Es war eine Woche her, seit die Barrikadenkämpfe in Krishniaw begonnen hatten, und Khilen war selten so erleichtert gewesen wie an diesem Mittwoch, als ihnen mitgeteilt wurde, dass er einer von denen war, die von der Front abgezogen werden würden, um sich der Dissidenten in seiner Heimatstadt anzunehmen. Die Kompanie blieb, man plante bislang nur einen kleinen Einsatztrupp zusammenzustellen, um Zeit einzusparen. Gesammelt abzuziehen wäre den Aufwand nicht wert.
Offiziell teilten die Rebellen in Krishniaw die Ansichten der DAW, unterstützten allerdings ihre gewalttätigen Handlungen nicht. Aber nach Vorfällen, in denen Regimekritiker beider Lager bei Demonstrationen und Protestaktionen mit Gewalt vorgegangen waren, stellte man sie gemeinhin auf die gleiche Stufe. Inzwischen schien es mehr als gerechtfertigt.
Khilen hatte keinen vollkommenen Einblick, aber er vermutete, dass die Bürgerbewegung tatsächlich friedlichen Wurzeln entstammte. Er hatte früher selbst oft genug Soldaten zur Radikalisierung in Oppositionsbewegungen eingeschleust, und es würde ihn mehr wundern, sollte das hier nicht der Fall gewesen sein.
Was aber letztendlich der Grund für den Aufruhr war, war irrelevant. Die Fakten zählten mehr, und diese Fakten waren, dass die Aufstände bereits für Brände und Plünderungen und Gewalttaten in der Stadt gesorgt hatten, dass ihre versuchte Niederschlagung durch Tränengas mit Blasterfeuer erwidert worden war, dass das gesellschaftliche Leben vollkommen zum Erliegen gekommen war. Über die ersten Tage hinweg waren zahlreiche Meldungen in den sozialen Netzwerken erschienen von Familien, die sich in ihren Häusern versteckten, aber inzwischen ließ auch das nach.
Die Störsender, die man aufgestellt hatte, um die Kommunikation der Rebellen zu unterbinden, sorgten auch dafür, dass auch Zivilisten vom Holonet abgeschnitten waren, und hatten sich bislang ansonsten noch nicht als allzu hilfreich erwiesen. Eine besonders radikalisierte Splittergruppe der Rebellen hatte die größeren Straßenzüge vermint, und sie hatten unbestätigte Drohungen losgelassen, dass sie die Viertel der Militärfamilien mit Giftgas füllen würden, sofern man weiterhin gewaltsam gegen sie vorging. Kaum einer, der in Krishniav Familie hatte, war noch in der Lage, die Sache subjektiv zu betrachten. Auch Khilen hätte es nicht gewagt, selbst um seine Rückbeorderung zu bitten.
Auf seinem Pad befand sich immer noch das Video, was er vor drei Tagen erhalten hatte und nur ein einziges Mal sehen musste, bis es sich so in seinen Kopf gebrannt hatte, dass es unmöglich zu vergessen war.
„Hallo, Jo." Seine Frau lächelte ihn an, und ihr Lächeln war hinreißender, als er es in Erinnerung hatte, trotz der Sorge in ihren Augen. Es war hellichter Tag, und sie saß im Wohnzimmer, während Zabree an sie gekuschelt hockte und in die Kamera grinste. Milena stupste das Mädchen an. „Sag Hallo zu Onkel Dan, Bree." Zabree hatte eine Schnute gezogen aufgrund des bevormundenden Tonfalls, dann hatte sie die linke Hand aus der Decke gezogen und geschwenkt. Ihre Rechte hielt eine Tasse dampfenden Tee.
„Hey, Dan... ich hoffe, du kommst bald wieder. Das ist gerade alles doof hier... und Mama lässt mich nicht mehr zum Spielen raus und meine Freunde habe ich auch nicht sehen dürfen." Empörung ob dieser Ungerechtigkeit schwang in ihren Worten mit, ehe sie seufzte. „Das ist sooo langweilig... also komm bitte bald zurück, ja? Mama sagt, erst wenn du die Rebellen verhauen hast, dürfen wir wieder in die Schule, und meine Freundinnen haben mich angerufen und vermissen mich auch schon, aber die dürfen auch nicht raus, und das ist so ungerecht!" Die junge Twi'lek streckte die Zunge heraus, und Milena kicherte, ehe sie ihr einen Schubs gab.
„Du hast doch gestern so hübsche Bilder gemalt, Bree... hol sie mal, damit Onkel Dan sie auch sehen kann."
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Spreading Blood On Celestial Seas (Star Wars)
FanfictionVor langer Zeit, in einer weit entfernten Galaxis... - 10 Jahre nach dem Vertrag von Coruscant sieht das Imperium sich in kleinere Scharmützel, Zerschlagung von Aufständen und Wahrung seiner Macht verstrickt, während die zunehmende Aufrüstung der b...
