Halluzinationen aufgrund von Schlafmangel.
Schlafmangel aufgrund von höchstens vier Stunden Schlaf pro Nacht unter der Woche und schlaflosen Nächten.
Schlaflose Nächte aufgrund von irrationalen Ängsten vor Schlaf, Stress und Prokrastination, Gedanken, vor denen man sich versucht abzulenken und dann sinnlos mehrere Stunden in sozialen Netzwerken ist.
So viel Zeit, in der man eigentlich viel zu müde ist, um etwas Sinnvolles zu tun, sogar zu müde, um eine Serie weiterzuschauen, weshalb man nur auf Twitter rumhängt obwohl sowieso kaum jemand noch wach ist.
Zeit, in der man wenigstens ein Buch lesen könnte, das einen interessiert, doch entweder man ist zu müde und kann sich nicht konzentrieren oder man hat keine Zeit, weil man eigentlich so viele andere Dinge zu erledigen hätte.
Dinge, die nichts Großes oder Schweres sind. Ganz einfache Tätigkeiten, wie Duschen gehen oder einmal im Leben seine Hausaufgaben nicht nur schnell vor der Stunde zu machen. Sein Zimmer nach mehreren Monaten vielleicht einmal aufzuräumen oder sich etwas anderes anzuziehen.
Doch man erledigt nichts davon, man schiebt es vor sich her, man ist gestresst, weil man so viel noch vor sich hat, doch man hat die Kraft dazu nicht, deshalb will man es wann anders machen, man hat noch weniger Zeit und man wird noch gestresster.
Anstatt diese Dinge zu erledigen macht man entweder nichts, weil die Psyche es nicht zulässt, oder man versucht sich irgendwie davon abzulenken, redet sich ein, es wäre okay, weil man ja anderes Wichtiges macht, das allerdings nicht nötig wäre.
Oder man macht sich Essen und denkt sich, man erledigt es nach dem Essen, und dann macht man sich den ganzen Tag über immer wieder kleine Dinge zum Essen. Und isst im Endeffekt viel zu viel. Und hasst sich dafür. Aber redet sich ein, es wäre okay, das alles zu essen, weil man ja wenigstens nur gesundes Essen isst, weil man Angst vor anderem Essen hat, weil man das nicht essen kann.
Und man hasst sich im Endeffekt doch dafür, auch dieses gesunde Essen zu essen, weil es so viele Kalorien sind und man damit nicht klar kommt, und man seinen Körper hasst.
Man will wieder abnehmen, erstellt sich Essenspläne, Sportpläne, doch scheitert, aufgrund von mangelnder Motivation. Es fehlt einem einfach die Kraft dazu.
Oder man rutscht wieder zurück in die Essstörung und isst wieder zu wenig, bis wieder Essen das einzige ist, das einen glücklich macht, wenn man alleine zu Hause ist und man wieder zu viel isst.
Man isst zu viel, übergibt sich dann, um nicht zuzunehmen, weil man seinen Körper absolut verabscheut, sobald man vor einem Spiegel steht, fängt man an zu weinen wenn man sich genauer betrachtet. Man schaut immer an sich runter, fässt um seine Beine und um seine Arme um zu testen, ob man zugenommen hat oder nicht.
Man wiegt sich mehrmals am Tag oder hat zu viel Angst vor der Zahl auf der Waage, will erst wieder sicher sein, im Spiegel sehen, dass man dünner geworden ist, bevor man wieder sein genaues Gewicht wissen will.
Man isst zu viel, übergibt sich, bis einem auch dazu die Kraft fehlt. Man isst zu viel, und nimmt wieder zu. Man hasst sich dafür. Es hört nie auf. Man isst wegen Stress, weil Essen kurzzeitig glücklich machen kann, weil man versucht damit die Leere zu füllen.
Doch man bekommt diese Leere nicht weg, sie ist immer da, sie schwächt alle Gefühle ab, macht, dass man sogar auf Dinge, die man eigentlich mag, keine Lust mehr hat oder sie zu anstrengend sind.
Sie macht, dass man so wirkt, als wäre einem alles egal, und dass es das oft auch wirklich ist.
Sie macht auch, dass manches einfach nicht mehr richtig funktioniert, dass es nicht geht, dass man dadurch Menschen verliert, die einem wichtig sind, weil man zu kalt wirkt.
Die Leere ist immer da, nur plötzlich, in Extremsituationen, wenn etwas anderes durch irgendetwas ausgelöst wird, kommen die Gefühle viel zu intensiv und auf einmal.
Man will sich verletzen, ohne eindeutigen Trigger.
Man will dieser Leere aus dem Weg gehen, etwas fühlen.
Man will, dass man nicht das Gefühl hat, man dreht komplett durch, wird verrückt, wenn man viel zu viele oder einfach keine Gedanken im Kopf hat.
Man kann nicht genau erklären, weshalb.
Man will nicht schlafen.
So viel Zeit in der man sich davor abhält zu schlafen, obwohl der Körper es brauchen würde, obwohl man so nur noch müder und schlapper und energieloser wird.
Eine irrationale Angst vor dem Einschlafen, nicht einmal immer vor der Träumen, sondern vor allem vor der Zeit zwischen Einschlafen und wach sein, wo man einfach nur im Bett liegt und seinen Gedanken machtlos ausgeliefert ist.
Albträume. Vewirrende, zusammenhangslose Szenen, die aufeinander Folgen und purer Stress sind. Träume, in denen man sich nicht erholen kann.
Mehrfaches Aufwachen in einer Nacht, unterbrochener Schlaf.
Triggernde Träume, an die man noch mehrere Wochen nachdem man sie geträumt hat denkt.
Viel zu wenig Schlaf. Zu wenig Erholung, zu viel Stress.
So wenig Schlaf, dass einem trotz viel zu viel Essen, mit dem man versucht wenigstens etwas Energie zurückzugewinnen, durchgehend schwindelig ist.
So wenig, dass man Halluzinationen hat.
Aber im Endeffekt ist man nur müde.
Müde von all dem, müde vor Stress, müde weil man keinen geregelten Tagesablauf hinbekommt, müde weil man, egal was man versucht, gefühlt immer etwas falsch macht, müde weil alles ermüdent ist.
Aber zusammengefasst müde.
Nur bedeutet dieses müde viel.
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müde
Short Storymüde ist vieles. // cw self harm, suicidal thoughts, eating disorder, mental healt issues
