Kapitel 6

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It's been a while but I still feel the same.
...
Langsam öffnete ich meine Augen. Zuerst war ich etwas verwirrt als ich sah dass ich alleine im Bett lag. Ist sonst nicht immer Dan hier? Ich setzte mich auf und betrachtete den Pullover an mir. ''Dan?'' rief ich. Doch man hörte nichts. Gar nichts. Müde rieb ich über meine Augen und sah auf die Digitaluhr neben seinem Bett. Ich müsste bald los in die Universität. ''Dan?'' rief ich noch einmal. Doch erneut kam nichts. Nun warf ich meine Füße auf den Boden und stand auf. Ich sah in mein Zimmer, im Badezimmer und sogar in der Küche. Als ich jedoch in das Wohnzimmer ging erschrak ich. Denn erst jetzt kam es mir. Dan ist im Krankenhaus. Heute wird er zurück nach Cheshire fahren und so wird es jeden Morgen aussehen. Ich alleine in dieser Wohnung. Ohne Dan. Ich alleine.

Den Türstock rutschte ich mit meinem Rücken hinunter bis ich auf dem Boden saß. Meine Knie zog ich fest an meinen Körper und starrte in die Leere. Einige Minuten saß ich da, bis ich endlich aufstand und mich für den Tag fertigmachte. Ich packte meine Sachen ein und zog mich um. Ohne zu frühstücken nahm ich meine Tasche sowie die Schlüssel für mein Auto und ging aus der leeren Wohnung. Ich erwischte mich selber wie ich anfing die Wohnung zu hassen.

Meine Augen fühlten sich noch immer schwer von dem gestrigen Tag an. Ich ließ alles noch einmal vor meinen Augen abspielen - was eigentlich sehr schlecht ist beim Auto fahren. Vor mir sah ich Dan's Vater, ich sah Dan. Doch nicht den normalen Dan, sondern den hilflosen in seinem Bett mit Blutspuren überall auf seinem Bettlacken. Ich biss mir auf die Unterlippe um nicht zu weinen, jetzt durfte ich erst recht nicht weinen immerhin bin ich schon fast bei der Universität und es sah bestimmt beschissen aus wenn ich mit rot angeschwollenen Augen vor Ana stehe.

Von weiten sah ich schon Ana auf einer Bank in der Nähe des Parkplatzes sitzen. Bevor ich ausstieg atmete ich noch tief ein und aus. Alles ist gut Bella. Redete ich mir immer und immer wieder ein. Doch wie zur Hölle soll alles gut sein? Alles ging Berg ab! Einfach alles lief schief in meinem Leben. Damals dachte ich immer ich wäre an einem Tiefpunkt gelangt. Doch Überraschung! Heute liege ich noch tiefer in einem Graben. Konnte nicht einmal, ein einziges Mal alles richtig laufen? Wieso muss ich so leiden? Was habe ich je falsch getan? Bin ich nicht schon bestraft genug mit dem Tumor in mir?

"Hey Träumerin, keine Lust auf Uni?'' klopfte jemand an der Fensterscheibe meines Autos an. Ich zuckte zusammen und drehte meinen Kopf um - Ana. ''Steig aus Bel in der ersten Woche wird nicht blau gemacht.'' nannte sie mich wirklich Bel? Ich hatte noch nie einen Spitznamen. Meine Mundwinkel bewegten sich nach oben.

Sie öffnete die Tür während ich meine Tasche vom Beifahrersitz ''Hast du mich gerade Bel genannt?'' fragte ich und schmunzelte leicht. Ich nahm die Muffins aus meiner Tasche und sagte: ''Dan ist nic-'' doch unterbrach den Satz. Sie kannte Dan noch gar nicht. Diana sah mich an und wartete bis ich fortfuhr. ''Uhm.'' überlegte ich. ''Die sind einfach für dich ich hatte die Zuhause.''

''Ich glaube noch nie hat mir irgendjemand so viel Essen angeboten wie du.'' lachte sie und nahm die Muffins aus meiner Hand. ''Spaß bei Seite Bel.'' sie betonte den Namen und lächelte mich an. ''Erzähl mir wer Dan ist.'' sagte sie als ich mein Auto zu sperrte. Ich zuckte nur mit den Schultern, ich kann ihr doch nicht von Dan erzählen. ''Ach das merkte doch ein Blinder dass du lügst.'' sie schubste mich leicht als wir zum Eingang gingen. ''Wer ist Dan?''

"Mein Mitbewohner.'' antworte ich kurz und sah mich automatisch am Campus um. Vielleicht sehe ich ihn. ''Naja jetzt Ex-Mitbewohner.'' korrigierte ich mich, doch eigentlich wollte ich ihr nicht so viel erzählen.
Wie ich schon gedacht habe stellte sie weiter Fragen. ''Wart ihr zusammen oder seid ihr Geschwister oder .. uhm ..'' sie überlegte biss in einen Muffin und sah nachdenklich während dem Gehen in den Himmel. ''Er war dein Nachbar konnte seine Miete nicht zahlen und ist dann bei dir eingezogen?'' sie schluckte und fügte: ''Verdammt der war schlecht.'' hinzu. Ich lachte leise und schüttelte den Kopf.

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