Kapitel 10

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Ein paar Minuten später hält das Taxi an und ich erkenne das Hotel der Jungs. Schluckend beiße ich mir auf meine Lippen und wende meinen Blick ab. Seokjin bezahlt den Fahrer und geht um das Taxi herum, öffnet die Tür und hält mir seine Hand hin. Ich ergreife diese und steige mit seiner Hilfe aus. "Komm, wir gehen rein", sagt Seokjin leise und geht mit mir zusammen los. Doch unterwegs lasse ich seine Hand los und auch wenn es uns beiden weh tut, dass ich diese Aktion mache, muss ich es tun. Ich will nicht, dass seine Fans ihn hassen, weil er mit mir unterwegs ist. So betreten wir wie zwei Fremde das Hotel und gehen zu dem Zimmer, welches Seokjin bewohnt. Er öffnet die Tür und lässt mir den Vortritt. Unsicher, da ich den Raum vorher nur von den Videoanrufen kenne, betrete ich das Zimmer. Ich schaue mich um und höre, wie Seokjin die Tür schließt. "Haru, komm her." Ich drehe mich zu ihm um und sehe, dass er seine Arme für mich geöffnet hatte. Ohne lange nachzudenken, überbrücke ich die Lücke zwischen uns und spüre kurz darauf, wie er seine Arme sanft um mich legt. "Ich weiß, was in deinem Kopf umher geht. Ich weiß, was du dir ausmalst und ich weiß auch, wie sehr du dir selbst damit weh tust. Haru, vertrau mir, wenn ich dir sage, dass alles gut wird. Wir schaffen es." Bei seinen Worten hat er sanft angefangen uns hin und her zu bewegen. Ich schließe meine Augen und sage leise: "Ich wünschte, ich wäre stärker. Seokjin, ich vertraue dir, dass habe ich schon immer getan. Aber ich habe trotzdem Angst vor der Zukunft. Du weißt, wie deine Fans sind. Viele von ihnen kennen die Grenzen nicht mehr. Ich hoffe ja, dass ich mich irre, aber was machen wir, wenn es doch so kommt?"

Bei meinen Worten hat Seokjin sich von mir gelöst und geht nun im Raum auf und ab. Ich setze mich auf das Bett und gucke ihn unsicher an. "Ich bin gerne bei dir, ich liebe es Zeit mit dir zu verbringen. Aber ich habe auch Angst. Du bist oft auf Tournee, du bist sicher durch die Security, aber was ist mit mir? Die Fans würden alles über mich erfahren, sie würden alles mögliche machen, damit ich aus deinem Leben verschwinde. Was ist, wenn ich alleine bin und etwas passiert, was wir beide bereuen würden? Ich möchte nicht in dieser ständigen Angst leben." Er bleibt stehen und guckt mich an. Meinen Wangen laufen Tränen entlang. "Haru, ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich verstehe deine Ängste, aber ich will dich nicht verlieren. Du weißt, wie ich im Moment denke. Ich bin unzufrieden, mit allem."
Er setzt sich zu mir und legt seinen Arm um mich. Zusammen sitzen wir schweigend da und jeder von uns geht seinen Gedanken nach. Ich möchte bei ihm bleiben, egal was passiert, aber ich weiß nicht, ob ich das schaffe. Ich lege meinen Kopf auf seine Brust und wir beide lassen uns zurück aufs Bett fallen. Er hält mich einfach nur weiter fest und ich atme seinen beruhigenden Duft ein. Er atmet ruhig und ich entspanne mich immer mehr. "Weißt du, egal was passiert. Egal, ob ich die Band verlassen oder nicht, egal, ob ich neben dir bin oder nicht, ich werde mein bestes geben, dich zu schützen und dich nicht alleine durch die Zeit gehen lassen", murmelt er und ich streichele zärtlich über seine Brust. Die Worte bedeuten mir viel, denn sie sind nicht selbstverständlich.

Während wir auf dem Bett liegen und einfach nur die Zeit zusammen genießen, fange ich irgendwann an zulächeln, denn ich spüre, wie er langsam immer ruhiger atmet. Ich blicke zu ihm hoch und sehe, dass Seokjin seine Augen geschlossen hat. In diesem stillen Moment hat sein Körper sich seine Ruhe zurückgeholt und er ist seelenruhig eingeschlafen.

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