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Pen Your Pride

Neue Aufgabe

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   „Hast du auch gut zugehört, Kalißa?“, riss mich meine Stimme, die ich immer noch nicht unter Kontrolle hatte, aus meinen Gedanken. Wir waren mittlerweile in meinem Haus angekommen und gingen die Treppen hinauf. Der Dämon physisch und ich bloß rein psychisch.

   >>Du wusstest also, dass ich zuhöre?<<

Ein Lachen ertönte und es erschien mir fremd, obwohl es doch meine Stimme war. Entweder lag es daran, dass der Dämon eine andere Art hatte mit meiner Stimme zu lachen oder es lag daran, dass ich äußerst selten lachte. Beides erschien mir eine logische Erklärung zu sein. Vielleicht war es eine Mischung aus beidem.

    Behutsam öffnete der Dämon mit meiner Hand die Tür zu meinem Zimmer und betrat es um sich kurz darauf auf mein weiches Bett zu setzen, dass ich momentan nur sehen und nicht spüren konnte. Dieses Gefühl war merkwürdig. Denn ich wusste genau wie es sich anfühlte, wenn ich mich langsam auf mein Bett setzte und meine Hand über das weiche Laken strich. Fast konnte ich mir dieses Gefühl einbilden. Aber nur fast. Denn Tatsache war, dass ich rein gar nichts spürte.

   „Natürlich. Du glaubst doch nicht, dass mir so ein großer Fehler unterlaufen würde. Ich wollte dir ein bisschen mehr verraten. Über deine Freunde.“

   In Gedanken schnaubte ich. >>Ja wirklich tolle Freunde. Wer solche Freunde hat braucht keine Feinde mehr.<< Normalerweise hasste ich solche platten Sprüche, doch dieser passte momentan wie die Faust aufs Auge.

   „Ja da hast du wohl wirklich kein Glück gehabt mit der Wahl deiner Freunde.“

   >>Was hat Ben mit alldem zu tun?<<, fragte ich neugierig. Nicht nur, dass ich es aufgrund meiner Wut auf ihn wissen wollte sondern ich konnte mir einfach keinen Reim darauf machen, was Ben mit dieser ganzen Geschichte zu tun haben sollte. Er war doch erst vor kurzem hier aufgetaucht und plötzlich war er Teil meines verdammten Lebens und eines grausamen Plans, den ein noch grausamerer Dämon ausführen wollte, um die Erde bzw. die Menschen, die auf ihr lebten, zu zerstören.

   „Ich muss zugeben, dass ich leider nicht sehr viel über ihn weiß. Das einzige was ich dir verraten kann ist den Grund weshalb Leon ihn aufgenommen hat. Ben hat irgendwie gewusst, dass ich in dir lebe und ebenfalls, dass Leon schuld daran hat.  Er hat Leon gedroht dir alles zu verraten, wenn er ihn nicht mitarbeiten lässt. Nach einem ordentlichen Streit – den Leon offensichtlich verloren hat – hat Leon klein bei gegeben und dich angerufen. Deshalb waren die beiden so wütend, als du in Leons Haus aufgetaucht bist.“

   Nun ergab die Wut, die damals sowohl von Ben als auch von Leon ausgegangen war, auch endlich einen Sinn. Und ich hatte mich die ganze Zeit über gefragt wieso Leon Ben überhaupt mit einbezogen hatte, obwohl es ihm doch offensichtlich nicht passte.

   >>Und du weißt nicht mehr über Ben?<< Das konnte ich mir fast nicht vorstellen. Dieser Dämon erschien mir quasi allwissend und er wirkte ziemlich gut organisiert. Denn offenbar wollte er unbedingt dieses Menschenopfer durchführen und keine Probleme dabei haben.

