Ich stieg aus dem Bus und atmete erst ein mal tief durch. Die frische Luft war eine Wohltat, nach der stickigen im Bus. Meine Gelenke knackten, als ich mich streckte. Ich gähnte und sah mich um. Der Parkplatz war voller Autos, Eltern und Bekannten, die uns abholen sollten.

Ich wartete, bis alle ausgestiegen waren, der Busfahrer die Klappe des Fahrzeuges öffnete und die ganzen Koffer daraus holte. Nach eine halben Ewigkeit bekam ich meinen Koffer und stellte mich etwas abseits hin.

Ich zückte mein Handy und rief meine Mom ab, ich hatte ihr Auto, den silbernen Mercedes noch nicht gesehen. Nach dem fünften Klingeln ging meine Mom ran.

"Hallo?"

"Mom, ich bin's. Wo bist du? Ich steh hier grad an dem Parkplatz, von dem du mich abholen solltest."

"Oh, Mist! Ich kann grad nicht. Ich bin in einer Lehrerbesprechung. Schatz, kannst du nicht mit John oder Viv mitgehen? Ich kann wirklich nicht, es tut mir Leid. Oder du gehst, wenn du einen Schlüssel hast."

"Gut, ich geh zu nem Kumpel. Ruf mich an, wenn du zu Hause bist. Ich hab meinen Schlüssel nicht dabei."

"Gut, bis dann. Hab dich lieb!"

"Ich dich auch."

Und damit legte ich auf. Ich seufzte. Super! Ich sah mich um und sah, dass sich der Parkplatz um die Hälfte schon geleert hatte.

Ich suchte die Menge ab und konnte bald John's weißes Haar erkennen. Er redete mit Sam und schien rundum glücklich. Mein Blick wanderte weiter. Viv und Isa stiegen gerade in ein Auto und verließen den Parkplatz.

Ich sah wieder zu John und Sam, doch die beiden waren nicht mehr da. "Scheiße!", fluchte ich.

"Was los?", fragte plötzlich eine Stimme, die mir mehr als bekannt war. Ich drehte mich um und sah ihn seine blauen Augen. Ich lächelte ihn schief an. "Meine Mom kann nicht kommen, wegen der Arbeit und ich hab keinen Schlüssel. Meine Kumpel sind alle schon weg und ich weiß nicht, wann meine Mom wieder kommt.", schloss ich.

Jordan hatte aufmerksam zugehört und fing bald darauf an zu grinsen. Er beugte sich zu meinem Ohr runter und fragte mich: "Bock, zu mir zu kommen?"

Ich sah ihn mit einem "Dein-Ernst-Blick" an und nahm meinen Koffer. "Gut, aber nur, wenn du mich nicht vergewaltigst", lachte ich dann.

Er schlug mir sanft gegen die Schulter und lachte leise. "Ich bring dich dazu, dass du es willst", hauchte er dann in mein Ohr.

"Hm, ja klar. Dafür brauchst du Jahre!", konterte ich und lachte. Doch ich wusste, dass ich sofort in seiner Gewalt wäre, wenn er nur wollte.

Er nahm seinen Koffer und ich folgte ihm zu einem roten Auto. Ich erkannte einen Corvette Stingray. Er war dreckig, doch ich konnte sehen, dass er glänzte wie ein Stern, wenn er sauber wäre.

Jordan nahm meinen Koffer und legte ihn in den Kofferraum, bevor er sich an den Fahrerplatz setzte. Ich stieg auf der anderen Seite ein und sank auf den Boden. Das Auto war tief gelegen und ich saß fast auf der Straße.

Jordan startete den Wagen und fuhr los. Da kam mir eine Frage ins Gedächtnis.

"War dein Wagen die ganze Zeit da gestanden oder wie war das jetzt?"

Jordan sah zu mir rüber und meinte: "Meine Schwester hat ihn hier her gefahren und ist dann zu ihrem Freund gelaufen. Er wohnt nur zwei Straßen weiter."

"Und wie kommt sie dann heim?"

"Sie wohnt da"

Ich nickte und sah auf die Straße. Es war gerade mal früher Vormittag, aber für mich fühlte es sich so an wie am Abend.

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