»19. Nicht meine Schuld«

747 48 3
                                          

"Ich bin stolz auf dich", bemerkte Remus und schlenderte neben mir den leeren Gang entlang. "Du lernst ziemlich schnell, wenn du dich einmal hinsetzt..."

Ich sah ihn beleidigt an.

"Du hast mir gedroht, dass ich nie wieder irgendwas Essen darf, wenn ich jetzt nicht aufpasse...", murrte ich. "Das ist nicht fair."

"Es kommt auf's Gleiche raus", schmunzelte er und legte einen Arm im Gehen um meine Taille.

"Ja, dass ich dich hasse", schnaubte ich, meinte das aber natürlich nicht ernst.

"Oh, ja, du hasst mich so sehr, dass du die Augen nicht von mir nehmen kannst..."

"Aber sowas von...", murmelte ich und sah zu ihm hoch.

Er blieb stehen, zog mich näher und küsste mich kurz.

Wahrscheinlich tat er dies auch nur, weil die Gänge komplett leer waren, denn Remus hasste es wie die Pest, Nähe in der Öffentlichkeit zu suchen.

Mir und Sirius kam das nur Recht...

"Hattest du eigentlich schonmal eine Freundin?", fragte ich, als er sich wieder löste und sah zu ihm hoch, währendem wir langsam den Gang hinunter schlenderten.

"Wenn sich Sirius Black dein bester Freund schimpft, nicht... Neben ihm wirkt man recht... Unbeeindruckend. Außerdem klappt das mit der Krankheit und der Freundin nicht so..."

"Du bist gar nicht unbeeindruckend", murmelte ich leise und bog mit ihm um eine Ecke.

"Hört, hört", lachte Rem leise und klang dabei so attraktiv, dass es mir eine Gänsehaut den Rücken runterjagte. "Ein Kompliment..."

"Ach halt dein Maul... Wo ziehst du mich denn überhaupt hin?", wechselte ich das Thema.

"Poppy will mit mir sprechen", erklärte Remus und bog erneut um eine Ecke.

"Aha?", machte ich fragend, da ich nicht ganz sicher war, um was es da gehen sollte.

"Du wirst schon sehen."

"Ich bin mir nicht so sicher, ob ich das gut oder schlecht auffassen soll..."

"Ich auch noch nicht..."

---

"Bitte was?!", fragte ich schockiert und starrte Madame Pomfrey schockiert an.

Remus drückte mich langsam wieder zurück auf den Stuhl, sah aber auch nicht besonders an.

"Und ich kann nichts dagegen tun?", fragte ich und starrte die etwas ältere Frau schockiert an. "So kann ich doch nicht leben. Vor allem nicht mit ihm."

"Komm mal runter, ist ja nicht so, als würde ich dich zwingen, in der Küche Abendbrot für mich zu machen!", murmelte Remus verärgert.

"Es trotzdem beschissen!"

"Language!"

"Sorry... Siehst du?! Du machst es schonwieder!"

"Beruhigt euch beide. Ja, es ist wie es ist. Dadurch, dass du als Neu-Gebissene in sein "Revier" gekommen bist, stehst du im Rudel nunmal unter ihm...", murmelte Madame Pomfrey bedauernd und sah zwischen uns hin und her.

"So will ich doch nicht leben... Ich will nicht dauernd bevormundet werden...", jammerte ich.

"Um ehrlich zu sein, denke ich das nicht wirklich...", widersprach Remus mir vorsichtig. "Vollmond hat sich dein Wolf noch nicht mal die Mühe gemacht, meinen herauszufordern... Und dein Wolf ist immernoch ein Teil von dir..."

"Jetzt bin ich also eine Emanze!", rief ich verärgert und stand auf. "Gut zu wissen!"

"Das sag ich doch gar nicht, June, ich weiß, es ist bald Vollmond, aber du musst jetzt hier keine Szene machen...", murmelte erschöpft.

"Du unterstellst mir doch, dass ich mich gern von dir herum kommandieren lasse..."

"So meinte ich das gar nicht... "

"Dann hör auf, mir zu sagen was ich zu tun habe!"

"Gut mach ich nicht und jetzt setz dich, Merlin verdammt, nochmal hin!"

Ich ließ mich widerwillig auf meinen Stuhl fallen und verschränkte die Arme.

"Gibt es irgendwas, was wir dagegen tun können?", fragte Remus die Frau vor uns, die uns anteilnahmslos ansah.

"Well...", murmelte sie und räusperte sich. "Ich muss Remus da leider zustimmen. Solang der Wolf in ihnen nicht gleichstellen will, wird es auch so bleiben..."

"Aber-!", rief ich empört und sah zu Rem. "Ich will doch...! Wenn ich einfach genau das Gegenteil davon tue, was er mir sagt? Kann ich dann nicht selbständig werden? So als Wolf?"

"Ich weiß es nicht, aber es könnte klappen .. Du weißt aber schon, dass das nicht sehr einfach sein wird?"

"Ich krieg das schon hin", sagte ich zuversichtlich und stand auf. "Danke für ihre Hilfe, Madame Pomfrey."

---677 Worte---

Es lebt!

Mr. Fear | RumtreiberWo Geschichten leben. Entdecke jetzt