Der Orden

3K 277 14

Aeris machte noch immer kleinere, warnende Schreie, doch wir waren nicht mehr über der Stadt, wahrscheinlich kann man nicht mal ihre Rufe hören. 

Das einzige Vernünftige wäre zu fliehen. 

Ich versuchte Aeris mit meiner Stimme zu erreichen, doch sie schaltete auf taub. 

Ich überlegte, vielleicht war das ja auch Teil der Prüfung. Aber dafür klangen Aeris Hilfeschreie zu echt. Nein, das war die Wirklichkeit. 

Ich musste irgendetwas tun. 

Doch was? Aeris will nicht hören. Anscheinend wollte sie unbedingt diese feindlichen Drachen bekämpfen. 

Aber das wäre ihr und auch mein sicherer Tod. 

Die Drachen kamen immer näher. Ihre Schatten überfluteten das Land unter ihnen und tauchten die Felder in Dunkelheit. 

Verdammt wo bleiben die echten Drachenritter, wenn man sie mal brauchte! Es kann doch nicht sein, dass wir uns soweit von Kairus entfernt haben. 

,,Aeris! Kehr um! Ganz allein würden wir sie nicht schlagen können! Du wirst sie niemals alles allein besiegen können! Sei doch vernünftig!" 

Sie wollte noch immer nicht hören.

Frustriert kreischte ich im Geiste auf. 

Plötzlich hörte ich ein seltsames Vibrieren in meiner Brust, mein eigener Atem fühlte sich heißer an, und mein Blut schoss mir durch die Adern. 

Ich spürte eine unsichtbare Verbindung, die zum Drachen hinführte. 

Instinktiv streckte ich meinen Geist nach ihrem aus. 

Einen Moment lang erahnte ich ein Aufblitzen von Kontrolle und ich zischte etwas Aeris zu, dass jedoch so schnell war, das ich es gar selbst nicht verstand. 

Aeris zuckte zusammen und wandte ihren Kopf zu mir. 

Ihre Augen und Nüstern waren überrascht geweitet. 

Plötzlich drehte sie sich und flog endlich weg von den Angreifern. 

In meinem Kopf schwirrte alles. Was war das? Wie ein Bienenschwarm, der sich in meinem Kopf befand.

Ich schüttelte mich und konzentrierte mich wieder auf das hier und jetzt. 

Die Stadt kam in Sicht.

Sofort stieß Aeris ein so lautes Gebrüll aus, dass ich für einem Moment ein Piepen im Ohr hatte. Augenblicklichhörte man antwortendes Gebrüll und Glockenschläge machten alles nur noch lauter. 

Unter mir machte der greise Prüfer ein Zeichen, dass ich landen solle. 

Ich schaute kurz zu ihm, dann zu den sich nähernden Drachen. 

Neben mir hörte ich plötzlich ein Rufen. 

Gujo flog neben uns. Er hatte eine beschlagen Rüstung auf seinen Schuppen. Nun erkannte ich einen gewaltigen Größenvergleich zwischen der Winddrachen Dame und dem Erddrachen.

Auf dem Rücken von Gujo winkte mir Rodrik zu. 

,,Deine Zeit ist noch nicht gekommen Bursche! Lande! Glaub mir, du wirst noch viele andere Gelegenheiten haben zu kämpfen!" 

Ich gehorchte und war dennoch leicht verbittert. 

Leicht wie eine Feder landete Aeris auf dem Boden. 

Ich stieg ab und der Reiter von Aeris kam sogleich zu mir.

Anscheinend würde er auch kämpfen, denn er hatte eine Rüstung an und trug ein Schwert an der Hüfte. 

Aya -Tochter der DrachenLies diese Geschichte KOSTENLOS!