[04.07.2011 - M06 - Teamänderung]

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Ein neuer Montag, eine neue Woche und endlich Freiheit von der Chaostruppe. Fast, zumindest, da Heidenstein mit einer Kaffeetasse in der Hand auf einem Stuhl saß und sie beobachtete.

„Du weißt, dass dir ein wenig Training nicht schaden würde, oder?", kommentierte Pakhet und warf ihm einen Seitenblick zu.

Sie war auf dem Laufband, da ihre Tage – wenn sie keinen aktiven Job hatte – meistens mit einem Kaffee, gefolgt von Ausdauertraining begannen.

„Ich bin Arzt", antwortete Heidenstein. „Ich bin mir dessen bewusst."

Sie schnaubte. „Typisch Arzt. Anderen Leuten was vorpredigen und selbst nichts tun."

Er zuckte mit den Schultern, trank einen Schluck. „Schuldig."

Sie konzentrierte sich auf ihr Training, auf ihre Atmung. Es gab nichts Schlimmeres, als beim Laufen zu reden, da man früher oder später die Atmung dabei vergaß. Das Laufband war so eingestellt, dass es alle zwei Minuten schneller wurde, bis zu einer Maximalgeschwindigkeit von 15 km/h. Doch soweit kam sie heute nicht.

Die Tür zum Trainingsraum, in dem fünf Laufbänder nebeneinanderstanden, von denen zurzeit nur zwei in Benutzung waren, wurde klackend geöffnet. Sie sah sich nicht um.

Dann aber erklang eine Stimme. „Pakhet?"

Es war ihr heute scheinbar nicht vergönnt, ruhig zu trainieren. Mit einem Seufzen regulierte sie die Geschwindigkeit nach unten und sprang schließlich ab.

Mittlerweile stand Murphy, heute wieder hellhäutig und schwarzhaarig, bei Heidenstein und blickte zu ihr. Er war bemüht das liebste, angenehmste Lächeln vorstellbar aufzusetzen. Also wollte er etwas von ihr.

„Was willst du?" Sie musterte ihn mit hochgezogener Augenbraue.

„Ich habe eine Bitte", erwiderte Murphy lächelnd. „Eine klitzekleine Kleinigkeit."

„Aha?"

Auch Heidenstein wandte dem Jungen seine Aufmerksamkeit zu.

„Na ja", meinte Murphy vage. „Ich brauche Hilfe."

Sie seufzte. „Komm zur Sache, Junge."

„Okay. Okay." Er hob die Hände. „Smith hat mir einen Auftrag gegeben und ich brauche ein Team und auch wenn ich hoffe, das zu machen, ohne irgendjemanden zu vermöbeln, dachte ich, da du Erfahrung hast, wärst du eventuell bereit dem lieben kleinen Murphy ein wenig auszuhelfen und würdest daher mithelfen." Er sprach schnell, als fürchtete er, dass sie ihn unterbrechen würde.

Ein amüsiertes Lächeln breitete sich auf ihren Lippen aus. Sie könnte ihn ein wenig zappeln lassen, wie er es tun würde – da war sie sich sicher. Doch es war nicht ihre Art. „Worum geht es denn?"

„Ich soll Daten beschaffen", erwiderte Murphy.

Sie nickte. „Bezahlung?"

„Gesamt fünfzig Riesen."

Kurz musterte sie ihn, seufzte dann aber. „Besprechungsraum?"

„Besprechungsraum." Murphy grinste.

„Gib mir zehn Minuten, ich will mich abduschen", meinte sie.

Der Junge nickte, grinste und lief zur Tür, während Heidenstein seufzte.

„Ich bin nicht unsichtbar, oder?", fragte er.

Pakhet zuckte mit den Schultern. „Also zumindest ich kann dich sehen."

„Gut", murmelte Heidenstein. „Ich hatte schon Befürchtungen."

Sie klopfte ihm auf die Schulter, ehe sie sich auf den Weg zu den Duschen machte.

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