   „Nun vielleicht möchtest du noch wissen wieso Ben dir nicht verraten hat, dass ich euch beide in der Lagerhalle gerettet habe? Ich habe ihm mit etwas gedroht und das hat wohl gereicht ihn zu überzeugen nichts zu verraten.“

   >>Mit was hast du ihm gedroht?<<

   „Das spielt keine Rolle. Fakt ist, dass ich mehr über Ben wissen muss. Und falls mir das, was ich erfahre nicht passt muss er ausgeschaltet werden.“

   >>Ausgeschaltet werden? Du willst ihn töten?<<

   „Das kommt ganz darauf an. Zuerst ist jedoch wichtig überhaupt erst mal etwas über ihn herauszufinden. Den Rest entscheide ich später. Und wenn du bereit bist mir zu helfen überlasse ich dir deinen Körper wieder.“

   Nun diese Entscheidung war einfach. Natürlich würde ich ihm helfen etwas über Ben herauszufinden. Denn schließlich interessierte mich selber brennend wer Ben war und wo er plötzlich aufgetaucht war. Doch noch viel wichtiger war, dass ich die Kontrolle über meinen Körper wiederhaben würde. Diese Vorstellung  löste eine brennende Vorfreude in mir aus. Allerdings traute ich dem Braten noch nicht so ganz.

   >>Wieso willst du mir dafür meinen Körper wieder überlassen?<<

   „Ich bin mir sicher, dass Ben sofort bemerken würde, dass nicht du sondern ich die Kontrolle über deinen Körper habe. Und ich glaube, dass es für dich wesentlich einfacher sein wird etwas über ihn herauszufinden, als für mich.“

   >>Wieso das?<<

   „Du scheinst Ben irgendwie wichtig zu sein. Und das sollten wir ausnutzen.“

Diese Verkündung verwunderte mich nun wirklich etwas. Schließlich hatte Ben mir nichts über meinen Dämon verraten. Wenn ich ihm auch nur irgendetwas bedeutete, dann hätte er mir doch geholfen.

   >>Wieso glaubst du das denn bitte?<<

   „Hast du nun vor mir zu helfen?“

   >>Ja natürlich. Schließlich will ich meinen Körper zurück.<<  Ich würde ihm auf jeden Fall helfen. Die Frage war nur, ob ich auch helfen würde Ben „auszuschalten“ . Das hing wohl ganz davon ab, was wir herausfinden würden.

   „Wie überaus angenehm, das zu hören. Also dann, hier bitteschön.“

Und plötzlich durchströmte mich ein großartiges Gefühl der Macht. Es fühlte sich atemberaubend an und ich war berauscht von dieser Empfindung. Dann fing alles an zu kribbeln, meine Arme, Finger, Beine, Füße, einfach alles. Ein bisschen so wie wenn ein Körperteil eingeschlafen ist und wieder aufwacht. Langsam ließ das wahnsinnige Kribbeln, das durch meinen ganzen Körper lief, nach und auch dieses wunderbare Machtgefühl wurde schwächer.

   Dann erfüllte ein kleiner Ruck meinen Körper und ich hatte wieder die Kontrolle. Spürte all meine Körperteile, konnte riechen, schmecken, spüren und ich konnte wahrnehmen, dass meine Mutter in der Küche war. Alles war wieder wie vorher. Nur, dass ich nun auch den Dämon in mir ganz deutlich spüren konnte. Allerdings bloß seine Präsenz, seine Gefühle waren nachwievor vor mir verborgen.

   Ich hob langsam meine Hände an und setzte sie wieder ab. Endlich konnte ich das weiche Material meines Bettlakens spüren. Glücklich und immer noch ein wenig berauscht strich ich mit der Hand darüber und schloss für eine Sekunde die Augen, um dieses Gefühl zu genießen. Nie hätte ich gedacht so glücklich darüber zu sein meinen eigenen Körper zu spüren. So war es doch eigentlich das normalste der Welt.

   Nun, dann würden wir also jetzt anfangen Ben auszuspionieren. Vielleicht würden wir ja auch etwas herausfinden, das mir helfen würde den Dämon loszuwerden.

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Neues Update :) Sorry, ich weiß es ist wirklich super kurz geraten und es ist nicht viel passiert. Aber dieses kleine Zwischenkapitel musste jetzt sein ;) Hoffe es hat euch trotzdem gefallen? 

Und jaaaa die meisten haben sich ja schon gedacht, dass Kalißa die Kontrolle über ihren Körper wiederbekommt :) Die Frage ist nur für wie lange ;) 

Bin wie immer super neugierig, wass ihr davon haltet :) Eeeeehrliche Kritik ist sehr erwünscht :D :) Und DANKE nochmal :) 

Die JägerinLies diese Geschichte KOSTENLOS!