13. gemähter Grashalm (und ein wahnsinnig perfekter Trailer)

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"Und du verarschst mich ganz sicher nicht?", fragte Ben ungläubig nach und starrte mich mit großen Augen an.

Ich nickte selbst immer noch etwas überrascht und sah mich dann im Hafen um. Es war mitten in der Nacht und um uns herum war schon längst alles still und niemand war mehr unterwegs.

"Bekommen wir um diese Zeit überhaupt noch was gescheites zu Essen?", fragte ich nach.

"Klar ich kenn da einen super Laden, der ist gar nicht weit von hier. Ich habe ihn vor einer Weile mal nach der Arbeit entdeckt", sagte Ben unbesorgt. "Komm einfach mit."

Er lief los und ich stolperte ihm hinter her. Ich kam mir irgendwie komisch vor, einfach so mit Ben Essen zu gehen. Ich war einfach der Typ, der etwas mit irgendwelchen Menschen außer Sarah, Jenna und Jack machte. Ich wollte einfach nicht zu viele Menschen in die Probleme ziehen die ich hatte und die Abgründe meiner Seele waren nicht nur für mich unklar. Ich wusste nur, dass sie ziemlich abtrünnig waren und das am Besten Niemand mit bekam.

Wir liefen eine ganze Zeit lang schweigend durch die Dunkelheit. Ich sah Bens Umrisse vor mir und lief ihm hinter her. Er lief voraus und schien sich in der Dunkelheit besser zurecht zu finden als ich. Mein Orientierungssinn war schon bei Tag nicht immer direkt verlässlich.

"Da vorne ist es."

Unvermittelt blieb Ben stehen und deutete auf ein kleines Häuschen, das nur auffiel, da es das Letzte beleuchtete Haus in der Straße war. Ich nickte und sah neugierig in die Richtung des Restaurants, Diners oder was auch immer es war. So genau konnte ich das nicht sagen, da es kein beleuchtetes Schild gab, das mir sagen würde, wie der Laden hieß.

Ben lief noch einige Schritte und schließlich standen wir vor dem Ort, an dem wir etwas zu Essen bekommen würden. Ein starker Duft nach Essen lag in der Luft und um ehrlich zu sein roch es köstlich. Ich merkte wie mein Magen sich hungrig zusammenzog und war froh, dem Duft schnell näher zu kommen.

Wie ein echter Gentleman hielt Ben mir die Tür auf, was mich leicht lächeln ließ. Ich hatte das noch nie erlebt. Die wenigen Typen, mit denen ich bisher wirklich viel zu tun gehabt hatte, waren alle eher ruppig und "cool" gewesen.

"Hi Bennet", begrüßte uns eine ältere Frau lächelnd und musterte mich dann prüfend. Ihr Blick wanderte an mir auf und ab bevor sie schließlich lächelte und wieder etwas sagte. "Und wen hast du da mit gebracht?", fragte sie.

"Das ist Alia, eine äh Freundin von mir", stellte Ben mich vor. Nicht nur ich hatte Bens Zögern bemerkt, aber zum Glück schwieg die Frau nur und lächelte uns weiter an. Andererseits war die Frage, was Ben und mich verband ja auch irgendwie schwer zu beantworten. Zu sagen, dass er mich mal im Gras aufgelesen hatte, wäre irgendwie komisch gekommen, also war die Antwort vermutlich die Beste Variante.

"Also Alia ich bin Maggy", stellte sich die Frau vor und ich lächelte freundlich zurück und versuchte möglichst entspannt zu wirken.

"Also Bennet dein Stammplatz?", fragte Maggy nach und lief schon in eine Richtung los.

"Klar", antwortete Ben.

Wir liefen zu einem Tisch in der hinteren Ecke des kleinen Restaurants und setzten uns. Es war ein kleiner Tisch in einer gemütlichen Ecke, die mit Bildern geschmückt war.

Ich ließ mich in einen der dick gepolsterten Stühle fallen und sah mich neugierig um. Die Bilder waren wunderschön. Sie zeigten tolle Landschaften (nicht dass es in Neuseeland schwer gewesen wäre solche Bilder zu machen), aber auch glückliche Menschen, Familien und Zeichnungen, Sprüche alles mögliche eben. Irgendwie berührte mich diese Fotowand.

Ein Abend frisch gemähtes GrasLies diese Geschichte KOSTENLOS!