After eleven years

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Taekook OS
Taehyung lief, mit Jungkook an seiner Hand, den langen Strand entlang. Er und sein Nachbar, sein bester Freund waren mit gerade Mal ein paar Minuten abstand geboren und so zusammen aufgewachsen. Taehyung war die paar Minuten älter und zog damit natürlich immer, wenn er konnte, seinen besten Freund auf. So auch gerade, als er darüber sprach, wie gefährlich die Wellen des Wassers sein könnten. „Und Kookie? Denk daran, dass Wasser kann gefährlich sein, es ist sehr stark und wenn du nicht schwimmen kannst, dann kann es dich wegziehen. Das ist das Gefährliche daran. Also bleib immer bei mir, ja?“ „Natürlich, Taetae! Wir bleiben immer beisammen!“ „Natürlich. Kleiner Finger Schwur?“ „JA!“ Taehyung blieb stehen, streckte seine Hand nach Kookies aus und verhakte ihre kleinen Finger. Ein vorsichtiger Kuss auf die Stirn folgte und so spazierten die Sechsjährigen Hand in Hand zurück zu ihrer Ferienunterkunft.
Taehyungs Mutter war vor einem dreiviertel Jahr schmerzlich verstorben, nachdem sie bei einem Autounfall lebensgefährlich verletzt wurde. Die sonst so von Sport begeisterte junge Frau, war ins Koma gefallen, nachdem man sie mehrmals operiert hatte. Wäre sie wieder aufgewacht, wäre sie Querschnittsgelähmt gewesen und nie wieder glücklich geworden. Taehyungs Vater war natürlich anfangs geschockt und zutiefst verletzt, doch mit der Hilfe seiner Familie und Freunde konnte er schnell wieder auf den Beinen stehen und nach vorn blicken. Seine Frau hatte nie vor irgendwelchen Dingen Angst und so konnte Taehyungs Vater zwar nicht damit abschließen, aber sich damit arrangieren und für seinen Sohn da sein. Natürlich war auch Kookies gesamte Familie für die Beiden da und so waren sie alle nun nach längerer Zeit zusammen in den Urlaub gefahren. Doch während dieser Tage, hatte Taes Vater etwas Schreckliches zu verkünden.

„Wir versuchen in Kontakt zu bleiben, ja? Wenn ich aus der Schule komme, kann ich dich anrufen. Dann können wir uns erzählen, was an den Tagen passiert ist. Es ist sicherlich einfach, in Kontakt zu bleiben. Es ist doch nur ein Unterschied von… APPA!“ Taehyungs Vater trat traurig lächelnd hinter seinen Sohn und legte ihm die Hände auf die Schultern. „Mein Kleiner… es sind im Winter acht Stunden und im Sommer sieben Stunden und wir fliegen jedes Jahr hier her, um Kookie und seine Familie zu besuchen. Sie können auch zu uns kommen. Natürlich bleiben wir immer in Kontakt. Keine Sorge, mein Kleiner. Du sollst dich auch nicht sorgen, Kookie, ja? Ihr schafft das zusammen.“ Die Kleinen nickten, dann zogen sie sich in die Arme und gaben sich erneut jeweils einen Kuss auf die Stirn. „Ruf an, wenn du in Italien bist, Taetae.“ „Natürlich, Kookielein.“ Ja, dieser Abschied war bisher mit viel Stärke verlaufen, doch als es an der Zeit war, in das Auto zu steigen, flossen die ersten, und bei weitem nicht die letzten, Tränen.

Es war vier Jahre Später, Taehyung war inzwischen elf Jahre alt und hatte sich in dem kleinen italienischen Dorf gut eingelebt. Die Sprache hatte er sehr schnell gelernt und auch Freunde gefunden, die ihn mochten, obwohl er aus Korea war. Nicht, wie die alten Senioren in dem süßen Dörfchen, die allesamt wenig begeistert waren, als das leerstehende Haus am Ende der kleinsten Straße bezogen wurde. Doch an Taehyung waren diese Dinge vorbei marschiert, als wären sie eine Wolke. Wichtiger war für ihn, den Kontakt zu Jungkook zu halten und dies hatte er gut verwirklicht. Gerade jetzt war es für ihn 13 Uhr und somit konnte er ungestört Jungkook vom Festnetztelefon anrufen. Handyempfang war eine Rarität in der Gegend, wo Taehyung lebte, jedoch wusste er sich zu helfen. Nach kurzem Klingeln, ging Jungkooks müde Stimme auch schon ran. „Tae… Hallo. Wie geht es dir?“ Taehyung grinste, endlich konnte er in Ruhe Koreanisch reden. (A/N: Also… ich kann kein Koreanisch und werde das natürlich von niemandem verlangen, deswegen stellen wir uns vor, dass hier ein staatlich geprüfter Übersetzer für uns arbeitete, oder so.) “Kookie! Wie geht es DIR? Mir geht es gut, Appa auch, er hat einen neuen Geschätspartner gefunden, mit dem er sehr gut klar kommt.” Kookies Stimme war ruhig, als er sprach. “Mir geht es auch gut, die Schule ist stressig, ich bin gerade eben erst nach Hause gekommen und müde.” “Oh, das tut mir Leid. Ich bin auch gerade eben nach Hause gekommen.” “Ist es bei dir nicht aber erst 13 Uhr?” “...Ja.” Taehyung hatte gezögert, im Vergleich war sein Leben um einiges einfacher, als das seines besten Freundes. “Tae… ich schaue mir gerade den Mond an. Wenn du nachher aus dem Fenster schaust, dann wirst du einen kleinen Fleck sehen, nimm dir ein Fernglas. Er ist am linken Rand, du wirst wissen, was ich meine. Diesen Fleck will ich nun als Symbol für unser Freundschaft setzen. Wenn wir für lange Zeit nicht sprechen können, dann können wir wenigstens am Abend nach oben schauen und den Mond betrachten. Außer es ist Neumond, dann müssen wir telefonieren, egal wann es ist.” “Deal. Dafür bin ich. Und irgendwann, wenn ich wieder Mal in Korea bin, schauen wir uns zusammen den Mond an.” “Jaaaah.”, gähnte er, “Tae, ich werde jetzt ins Bett gehen, ich bin müde.” “Klar, Kookie. Gute Nacht und schlaf gut!” Tae grinste, und legte auf, bekam also  nicht mit, was Kookie erfreut erzählte. “Ach ja, Tae? Meine Eltern meinen, dass ich eventuell bald zu dir kommen kann! Sie wollen gern mal nach Italien! Hallo?” Kookie bemerkte, dass er keine Antwort mehr bekommen würde und legte traurig auf. Vielleicht war dies auch der Grund, weswegen solch ein Treffen nie zustande kam. Wie gern er seinen besten Freund wieder sehen würde. Doch seine Noten waren in den letzten Tagen und Wochen schlechter geworden und so soll er sich mehr auf die Schile konzentrieren, als das tägliche telefonieren mit Taehyung. So kam es, dass die beiden irgendwann nur noch aller zwei Tage, später einmal die Woche, dann einmal im Monat telefonierten und schließlich, als sie 16 Jahre alt waren, telefonieren sie das letzte Mal, für eine lange Zeit.

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