Lea P. o. P.

Nach den Weihnachtsferien fingen die ersten Planungen für die Hochzeit an. Doch während alle anderen sich damit Beschäftigten, zog ich mich immer mehr zurück. Gemma musste wieder zurück und Harry hatte mit der Schule viel um die Ohren. Ich hatte viel mit Annika gemacht aber zu Hause fühlte ich mich nicht mehr wohl. Ich wollte das alles nicht so wirklich.

"Endlich fertig!" Jubelte Harry der endlich mit seiner Hausarbeit in Chemie fertig war. Er hatte vier Stunden dran gesessen. Ich saß auf dem Sofa und sah gelangweilte fern.

"Mein Armes Baby du machst viel zu viel für die Schule!" Tröstete Anne Harry, doch mein Dad entgegnete "wenn Lea nur ansatzweise so viel machen würde, könnte sie auch Abi machen".

War das sein ernst?!

Tut mit leid das ich kein Musterschüler war so wie Harry! Wahrscheinlich war er auch noch erleichtert dass er endlich seinen Sohn haben würde ,den er dann allen vorzeigen kann!

Um nicht auszurasten zog ich mein Handy aus meiner Tasche und schrieb mit Annika. "Kannst du das bescheuerte Ding nicht mal eine Sekunde lang weglegen! Du bist da ständig da dran!" Sagte mein Vater wütend als er sich zu mir aufs Sofa setzen wollte. Stöhnend stand ich auf und lief hoch in mein Zimmer. Dort legte ich mich in mein Bett und konnte das weinen einfach nicht zurück halten.

"Kommst du essen?" Hörte ich Harry von draußen, "nein" entgegnete ich. Ich hörte wie er die Treppen runter ging. Ich hatte keine Lust mehr ich wollte weg!

Während alle lachend beim essen saßen, schlich ich mich leise nach draußen. Es war kühl doch ich lief trotzdem los. Mein Ziel war der Friedhof.

Ich setzte mich auf die Bank vor einem kleinen Grab und dachte nach.

"Lea?! Bist du das?!" riss mich eine Stimme aus meinen Gedanken hoch. Ben, ein Junge aus meiner Klasse, stand neben mir. "Was machst du hier?" fragte er und setzte sich neben mich, "nach denken und du?" "ich sollte frische Blumen zum Grad meiner Oma bringen." sagte er. "Worüber?" fragte er nach einer Weile, "worüber was?!" fragte ich verwirrt, "worüber du nach denkst?". Ich stöhnte, "das ist alles etwas kompliziert" entgegnete ich ihm, "meine Mum kommt erst in zwei Stunden nach Hause, und ich hab den Haustürschlüssel vergessen also schieß los" grinste er. 

Also fing ich ihm an zu erzählen.

"Und deswegen bin ich jetzt hier" beendete ich, nachdenklich starrte er auf den Moss bewachsenen Boden vor uns. "Ihr redet nicht genug über die DInge, denke ich. Versteh mich bitte nicht falsch, aber für mich hört sich das alles so an, als ob ihr nicht mit einander redet. Ich weiß das Harry und Anne nicht deine leibliche Familie sind, aber Familie hat nix mit Biologie oder so zu tun, sondern damit was du hier für sie empfindest" sagte er und legte die Hand auf die Stelle, wo sein Herz war. "Ich mag Harry und Anne, ja ich mag sie sogar sehr, aber.....aber ich hab angst irgendwas falsch zu machen. Sie zu entäuschen. Aber am meisten hab ich Angst davor sie wieder zu verlieren". Er legte seinen Arm um mich, "weißt du wenn du das Risiko nicht eingehst, denke ich wirst dus nie erfahren" lächelte er wieder. "Ich denke das du recht hast" beschloss ich irgendwann. "Danke" sagte ich und umarmte ihn. "Bis morgen!" verabschiedeten wir uns und ich lief nach Hause.

Ich schloss die Tür auf und streifte schnell Jacke und Schuhe ab. "Wo um himmels Willen warst du?!" hörte ich Dad wütend. "Es tut mir leid ich musste einfach kurz raus hier" entschuldigte ich mich, "und da kann man nicht mal bescheid sagen?! Was ist eigentlich los mit dir im Moment?!" fragte er immer noch sauer, "ich komm einfach nicht klar das du eine andere Frau heratest!" gab ich zu. "Der Tod deiner Mutter ist über 10 Jahre her, ich hab ihr fast 8 Jahre nach getrauert, aber du warst grade erst vier als es passierte! Warum klammerst du so an ihr, wenn du sie doch gar nicht kanntest?!" rutschte es meinem Vater raus. "Weil sie meine Mutter war!" schrie ich ihn an "ich bin 12 Jahre ohne eine Mutter aufgewachsen und jetzt schleppst du die nächste Frau an und nur weil es länger gut ging als bei den anderen, willst du sie heiraten! Woher nimmst du dir das Recht mir zu sagen, dass das hier jetzt meine neue Familie wird?! Wo nimmst du das Versprechen her, dass mir das hier nicht wieder von dir weg genommen wird?!". 

Ich spürte wie ich weinte.

"Ich hab mir nicht ausgesucht hier zu sein. Ich hab mir nicht ausgesucht auf die Welt zu kommen. Und ich hab mir auch nicht ausgesucht, dass ich nicht so bin wie du es gerne willst" fuhr ich fort. Ich stand vor ihm, die Wörter hallten in der Stille wieder. "Du hast recht. Das hast du nicht. Aber du kannst dir aussuchen, ob das hier deine Familie werden soll. Ich bin nicht Perfekt und deshalb will ich meistens von allen anderen, dass sie es sind. Es tut mir leid" sagte Dad und fing an zu weinen.

"Schon okay" sagte ich ich ging an ihm vorbei in mein Zimmer. Harry folgte mir. 

"Was ist?" fragte ich ihn als er hinter mir stand, "ich weiß, dass das hier für dich nicht einfach ist und dass du das hier nicht willst, aber meistens sind die Sachen die wir wollen nicht die, die wir brauchen." sagte er und verschwand wieder.

Like brother and sister-Harry StylesLies diese Geschichte KOSTENLOS!