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Joshua

Schwerelos.
Frei.
Ohne Sorgen.
Ohne Kummer zurück und ohne Angst nach vorn blicken. Die Augen brennen ein wenig, als er sie öffnet. Aschblonde Haare kitzeln ihn im Gesicht. Doch er streicht sie nicht weg. Denn seine Arme sind so leicht wie Federn. Sie schweben neben ihm und das ist ein schönes Gefühl. Sein ganzer Körper scheint der Gravitation zu trotzen. Dann hört er sie.
„Josh, mein kleiner Schatz..." Wie ein Engel. Glockenklar und melodisch. Es ist das wundervollste Geräusch für ihn, das überhaupt existiert.„Ich hab dich lieb", spricht die Stimme so leise und dennoch durchdringt sie seinen gesamten Leib, seine Seele, seinen Geist. Ihr Gesicht ist schön. Obgleich es vertraut und dennoch unbekannt ist. Er öffnet seinen Mund, um etwas zu sagen, aber er schaffte es nicht. Kein Laut kommt über seine Lippen. Nur heißer Atem strömt aus seinem Mund heraus, ohne wieder den Weg zurück zu finden. Sie lehnt sich auf seine Brust herab, schwer und doch angenehm. Ihre Nähe. Er wünscht sie sich so sehr. Nichts wünscht er sich in seinem Leben mehr. Nähe.
Sicherheit.
Liebe.
Bedingungslos, wie sie nur eine Mutter empfinden kann.Er spürt ihre Fingerspitzen sachte über seine Arme gleiten. Ihre Berührungen hinterlassen ein Kribbeln auf und unter seiner Haut. Warum?Wieso konnte es nicht immer so sein wie jetzt? Wieso hat sie seine Hand losgelassen? Wieso hat sie ihn verlassen? Was hatte er falsch gemacht? Wieso musste er diese Dinge durchleben? Wieso musste er an der Hand des Teufels durch die Hölle gehen? Warum lebte er sein ganzes Leben im Fegefeuer? Wenn er sich jetzt dem Himmel so nah fühlte. Das hier war doch das Paradies. Es war alles schön. Er war frei. Vielleicht hätte er das schon viel früher tun sollen.Vielleicht hätte er schon viel früher davonlaufen sollen.
„Josh, hör zu", ihre Stimme wird ernster, härter, der Druck auf seiner Brust stärker. Das angenehme Kribbeln auf seiner Haut wird zu einem Stechen und das Kitzeln in seinem Gesicht zu Schmerz, als wären es züngelnde Flammen, die ihn verbrennen.
„Ich will dich nicht mehr. Du bist allein!" Schmerzen. Diese Worte bereiten ihm Schmerzen. Seine Augen brennen. Er kann nicht mehr atmen. Alle Luft ist komplett aus seiner Lunge entwichen und er schafft es nicht, sich gegen den Druck zu wehren, der auf ihm liegt.Sie ist fort. Sie hat ihn verlassen.

Alles wird gut, mein Kleiner. Jetzt bin ich ja für dich da...

Der Teufel hält ihn fest, lässt ihn nicht mehr los und zieht ihn in die Finsternis.„Josh...Josh...Warum ...?"

Warum hast du das nur getan, Joshua?

Er kann nicht mehr atmen.
Er wird sterben.

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Was passiert hier nur ...?

Addicted  - Schuld und SühneLies diese Geschichte KOSTENLOS!