sodass er seiner Familie in der Ferne unterstützen konnte. Voller Respekt über seine selbstlose Tat hatte ich ihm stumm gelauscht. 

Als er mich dann fragte, wieso ich meine Heimat verlassen hatte, musste ich schleunigst etwas zusammen reimen. Nun, ich erzählte jedenfalls halb die Wahrheit. Das ich, um meinen sehnlichsten Wunsch zu erfüllen ein Drachenritter zu werden, all meine Lieben hinter mir gelassen habe. 

Ich realisierte bestürzt, dass Lucian und ich uns kaum ähnelten. Er hatte ein reines Herz, opferte sich für seine Familie auf und wollte nur für sie sorgen können. Während ich meinen eigennützigen Zielen nachjage und meine Mutter im Stich ließ. Dieser Gedanke zermürbte mein Innerstes.

In der Arena angekommen, hatte ich wiederum andere Sorgen. Dank Braum.

Wir mussten Mehlsäcke tragen und dabei sogar ein Wettrennen veranstalten. Der Verlierer musste nach Schluss die Waffen polieren. 

Tutrin hatte letztendlich gewonnen, da er der Kräftigste von uns allen war und man munkelte, dass er nun auch ein Gehilfe bei einem Schmied oder so war. 

Ich war die Letzte geworden und enttäuscht von meiner Leistung. Auch verärgert, weil Tutrin mich die ganze Zeit aufzog. 

Zum Glück sprang mir Lucian immer zu Hilfe, denn wenn Lucian ihn als Gnarf bezeichnete, wurde er still und verzog sich immer mit seinen Kumpanen. 

Nach dem Wettrennen war das Training beendet und Braum warf teilnahmslos all die Waffen vor meinen Füßen, die ich polieren sollte. Er gab mir noch ein kleines, löchriges Tuch und verschwand dann.

Seufzend schleppte ich die Waffen beiseite, setzte mich auf eine Treppenstufe und begann eine Waffe nach der anderen zu putzen und zu polieren.

Nach einer gefühlten Ewigkeit hatte ich sie alle blitz blank poliert und legte sie zurück in die Waffenkiste.

Zu allem Übel hatte ich ja immer nach dem Training in der Arena noch die Lehrstunden mit meinem Lehrmeister. 

Na das wird ja ein Spaß.

Doch verwundert musste ich feststellen, das Meister Furion nirgendwo aufzufinden war. 

Verspätete sich der Alte etwa?

Alls ich dann hinaus vor die Arena ging, hörte ich Flügelschläge über mir. 

Ich schaute nach oben. 

Featera landete knapp vor mir. 

,,Oh, du bist noch hier? Weißt du denn gar nicht das heute dein freier Tag ist? " rief mir Furion zu. 

,,Was? Ein freier Tag?" ich war verwirrt. 

Niemand hatte etwas über einen freien Tag gesagt. 

,, Muss mir wohl entfallen sein...Du kannst ihn nutzen in dem du die Stadt besichtigst ! Oder fang besser damit an, dir eine eigene Lederrüstung zu kaufen! Hier!" 

Er warf mir eine ganze Goldmünze hin.

Woher wusste er, dass ich eine Lederrüstung brauchte?

Ich wollte gerade ihm noch zurufen, doch er flog schon los. Hm, dann werde ich mir die Stadt mal genauer ansehen. 

Aya -Tochter der DrachenLies diese Geschichte KOSTENLOS!