»13. Ganz große Klasse! Super! Wunderbar! Besser kann's nicht laufen!«

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Mit dröhnendem Kopf richtete ich mich auf.

Diesmal, zu meiner Überraschung, aber nicht in meinem Bett, sondern im Freien.

Über mir zeichneten sich die Wipfel der Kiefern ab, die sich hoch in den Himmel erhoben.

"June!", rief jemand weiter entfernt und riss mich aus meinen Gedanken. "June, wo bist du?!"

Ich erhob mich aus dem Farn und bemerkte jetzt erst, dass ich nackt war.

"I-ich...", antwortete ich unsicher. "Ich hab keine Klamotten..."

"Ich hab welche für dich...", kam es von der Stimme, die ich erst jetzt als die von James erkannte. "Ich komme jetzt."

Ich stürzte schnell hinter einen Baum, da es die einzige Deckung war, die in diesem spärlichen Wald zu finden war.

"June?", fragte er dann und seine Stimme war jetzt viel näher.

"Leg die Sachen auf den Boden."

Er schnaubte nur.

"June, du bist nicht das erste Mädchen, was ich-"

"Leg die Sachen ab und dreh dich um!", forderte ich.

"Gut. Die Kleidung liegt und ich bin umgedreht."

Ich lugte vorsichtig um die Ecke und erhielt einen Blick auf seinen verstrubbelten, schwarzen Haarschopf.

Ich kam hervor wie ein scheues Reh und erblickte ein weites Shirt von Sirius und die Hose, die zu der Schuluniform der Jungen gehörte.

Nur an einen BH hatte natürlich Niemand gedacht...

Aber besser als gar nichts.

"Wo sind die anderen?", murmelte ich und verschränkte vor meiner Brust.

"Die warten vorne auf uns. Kannst du dich an Gestern erinnern?"

Ich richtete meine Augen fest auf die vorbeiziehenden Baumwipfel.

"Nein", sagte ich dann zögernd. "Sollte ich das?"

"Nein, Moons kann das auch nie. Wir erfinden dann immer die besten Geschichen, um ihn in den Wahnsinn zu treiben", grinste er verschmitzt und trat einen Stein weg. "Hey, Leute, unser Wölfchen ist aufgetaucht."

"Mond-Wolf-Werwolf-Wolfen-Mond-von-und-Mond-Werwolf", verbesserte Remus und lächelte schwach.

Im Gegensatz zu mir, hatte er seine Sachen vom Vortag an.

Empört öffnete ich meinen Mund deutete auf Remus' beigen Pullover.

"Wo sind meine Sachen?"

"Naja... Du hast dich gestern geweigert, dich auszuziehen... ", murmelte Sirius zögernd und trat auf mich zu. "Aber mein Shirt steht dir wirklich gut."

Ich verschränkte die Arme unter dem unangenehmen Verdacht, dass Sirius direkt auf meine, zu allem Unglück BH-losen, Brüste schaute.

"Können wir jetzt rein?", fragte ich und rauschte an ihm vorbei zu Remus, dem ich das Bisschen Selbstbeherrschung zutraute.

Er nickte mit einem leichten Schmunzeln und ging ein Stück weiter vor mir den Hügel hoch.

"Ich hätte nicht gedacht, dass die beiden sich so gut verstehen...", flüsterte Sirius hinter uns James zu.

"Ich auch nicht ... Wölfchen hat sich ja verhalten wie ein zahmes Hündchen..."

"Ich kann auch anders", murmelte ich genervt.

"Uuuuhh", machte James anzüglich und stieß Sirius Augenbrauenwackelnd in die Seite. "Darauf würde ich mich freuen, Tatze."

"Ach seid doch leise ...", grummelte ich und machte ein paar Sätze nach vorn, um schneller von beiden Quatschköpfen wegzukommen.

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"Was zur Hölle ist das?!", rief ich aufgebracht und klatschte das Papier auf den Tisch, an dem die Drei saßen und spielten Schach oder lernten.

"Ach du Scheiße...", nuschelte James, der sich die Hand vor den Mund gehalten hatte und zwar auf den ersten Blick geschockt aussah, auf den zweiten aber einfach nur amüsiert.

Auch Remus zog das Papier zu sich und sah dann mit gerunzelter Stirn zu mir hoch.

Erneut warf ich einen verabscheuten Blick auf das Blatt, dass sich "HogwartzNewz" nannte und über mich und Sirius schrieb.

"Sirius Black(16),June Taylor(16) und die schnelle Nummer im Wald!", las ich aufgebracht vor und griff mir in's Haar.

Jetzt, da ich kaum noch mit Kopfschmerzen zu kämpfen hatte, konnte ich jetzt auch wieder ohne Einschränkungen rumbrüllen.

"Am heutigen Morgen wurden von mehreren Augenzeugen Frauenschwarm Sirius Black und graues Mäuschen June Taylor gesichtet, die aus dem Wald kamen. June mehr oder weniger Unterwäschelos. Ein entsprechender Verdacht liegt nahe. June, keiner trägt gern Unterwäsche in der Öffentlichkeit, doch trotzdem bittet dich die Redaktion darum, das nächste Mal auch Rücksicht auf die jüngeren Besucher der Schule zu nehmen. Eines ist jedoch klar: Grau und unauffällig ist June nach diesem Auftritt definitiv nicht mehr!", las ich mit geröteten Wangen vor, da keiner von den Jungs dazu etwas sagte.

"Beruhig dich mal, du weißt es doch besser...", murmelte Sirius nach kurzen Schweigen, der meinen Punkt nicht zu verstehen schien. "Vielleicht ist es sogar besser, wenn die Leute denken, dass wir nur Sex hatten..."

"Nur Sex...", hauchte ich, da ich es einfach nicht fassen konnte. "Sirius! Du hast deinen Ruf ja schon und bist offensichtlich mit ihm zufrieden, aber den Scheiß hier lesen auch Lehrer!"

Ich funkelte ihn wütend an, währendem ich diese verdammten Zeitung zerknüllte.

"June, komm runter", mischte sich jetzt auch Remus ein, der sofort Augenkontakt zu mir suchte. "Ich weiß, dass das schlecht für dich ist, aber es bringt jetzt auch nichts. Mellanie hat den Krieg angefangen, du tust am besten damit, nicht zurückzufeuern..."

Seine Stimme war so ruhig und entspannt, dass sich mein Puls deutlich beruhigte, ebenso wie mein Atem.

"Wahnsinn, bist du ein Löwenbändinger?", flüsterte James anerkennend Remus zu und kassierte einen bösen Blick von mir.

Ich wandte mich ab, schmiss den Müll in den Ort, wo er am besten hingehörte-in den Papierkorb-und trottete auf mein Bett zu, auf dem schon die Aufzeichnungen von den letzten Stunden lagen.

---877 Worte---

Mr. Fear | RumtreiberWo Geschichten leben. Entdecke jetzt