Ein Abenteuer oder doch ein Selbstmordkommando?

Beginne am Anfang

Ist eh wieder eine Mahnung, dass wir unsere Rechnungen endlich bezahlen sollen.

Ich warf den Brief blindlings auf den Tisch zu den anderen Mahnungen und gesellte mich kurz zu meiner Mutter in die spärliche Küche, um mir einen Apfel zu stibitzen, denn sie gerade zermanschen wollte. Sie hatte es nicht mal bemerkt. 

War wohl wieder einer ihrer schlechteren Tage.

Mampfend wandte ich mich um und wollte gerade die Treppen hoch, als mir etwas im Blickwinkel auffiel. 

Ich sah zurück zum Berg an Mahnungen. 

,, Das kann doch nicht..."

Perplex ging ich zum Tisch.

Der zerknitterte Brief lag nun auf der anderen Seite und offenbarte mir den Blick auf ein grünes Siegel, das auf ihm prangerte. 

Ich hätte Schreien können. Doch meine Mutter war noch anwesend. Naja, halb anwesend.

Also raste ich nach oben in mein Zimmer, kletterte in mein Bett und öffnete den Brief mit zittrigen Händen. 

Ich pustete mir eine Strähne aus dem Gesicht und las den Brief schnell durch. 

Ich war kurz innerlich leer, dann fiel ich mit dem Rücken zurück in mein Bett, drückte mir das mit Stroh gefüllte Kissen ins Gesicht, damit es den kommenden Schrei leicht abdämpfen konnte.

 Ich war angenommen worden.  

Ungläubig wie ich war, las ich den Brief ein weiteres Mal durch und mir fiel es wieder wie auf Schlag ein. 

Ich hatte mich doch als Junge angegeben. 

Wie stellte ich es denn jetzt an, dass ich auch wirklich wie einer aussah? Meine Haare sind viel zu lang, als das man mich als Junge deuten würde. Abschneiden kommt nicht in Frage. 

Ich hing sehr an meinen Haaren. Früher hatte mein Vater sie mir immer für ihre Länge gelobt.... 

Angestrengt darüber nachdenkend legte ich meine Stirn in Falten und biss mir auf die Unterlippe. Ich zerknüllte den Brief, warf ihn in eine Ecke und schnaubte missmutig auf. 

Was hat mir Diana da bloß eingebrockt...





Um Rat fragend machte ich mich auf zu Diana.

Sie hat zwar festgelegt, dass die Brücke unser Treffplatz wäre, aber was soll's.

Sie ist schließlich auch daran Schuld, dass ich jetzt so verzweifelt war, also soll sie mir auch da wieder raus helfen. 

Sie hatte schon eine Lösung parat. 

Ihr großes Haus, wohl eher eine Villa, ragte vor mir empor. 

Sie konnten sich auch sowas leisten. Ihr Vater war schließlich der Bürgertrottel- Ah 'tschuldigung, ich meinte natürlich Bürgermeister. 

Ich wusste schon wo ihr Fenster war, also schlich ich mich über die Mauer und in den Garten. Ihr Fenster war nicht hoch und so traf ich beim ersten Mal werfen mit einem Kieselstein.

Es dauerte kurz, doch wurde ihr Fenster von ihrem lockigen, blonden Kopf geöffnet. 

,,Aya, du sollst doch nicht her! Mein Vater hat dich das letzte Mal-"

,,Jaja ich weiß. Hör zu. Wir treffen uns an der Brücke. Jetzt. Ich hab die Zusage!" rief ich im verzerrten Flüsterton und winkte mit dem Brief aufgeregt in meiner Hand.

Aya -Tochter der DrachenLies diese Geschichte KOSTENLOS!