Das spezielle Training

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Ich rannte durch den mir noch fremden Garten. 

Tatsächlich hatte ich mich am ersten Tag schon verlaufen. Das kann auch nur ich schaffen.

Mein Atem ging nur stoßweise und ich streifte einige Dornen der Rosenbüsche, die an meiner Kleidung zerrten. 

Ich riss mich von ihnen los und sprintete weiter den staubigen Pfad entlang, zur Arena. Schwer atmend hielt ich vor ihr.

Kurz zögernd durchschritt ich die steinige Fassade. 

Dieses mal hörte ich keine Kampf Geräusche. Als ich dann vor dem Tor stand, dass mich und den sandigen Boden der offenen Arena trennte, schaute ich mich um. Auf dem Trainingsplatz standen in Reih und Glied Jungen in ungefähr meinem Alter. 

Vor ihnen ging ein bulliger Mann auf und ab. 

Das war sicherlich Braum, mein Trainer und Ausbilder, von dem Meister Furion mir erzählt hatte. 

Etwas nervös trat ich auf den Platz. 

Als Braum mich sah, nickte er mir zu, dass ich zu ihm kommen soll. 

Ich tat was von mir verlangt wurde und ging an den Jungen vorbei, deren Blicke mich fast schon durchbohrten.

Als er anfing zu reden, erschrak ich mich vor seiner herrischen Stimme. 

,,Das ist Lehrling Ayon. Genauso wie ihr armseligen Würmer ist er zu schwach für die große böse Welt und wird von nun an mit euch trainieren. Und jetzt wird gekämpft!" 

Der scheint kein Mann von vielen Worte zu sein. 

Die Lehrlinge rannten los und holten sich aus einer großen Kiste, am Rande des Platzes Schwerter, Morgensterne, Schilde, Äxte und noch andere Waffen. Jeder von ihnen hatte bereits zum Schutz eine Lederrüstung an. 

Sollte ich mir auch eine besorgen?

Zu meinem Entsetzen erblickte ich unter den Lehrlingen Tutrin. 

Als auch er mich sah, kam er auf mich zu und rempelte mich absichtlich an. Wie ich nun einmal bin, stolperte ich und fiel mit dem Hintern auf den Sand. 

,, Sei gefälligst vorsichtig wo du hin gehst, Bauerntölpel!" 

Er grinste mich böse an, drehte sich um und ging mit vier Jungs weiter nach hinten um zu trainieren. Plötzlich hielt mir einer der Anderen die Hand hin. Ich nahm sie und er zog mich ohne Mühe hoch. 

,,Beachte Tutrin am besten gar nicht, alle nennen ihn hinterrücks Gnarf, da er sich immer in den Vordergrund spielen muss, nur weil er ein Sohn eines Adligen ist, der den Orden finanziell unterstützt." 

Ich klopfte mir den Sand von der Hose. 

,,Er ist nur wütend, weil ich ihn bei meiner Prüfung fertig gemacht habe...." sagte ich bissig.

Der Junge musterte mich. 

,,Hm, ich hab mir schon gedacht das Tutrin lügt. Er hat bei allen angegeben, dass er so nen Bauerntölpel bei einer Prüfung nieder gemetzelt hat. Und da er dich eben so genannt hat..." 

Ich schaute wieder auf und musterte den Jungen genauer. Er sah überraschend gut aus. Nicht so verschwitzt wie die Anderen. Zudem noch groß und breitschultrig und er hatte tief schwarzes Haar, das sich in seinem sonnengebräunten Nacken kräuselte, einen kräftigen Kiefer, eine gerade Nase und helle grüne Augen. 

Er zog eine Augenbraue hoch, als ich ihn so anstarrte.

Oh ihr Götter, wurde ich gerade rot? Nein, nein ich muss wie ein Junge wirken! 

Aya -Tochter der DrachenLies diese Geschichte KOSTENLOS!