3.10. Nackte Kinder im Hotel

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Die fünf Freunde aus dem Dorf, die drei Straßenjungen und die zwei Brüder aus der zerrütteten Familie liegen im Jugendheim des BSWD faul auf den Betten und sind richtig satt. Das Essen, das von Phils Vater Michael und von Sams Mutter Rica gebracht worden ist, war natürlich sehr lecker. Die nette Köchin hat die Speisen noch mal aufgewärmt und die Limonaden in Gefäße mit Eis gefüllt. Als Nachtisch haben die zehn Jungen genüsslich die Früchte vertilgt und zum Schluss die Fruchtfleischstücke und den süßen Saft der überreifen gelben Mangos von den klebrigen Fingern geleckt. Es war genug für alle da!

Die Süßigkeiten liegen nun in einer Tüte neben Sams Bett: "Das ist Vorrat für später", hat er entschieden.

"Mann, war das lecker!", stöhnt der Älteste der drei Straßenkinder Dodung und streicht sich über den Bauch.

Dodungs Kumpan Bernie räkelt sich auf der Matratze: "Vor allem das Limpo, das gegrillte Schwein!" Er grinst: "Davon kann ich nicht genug kriegen. Ich kann mich gar nicht erinnern, so etwas Leckeres jemals gefuttert zu haben."

Necko, der Jüngste der Straßenkinder, schläft bereits.

Die zwei Brüder aus der zerbrochenen Familie haben gemeinsam ein Bett belegt.
Der Größere gähnt: "Gar nicht so übel hier. Mein Name ist übrigens Kyle und der Kleine ist mein Bruder Albert."

Albert kommt hinter seinem Bruder hervor und winkt.

"Danke für das leckere Essen." Kyle nickt mit heiterer Stimme den fünf Freunden aus dem Dorf zu. Er streckt sich: "Mir gefällt es hier mit Euch. Es ist sehr ruhig hier. Unser Alter nervt oft. Von Zeit zu Zeit trinkt er. Dann gibt es immer Stress bei uns."
Albert kommt wieder hinter Kyle hervor. Traurig schluchzt er: "Ja, Papa nervt. Hoffentlich geht es Mama gut im Krankenhaus."

Dodung hat keine Lust, Trübsal zu blasen und sich die gute Laune verderben zu lassen: "Nachtisch, Freunde!" Er wedelt mit den geklauten Marlboro, springt auf und öffnet ein Fenster.

Bernie, Aboy, Phil, Jan und Kyle sind schnell bei Dodung. Albert döst lieber weiter auf dem Bett. Sam und Necko schlafen und Dan steht Schmiere. Dan ist sichtlich stolz über seine Aufgabe und späht durch den Türspalt. Nur Dodung und Bernie inhalieren. Den anderen reicht das Paffen mit dicken Wangen.

"Du und Bernie, Ihr seid ja wohl die Profis unter uns Rauchern!", scherzt Aboy.

Die Jungen lachen glücklich.

Dodung schaut gespielt angewidert auf die halb gerauchte Marlboro und verzieht das schmale Gesicht zur Grimasse: "Wir haben schon stärkeres als dieses Zeug geraucht."

"Nicht geraucht Dodung, geschnüffelt!", lacht Bernie, verschluckt sich am Zigarettenrauch und hustet, bis er rot wird.

"Bernie, das geschieht Dir ganz recht. Das kommt davon, weil Du immer so frech bist. Gott straft nämlich kleine Sünden sofort", freut sich Dodung und klopft seinem Leidensgefährten dennoch freundschaftlich auf den Rücken.

Die Jungen lachen laut und rauchen schnell zu Ende, immer mit Blick zu Dan, der an der fingerbreit geöffneten Tür steht und späht.

"Die Luft ist rein", flüstert Dan.

Nun dösen einige der Kinder auf den Betten, die anderen halten, schon seit etwa einer halben Stunde Mittagsschlaf.

Plötzlich steht die junge Erzieherin, Ma'am Burque, im Türrahmen: "Jungs, hier ist schlechte Luft. Ihr müsst mal lüften." Sie öffnet das Lamellenfenster.

"Aboy, Dan und Phil, 'tschuldigung, dass ich Euch wecke. Sir Sala und Ma'am Solano möchten mit Euch sprechen", flüstert sie und schüttelt Aboy, Dan und Phil vorsichtig.

REISE INS VERDERBEN - by NOKBEW™Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt