2.„ White Queen(as it began)"

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"Schach Matt", grinste ich und sah fast schon liebevoll dabei zu, wie meine Dame Moonys König köpfte. 

"Wie kann das denn sein!?", rief er lachend und stand auf, ohne auch nur einen Blick auf seine Niederlage zu werfen. "Du musst schummeln oder so!"

Ich grinste, schob die Figuren in eine Schachtel und stellte diese zurück in das Regal von Sirius, denn das Spiel gehörte ihm.

"Ich bin einfach nur eine sehr gute Schach-Spielerin", erwiderte ich und lächelte. 

Die laute Musik, die von unten, aus dem Gryffindorgemeinschaftsraum kam, war unfassbar nervig, aber wir taten unser bestes, um sie zu überdecken.

Remus kniete über dem Plattenspieler und drehte die Platte, die wir bis eben noch gehört hatten.

Ebenfalls von Sirius.

"Was machen wir jetzt?", fragte ich und zog meine Knie an.

Moony, der grade die Nadel aufgesetzt hatte, erhob sich und streckte seine Hand aus.

"Tanzen", sagte er ruhig, wobei im Hintergrund leise "White Queen (As it began)" von meiner Lieblingsband anspielte. 

Ich schnaubte belustigt und nahm seine Hand.

"Ich kann gar nicht tanzen", lachte ich, als er mich zu sich zog und seine Hand an meine Taille legte. 

Das Zimmer der Jungs war nur von ein paar Kerzen erhellt, die in einigen Ecken schwebten und lange Schatten warfen. 

"Ich auch nicht", erwiderte er grinsend und hob mich überraschend hoch, um mich auf seine Schuhe abzusetzen, damit ich keine Schritte machen musste.

"Du weißt schon, dass das hier unglaublich schnulzig ist?", fragte ich und verschränkte meine Arme hinter seinem Nacken, was sich bei unserer doch sehr unterschiedlichen Größe als schwierig herausstellte, doch ich bekam es auf die Reihe. "Mich zu meinem Lieblingssong, den ich vor jedem verheimlicht habe, zum tanzen zu zwingen?"

Er grinste nur und wankte vorsichtig hin und her, so dass ich nicht von seinen Füßen kippte. 

"Wie hast du das überhaupt rausgefunden?"

Er zuckte mit den Schultern und warf einen kurzen Blick zu dem Plattenspieler.

"Ich hab gesehen, wie du immer die Augen schließt, wenn wir die Platten durchhören und der Song kommt... Und deine Reaktion, wenn Sirius oder James sie überspringen, weil sie es langweilig finden."

Ich seufzte und schloss meine Augen, so wie er gesagt hatte und genoss einfach die Musik.

"Ich wünschte, ich würde auf dich stehen Remus, I'm bloody honest..."

Sein Griff um meine Taille wurde etwas fester, doch sonst zeigte nichts an ihm eine Reaktion.

"Ich weiß auch, was dein Lieblingssong von den Beatles ist... Oder von den Rolling Stones...", redete er weiter und ich kam nicht ohnehin, seine charmante Stimme anzuerkennen.  "Blackbird und Sympathy for the Devil, hab ich recht?"

Ich lächelte leicht traurig und öffnete meine Augen wieder.

"Aber, Rem, ... du weißt, dass das nichts an uns ändert, oder?"

Er nickte leicht und zog seine Mundwinkel zu einem bitteren Lächeln.

"Ich weiß, nur... Die Art..., wie du... atmest, macht mich so verrückt..."

Ich konnte nicht anders, als ihn einfach anzustarren.

Diese blassgrünen Augen, die Narben, die Haare, die ihm so ästhetisch in's Gesicht fielen, er war einfach wunderschön.

Auf seine ganze eigene Art und Weise, so wie ich es noch nie bemerkt hatte. 

Die statische Elektrizität, die zwischen uns herrschte, knisterte fast, doch als die Platte laut knackte, wurde diese Spannung so schnell wieder unterbrochen, wie sie gekommen war.

Ich räusperte mich und nahm etwas Abstand.

"Wish You Were Here", sagte er leise.

"Was?"

"Dein Lieblingssong von Pink Floyd."

Ich sah ihn kurz an und wollte etwas erwidern, aber die Tür schwang auf und knallte gegen die Wand, was mich zum zusammenfahren brachte. 

"Na, ihr Langweiler?", grinste Sirius und wankte etwas, immer noch im Türrahmen stehend. "Unten is' 'ne super Party!"

"Sirius, du bist komplett dicht", stellte ich fest und blieb hinter Remus stehen.

"Und du noch nicht, also schwing deinen Arsch runter, Bo!"

Ich seufzte und tauschte ein Blick mit Remus, der nur mit den Schultern zuckte. 

"Raven und ich haben einen schönen Abend, wir brauchen keinen Alkohol", erwiderte Moons ruhig und versenkte seine Hände in seinen Hosentaschen. 

"Ohne Alkohol?!", fragte er ungläubig und machte unsicher, torkelnde Schritte auf mich zu und wollte mein Handgelenk greifen, doch ich zog es weg.

"Sirius, ich gehe jetzt sicherlich nicht auf einmal mit dir nach unten zur Party", schnaubte ich und nahm etwas Abstand. 

Ich betrachtete ihn kurz und rechnete irgendwie damit, dass er aufdringlich wurde, doch er zuckte nur mir den Schultern und drehte sich wieder um.

"Siehst du? Da ist gar nichts", seufzte ich, als die Tür wieder zuging. "Er behandelt mich ganz normal... Und ich dachte..."

Remus, der wieder am Plattenspieler rumwerkelte schwieg und erwiderte einfach nur meinen Blick.

"Ich bin wahrscheinlich grade wie jedes andere Mädchen, dass auf Sirius steht..."

Ich ließ mich auf einen Ohrensessel in einer der Ecken fallen und starrte an die Decke.

"Ich hätte gehofft, er hätte mir wenigstens gesagt, dass es vorbei ist, bevor es überhaupt angefangen hat...", murmelte ich währendem Freddie Mercury im Hintergrund leise "so sad it ends - as it began" sang.

---805 Worte---

Stubborn Was Her Favourite Spirit //Zeit der RumtreiberWo Geschichten leben. Entdecke jetzt