Teil 1

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Freitag. Letzte Stunde. Mathe. Mehr Bestrafung ging echt nicht. Mein Blick hing an der Uhr. Doch die Stunde wollte einfach nicht vorbeigehen. Wie jede Mathestunde eigentlich.

Wahrscheinlich ging es meiner Banknachbarin und gleichzeitig BFF Lisa, ihrem Gesichtsausdruck nach, nicht viel anders als mir. Unser Lehrer Herr Gunze laberte irgendetwas vom Satz des Pythagoras, wuselte und krakelte vorn an der Tafel rum.

Doch endlich! Es klingelte. Alle meine Mitschüler sprangen auf, packten ihre Sachen beisammen und tauschten sich über das bevorstehende Wochenende aus. Ich freute mich riesig auf das Wochenende! Erstens: mein Dad war am Wochenende endlich wieder da. Er arbeitet in Kanada als Manager in irgend so einer großen Firma die Fußböden herstellt. Somit sah ich ihn nicht allzu oft.

Und zweitens: Wir wollten mit Lisa und mit meiner Nachbarin Steffi (mit der wir uns auch sehr gut verstanden) im Garten zelten.

„Ehmm ich komm dann so gegen 18 Uhr bei euch vorbei. Is das okey? Wann kommt Steffi?" fragte mich Lisa dann.

„Ja klar passt super. Auch so um 18 Uhr"

„Okey cool ich freu mich soo. Endlich wieder ein Mädelsabend!" freute sich Lisa.

„Ouhh jaa ich mich auch! Bis nachher dann!" ich umarmte sie und ging zu meinem Schließfach.

Es waren noch ca. 2 ½ Wochen bis zu den Ferien und daher war im Unterricht kaum noch was los und da kaum Hausaufgaben auf waren, brauchte ich kaum was mit nach Hause nehmen. Ich beschloss noch einmal für kleine Mädchen zu gehen, bevor ich den 20 minütigen Heimweg antrat.

Ich ging aus dem Schulgebäude und die Sonne schien mir ins Gesicht. Ich setzte mir die Sonnenbrille auf und genoss die Wärme auf meiner Haut. Es war ein wunderbar warmer Tag. Eigentlich ein perfekter Tag um Baden zu gehen. Aber da fiel mir ein, dass ich noch einiges für unseren Abend vorbereiten musste. Ich lief zum Bus und musste auch nich lange warten. Im Bus war es kalt und ein kurze Kälteschauer durchfuhr mich. Doch ich gewöhnte mich nach einer Weile daran und fand es angenehm kühl. Wie immer im Bus holte ich mein Handy raus und hörte Musik.

Nach ca. 10 Minuten hielten wir an meiner ehemaligen Grundschule. Meine Schwester Clara stieg ein und grinste von einem Ohr zu anderen. Sie setzte sich neben mich und ich nahm meine Kopfhörer aus den Ohren.

„Na du kleine Nervensäge! Wie war dein Tag?"

„Ich bin keine Nervensäge" sagte sie trotzig. „Toll war mein Tag" und grinste noch mehr.

„Warum grinst du denn so?"

Sie setzte ihre Mappe ab und holte ein sorgfältig gefaltetes Poster raus. Und dann noch eins und noch eins. „Was ist das denn?"

„Das sind mehrer Teile von einem Justin Bieber - Poster in Lebensgröße. Die muss ich ausschneiden und dann zusammenkleben."

Ich hatte komplett vergessen zu erwähnen, dass meine kleine 12-jährige Schwester komplett im Bieber-Fieber versunken ist. Ihr komplettes Zimmer ist tapeziert mit dem wohl erfolgreichsten Teenieschwarm. Ich fand ihn ganz okee. Seine Musik ist nich so schlecht und schlecht aussehen tut er auch nicht.

Ich schüttelte nur mit dem Kopf und stöpselte meine Ohren wieder zu und hörte weiter meine Musik. Doch dann zog Clara mir wieder die Kopfhörer raus. Ich beschwerte mich und fragte was das soll.

„Ich weiß ja was, was du nicht weißt" und sie grinste wie ein Honigkuchenpferd.

Ich antwortete nur mit einem „Aha". Es interessierte mich gerade nicht sonderlich.

„Soll ich es dir sagen?"

„Na dann schieß los" ich wollte es schnell hinter mich bringen und mich dann wieder meiner Musik widmen.

„Ich hab gerade gelesen das Justin sich von Selena getrennt hat!!! Ist das nicht der absolute Wahnsinn? Er ist wieder Single und wartet auf mich!" Ich schüttelte kurz mit dem Kopf und hörte nun endlich meine Musik weiter. Gibt es in ihrer Traumwelt denn überhaupt noch jemand anderes als Justin Bieber? Wohl nicht.

Zum Glück störte mich meine Schwester nich weiter. Und so vergingen die restlichen Minuten des Heimwegs.

Fall //Justin Bieber FF #wattys2015Lies diese Geschichte KOSTENLOS!