[08.06.2011 - M04 - Monsterjagd]

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Eins musste man Spider lassen: Er konnte Auto fahren. Zusammen mit Mik saß er vorne im Transporter. Weil sie auch unbedingt hatten den Transporter nehmen müssen! Wenn es nach ihr gegangen wäre, hätten sie ab Durban einen geliehen. Stattdessen hatten sie den Transporter mit einem Transportflieger transportiert. Großartig.

Derweil saß sie neben Murphy und vor Crash auf der mittleren Rückbank. Sie hatte die Arme verschränkt. Noch immer mochte sie die Aussicht nicht. Es waren mindestens zwei Stunden unebene Savannenstraße, bis sie das Reservoir erreichten.

Die Sonne näherte sich orange glühend dem Horizont, hatte ihn aber noch nicht erreicht. Sie würden im Dunkeln kämpfen. Sie konnte sie durch das Frontfenster sehen. Neben den Sitzbänken, die sie einst mit Heidenstein installiert hatte, gab es keine Fenster. Es war ein Transporter, kein Kleinbus.

„Ach komm schon, Pakhet", kam es wieder einmal von Murphy, der neben ihr vom Handy aufsah. „Mal etwas fröhlicher. Es ist echt ein Wunder, dass du noch keine Falten hast, weißt du?"

Ein Brummen von Crash, ein Brummen von ihr.

Murphy verdrehte die Augen. „Es gibt auch Worte, ihr beiden. WOR-TE." Er betonte das Wort, als wären sie schwer von Begriff. „Die kann man benutzen. Um zu kommunizieren."

Wieder ein synchrones Brummen.

Genervt stöhnte Murphy auf. „Ihr ahnt ja gar nicht wie anstrengend ihr seid!"

„Und du nicht, hmm?" Crashs Pranke griff nach vorne und wuschelte durch Murphys Haar.

Wieder trug der Junge seine jugendlich wirkende Gestalt mit den schwarzen Haaren. War es sein eigentliches Aussehen? Pakhet glaubte nicht, da die Gestalt sie zu sehr an bestimmte Filmdarsteller erinnerte.

„Hey!" Murphy duckte sich, um der Hand des Hünen zu entkommen. Wieder seufzte er.

„Jetzt wirkst du missmutig", merkte Pakhet an.

„Wir könnten ja ein Spiel spielen", schlug Spider vor. Scherzte er?

„Was?" Murphy hob eine Augenbraue und stellte sicher, dass Spider ihn im Rückspiegel sah. „Ich sehe was, was du nicht siehst?"

Spider drehte sich zu ihm um. Er grinste. „Zum Beispiel."

„Augen auf die Straße, du Idiot", grummelte Pakhet.

„Schon gut, schon gut", meinte der junge Söldner und drehte sich wieder um.

Ihre Umgebung war größtenteils verwildert. Sie waren hier nicht in Kenia oder Äthiopien, die Länder, an die Amerikaner oder Europäer meistens dachten, wenn man „Savanne" sagte. Trotzdem war es Savanne, inklusive der dazugehörigen wilden Tiere. Viele von ihnen hielten sich nicht von Straßen fern. Einige von ihnen waren groß genug, um unangenehm für den Transporter zu werden.

Sie waren auf dem Weg zum Reservoir, da die Xhosa dort ein „großes Ungeheuer" gesehen hatten. Was alles, aber auch gar nichts heißen konnte. Sie zahlten nicht gut, doch aus irgendwelchen Gründen war Smith bereit dazuzugeben. Vielleicht stammte er von den Xhosa ab.

„Warum machst du eigentlich ein Gesicht wie drei Tage Regenwetter?", fragte Murphy.

„Weil wir im Dunkeln kämpfen werden", antwortete sie. „Und weil ich es nicht mag 'Monster' zu jagen."

Murphy legte den Kopf schief. So erinnerte er auch in menschlicher Gestalt an eine Dohle. „Wieso?"

Pakhet seufzte und musterte ihn. War der Junge ahnungslos oder nahm er das Ganze bloß nicht ernst? Nahm der Junge je etwas ernst? „Weil Monster ein sehr weitläufiger Sammelbegriff ist. Die Hälfte der Monster, die ich getötet habe, waren wild gewordene Gestaltwandler oder Fae." Sie schüttelte den Kopf. „Sicher, da sind Monster. Dämonen. Elementare. Sicher unter den Fae  ..." Noch einmal schüttelte sie den Kopf auf der Suche nach dem richtigen Wort. Sie seufzte. „Vieles verdient es nicht, wie ein Tier gejagt zu werden. Das ist alles, was ich sagen will."

Murphy beobachtete sie. Er schien nicht sicher, ob er verstand. „Okay", meinte er schließlich.

Crash brummte schwer.Vielleicht verstand er sie zu gut.

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A/N: Entschuldigt bitte, dass dieses Kapitel recht spät kommt. Ich bin aktuell etwas gestresst. Es kann sein, dass das nächste Kapitel eine Woche warten muss. Dafür sollte es ab übernächster Woche wie gehabt mit 2 Kapiteln pro Woche weitergehen.

Bis dahin: Ich freue mich immer über Feedback.

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