Tisch 1966

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In einem kurzen Blitz erschienen die zwei Männer an dem eben noch leeren Tisch. Einer von ihnen blickte sich kurz verwirrt um, fixierte dann den anderen erbost.

Er brachte nur einen Laut hervor, in dem aber so viel Verachtung, Resignation, Wut und sogar ein Hauch Neugier lagen, dass er mehr sprach als ein ganzer Satz:

„Q!"

Der so angesprochene grinste unverschämt zurück. Er trug am Leib dieselbe Kleidung wie sein Gegenüber: eine schwarze Hose, einen blauen Pullover mit schwarzem Kragen und darüber eine rote Jacke mit ebenfalls schwarzem Kragen und Schulterstücken, worauf vier goldene Knöpfe prangten.

„Schsch, mon Capitain", flüsterte er. „Sie stören die Vorstellung."

Max Quordelplien hatte indes irgendeine Ankündigung gemacht, worauf die Lichter noch dunkler wurden. Auf jedem Tisch entzündeten sich wie von Geisterhand Kerzen.

Q quittierte dies mit gespielter Überraschung und einer unschuldigen Geste, die wohl so viel wie 'ich war's nicht' bedeuten sollte.

Sein Gegenüber verdrehte nur die Augen und wollte gerade zu einer Erwiderung ansetzen, als die gigantische Kuppel über ihnen ihren Goldschimmer verlor und langsam transparent wurde.

Über dem weiten vollbesetzen Saal enthüllte sich ein Himmel der im Begriff schien zu zerbersten. Ein scheußliches, schauerliches Licht ergoss sich auf die unzähligen vor Entsetzen starren Wesen – ein entsetzliches Licht, ein brodelndes widerliches Licht.

„Was ...", konnte der kahlköpfige Mann nur sagen.

„Das, Jean Luc Picard", hauchte Q dem anderen ins Ohr, „ist das Ende von allem."

Und damit übersetzte er nahezu exakt die Worte Max Quordelpliens, der nun die Bühne verließ, um von Tisch zu Tisch zu gehen, während die Musik wieder einsetzte.

Picard riss sich von dem erschütternden Anblick los und wand sich dem anderen zu. „Hören Sie, Q ..."

„Un moment, s'il vous plaît", wurde er gleich wieder unterbrochen. Langsam setzten in der ganzen Halle die Unterhaltungen wieder ein.

„Garcon!", rief Q und schnippte mit den Fingern, worauf in einer Leuchterscheinung ein grünhäutiges Wesen an dem Tisch erschien. Das Wesen wirkte nur kurz verwirrt, setzte dann eine steinerne Miene der Würde auf und richtete eine Frage an die beiden Männer.

Der Translator in Picards Kommunikator übersetzte die fremdartigen Worte:

„Was darf ich Ihnen bringen, Messieurs?"

„Nun", erwiderte Q, „ich denke nicht, dass Earl Grey angemessen wäre. Führen Sie auch romulanisches Ale?"

Das Wesen konnte einen Seufzer nur fast unterdrücken. In einem leicht entnervten Tonfall antwortete es routiniert: „Wir führen alle Speisen und Getränke, M'sieur."

„Dann zweimal", rief Q fröhlich. „Aber pronto, schließlich ist nicht mehr viel Zeit."

Das Wesen hüstelte ein offensichtlich gequältes Höflichkeitslachen und entfernte sich, ehe Q es 'wegschnippen' konnte.

„Sie hassen diesen Witz", wurde Picard ungefragt aufgeklärt. „Nahezu jeder reißt ihn hier und hält sich dabei für ungeheuer innovativ."

Q grinste wieder unverschämt. „Ich konnte ihn mir einfach nicht verkneifen."

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