Kapitel 32

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Heartbeat
SPECIAL KAPITEL

"Ja... Entschuldigung...", sie ließ ihren Kopf zu Boden sinken, doch dies gefiel Ymir nicht.

"Sieh mich an...", sie hob ihr Gesicht am Kinn hoch und legte eine Hand auf ihre Wange.
"Ich hab was für dich.", ihre andere Hand ließ sie am Arm hinab gleiten, bis ihre Finger sich mit denen von Christa verkreuzten.

"W-was?", sie legte den Kopf schief.
Ymir kicherte.

"Na komm.", sie nahm ihr den Block aus der Hand und legte ihm beiseite, ehe sie die zerbrechliche Dame hinter sich herzog.

"Ymir!", rief diese und blieb stehen.
Die angesprochene Person drehte sich um und sah sie fragend an.
"I-Ich kann nicht... Ich hab Dienst.", sie blickte verlegen beiseite.

"Du kannst dir doch für mich frei nehmen? Tu es für mich, bitte. Ich habe nicht viel Zeit, und es war sehr aufwendig, her zu kommen..."
Nach kurzem Schweigen nickte Christa anschließend und sie verliesen den Raum.

Die Zeit verging und Eren versuchte die Augen zu öffnen, doch das grelle Licht machte es ihm nicht leicht. Erschöpft und mit einem deutlich zu vernehmendem Grummeln, welches aus seinem Kehlkopf ertönte, legte er seinen Handrücken an die Stirn, um diese zu kühlen. Er hatte Kopfschmerzen und fühlte sich schwach. Nochmals öffnete er seine Augen, kniff sie sogleich aber wieder zusammen, bevor sie zu engen Schlitzen wurden, mit welchen er seine Gegend ungenau musterte. Es war ein Krankenzimmer. Der Geruch von Desinfektionsmittel durchfloss seine Lunge und er hustete einmal. Wie er Krankenhäuser hasste, doch, moment. Wo war Levi? Sofort taumelte er aufspringend vom Bett und musste sich an der Wand stützen, ehe seine Kraft aus den Knien wich und er mit einem Ruck an den Boden gezogen wurde. Er legte angestrengt den Kopf in den Nacken und lehnte seinen Rücken an die Wand, seine Füße spürten den kalten Boden.

/Wo ist Levi? Wo sind meine Sachen? Verdammte Scheiße!/
Seine Augenbrauen sanken bedrohlich auf die Augenlider und falteten klar sichtbare Stirnfalten. Die Augen blitzten in einem goldgelben Ton auf und seine Muskeln spannten sich an, ehe er sich versuchte, mit seiner Kraft zu erheben. Sobald er nun wieder vernünftig an der Wand stand, schloss er die Augen, bevor er sie entschlossen öffnete und ohne groß nachzudenken in den Flur hinausstürmte, in dem sich überraschender Weise soeben keiner aufhielt. Man hörte das Ticken einer Uhr, welches durch den Gang hallte, mit jeder einzelnen Sekunde. Sein Blick schwief also an den Wänden entlang, bis er das nervige Uhrgestell entdeckte, auf welches er langsam, ungläubig und genervt zulief. Es war kurz nach vier. Verständnislos lief er zurück in sein Zimmer und sah aus dem Fenster auf die erleuchtete Stadt hinab, welche an einigen Stellen bereits ein ein tiefdunkeles Schwarz getaucht ist. Die Fensterbank entlang, welche von Staub übersehen war, strichen seine Fingerspitzen, welche er anschließend zu sich zurückzog. War das alles ein schlechter Scherz gewesen? Er drehte sich um und sah durch das Zimmer. Wieso waren all die Lichter an, um solch eine Uhrzeit, aber kein Mensch weit und breit?

"Was zur Hölle...", er ballte die Hände zu fest verschlossen Fäusten.
Ohne groß nachzudenken rannte er in den Flur und stürmte das nächste Zimmer. Niemand anwesend, Licht aus. Nächstes - niemand, Licht aus.
Das Adrenalin pochte durch seine Adern.

/Was ist das für eine Scheiße?!/
Er verstand nicht, was hier abging. Doch Zeit zum Nachdenken ließ er sich auch nicht, in seinem Kopf ging nur das Wohl Levis vor. Unüberlegt rief er durch das gesamte Gebäude.

