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„Papa, du machst dir noch deine Ohren kaputt."

Schock! Josh wäre beinahe vom Sofa aufgesprungen und hätte laut geschrien, als ihm plötzlich jemand die Ohrstöpsel herausgezog. Das laute Boom Boom seiner harten, elektronischen Musik war noch durch die Stöpsel zu hören, als er nun dem Grund seines Schreckens ins Gesicht blickte. Es war das Gesicht seiner Tochter.

„Hanna", sagte er leise mit ungläubigem Blick.

„Ich bin auch da!", erklang die Stimme seines Sohnes, welcher sich nun auch in sein Blickfeld bewegte. Josh setzte sich langsam auf, legte sein iPhone beiseite und sah zwischen den beiden hin und her.

„Was, was tut ihr hier?", fragt er und sah sich hoffnungsvoll im Raum um.

„Mama ist nicht hier", zerstörte Hanna sogleich seine Hoffnung, woraufhin er seiner Tochter wieder ins Gesicht sah, „wir sind alleine hergekommen. Silas hat eine Frau von dir erzählen hören und das du hier bist. Da wollten wir zu dir."

Joshua zog seine Tochter am Handgelenk zu sich und drückte sie an seine Brust. Das entlockte seinem Sohn ein würgen, während er angeekelt zu dem gekuschelt der beiden sah.

„Du brauchst gar nicht so zu gucken Silas, du kommst auch noch dran", drohte er seinem Sohn.

„Das hab ich befürchtet", antwortete Silas und ließ sich dann auf den Sessel sinken.

„Also? Wie kommt ihr hier her? Weiß eure Mutter davon?", fragte Josh neugierig.

„Wir wollten dich sehen. Wir wollten wissen, was passiert ist und wie es dir geht."

Josh war erstaunt darüber, dass die beiden, wohl gegen den Willen ihrer Mutter, hier her gekommen waren. Gleichzeitig fand er es nicht gut, dass sie nicht auf Laura gehört hatten und dass sie ihn nun in diesem Zustand sahen.

„Nun, ich hab dumme Sachen gemacht. Was hat Mama euch denn erzählt?"

„Dass du gegen das Gesetz verstoßen hast. Dass du sie belogen hast und dass sie das nicht verzeihen kann", erklärte Hanna sachlich, ehe sie fragte: „Papa, was hast du gemacht?"

Er hatte befürchtet, dass sie das wissen wollen würden. Dennochüberrumpelte ihn die Frage nun.

„Ich habe...", begann er. Ja, was hast du Josh? Glaubst du nicht, dass du jetzt das Bild des spießigen, unschuldigen Vaters zerstörst, das du dir über die Jahre hinweg aufgebaut hast? Silas hatte ihn oft als „den größten Spießer unter der Sonne" bezeichnet, wenn er mal wieder etwas verbot oder sie schimpfte. Er hatte sich so Mühe gegeben. So Mühe, ein normaler, guter Vater zu sein.

„Ich habe Frauen und Drogen verkauft", entschied er sich für die Wahrheit.

„Du bist n Zuhälter und Drogendealer?", freute sich Silas, „Cool!"

Josh hob eine Braue an und sah dabei zu seinem Sohn herüber „Ja, genau."

Maries Blick blieb durchdringend und prüfend. Das hatte sie definitiv von ihrer Mutter. „An wen hast du Drogen verkauft?", fragte Silas nun von seinem Sessel aus, auf dem er breitbeinig saß.

„Ja, an andere Dealer, die sie dann weiter verkauft haben."

Silas hob den Blick an und sah direkt zu seinem Vater.

„Und was hast du genommen?", fragte er geradeheraus.

Scheiße, was sollte er sagen? Die Wahrheit?

„Eine Zeit lang so gut wie alles. Aber das war vor euch und eurer Mutter." Und dabei beließ er es. Was er jetzt noch alles zu sich nahm, sagte er ihnen nicht und er schickte ein Stoßgebet gen Himmel, das sie nicht weiter nachfragen würden.

Addicted  - Schuld und SühneLies diese Geschichte KOSTENLOS!