"Levi! Hey, Levi?!"
Ängstlich raufte er sich durch die Haare und ließ sich an der Wand zu Boden gleiten, bevor die erste Träne auf den Boden traf. Gequält und am Ringen mit sich selbst schloss er seine Augen und versuchte das Schluchzen zu stoppen. Leise tappte es durch den Flur, Eren hielt inne. Der kühle Boden ließ die Schritte laut erhallen, sie bewegten sich immer näher auf Eren zu. Unsicher nahm er seinen Kopf hoch und blickte in die Richtung der Schritte. Zu seiner Überraschung wich er etwas zurück. Wer zur Hölle?!
In schwarz gekleidet, Hoodie, Mundschutz... Ein Baseballschläger?!

Langsam und schleifend lief die Person bedrohlich auf Eren zu, dieser fasste Mut und rief in seine Richtung:

"Wer bist du?!"

Keine Antwort.

"Hey, ich sagte, wer bist du!?"

Er wich immer weiter zurück, bis er am Ende des Flures angekommen war. Nun saß er dort - allein, hilflos, ausgeliefert. Doch anstatt etwas zu tun, streckte die Person in Schwarz einfach nur seien Hand aus. Kein Wort, nichts, nur die Hand. Erens Blick war sichtlich verdattert.

"Was...?", er verstand nicht ganz, doch bekam auch keine Antwort. Erst jetzt viel ihm die Cap in die Augen, doch er griff die Hand.
Ein Grinsen welches von der Person aus ging, bildete sich unter dem Mundschutz. Sie schwang den Schläger von der Schulter. Erens Puls stieg, wollte sie etwa auf ihn einschlagen?! Die Person drehte sich um und ließ den Schläger am Boden aufkommen, ehe sie diesen, genau so wie Eren, hinter sich her schleifen ließ. Still liefen sie Treppen hinunter, auf einen Abteil zu.

Intensivstation

Erens Augen weiteten sich, doch bevor er irgendwas sagen konnte, wurde er rabiat an die Wand gedrückt und ihm wurde sein Mund zugehalten. Perplex und mit erhöhtem Herzschlag blickte er auf die Person, war sie nun Verbündet oder befeindet? Und vorallem, wer war diese Person? So viele Fragen schwirren in seinem Kopf herum, sodass er nicht mehr genau denken konnte. Alles war momentan so verwirrend. Nach einigen Minuten der Spannung wich die Person zurück, ließ ihn los und lief den Gang weiter entlang. Verwirrt blickte Eren sich um, schnappte nach Luft und blickte nach links und rechts.

"Warte!", er rannte der Person hinterher, welche gerade einen gewissen Raum betrat. Als er in diesen gestürmt kam, ertönte ein lautes knallen. Seine Wange hatte einen roten Abdruck bekommen und er verlor an Gleichgewicht, ehe er an eine Seite des Raumes taumelte und die Tür zugeknallt wurde. Sein Blick wich ängstlich durch den Raum und er stand in einer Ecke, total überfordert mit der Situation. Doch sein Blick blieb an einem Bett hängen, in dem ein Mann lag, an lauter Geräte angeschlossen, welcher ihn mit seinen tiefblauen ansah.

"Eren?", ertönte eine schwache Stimme.
Levi blickte erleichtert in das Gesicht des Mannes, welchen er liebte.

"Levi!", er stürmte an das Bett und legte die Hand an seine Wange.
"Was geht hier vor? Wie geht es dir? Was ist passiert?", ein sachtes Lächeln lag auf seinen Lippen, doch seine Augen waren mit Tränen gefüllt.
Er verstand nichts mehr, das Einzige, was er wusste, war, dass er bei Levi war, und dieses Wissen reichte ihm. Die Person in Schwarz hatte sich bereits zurückgezogen und stand schweigend an die Tür gelehnt.

"Wein nicht.", meinte Levi und hob den Arm schwach an, doch ihm fehlte die Kraft.

"Du bist da... Du bist es...", Eren könnte es noch immer nicht fassen, schüttelte den Kopf und biss sich auf die Unterlippe.
Von Emotionen überrollt lehnte er sich runter und küsste ihn. Er dachte nicht darüber nach, er tat es einfach. Sein Herz hatte so weh getan. Seine Hand wanderte an Levis Brust und die andere legte er ihm in den Nacken. Seine Träne fiel Levi ins Gesicht, dieser löste sich vorsichtig.

"Weine nicht...", flüsterte er nochmal und lächelte ihn besorgt an.
"Es ist alles gut..."

Gequält nickte er.
"Ich weiß."

Dankte für die 2k reads, das freut mich wirklich sehr! Ich hoffe euch gefällt dieses Special Kapitel, würde mich über Feedback freuen^^
Eure Fiffyen

My everything<3 EreRirenWo Geschichten leben. Entdecke jetzt