Kapitel 9

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Wir setzen uns zusammen wieder zurück an den Tisch und kurz darauf servieren Hoseok und Jimin das Essen. Als wir dieses sehen, müssen sowohl Seokjin und ich lächeln. Auf dem Teller befindet sich etwas, was wir beide auf ewig in Erinnerung haben werden. Das gleiche Gericht haben Seokjin und ich damals bei unserem ersten Date gegessen, nur das ich es damals für ihn gekocht hatte. Ich weiß noch, wie unsicher ich war, als ich in der Küche stand und es gemacht habe. Meine Unsicherheit war spürbar und ich wollte im Boden versinken. Doch am Ende war die Unsicherheit umsonst, denn Seokjin schmeckte es sehr gut. Mein Blick wandert zu meinem Freund und ich frage ihn: "Woher wissen sie, was wir bei unserem ersten Date gegessen haben?" Seine Wangen färben sich leicht rot und er nuschelt etwas vor sich hin. "Seokjin? Ich hab es nicht verstanden", sage ich vorsichtig und seine Augen treffen auf meine. Doch bevor er antworten kann, hört man eine tiefe Stimme sagen: "Als ob er ihr die Wahrheit sagt. Er würde niemals zugeben, wie sehr er für ihr Essen geschwärmt hat." Ich hebe überrascht eine Augenbraue bei den Worten und Seokjins Wangen nehmen eine noch tiefere Rotnuance an. Von den anderen Jungs hört man nichts als Kichern, der Anblick des Älteren amüsiert sie echt köstlich.

"Ja, gut. Ich gebe zu, ich habe deine Kochkünste gelobt, vielleicht ja auch für sie geschwärmt. Aber mir wurde damals halt nur noch bewusster, was für eine wundervolle Person in mein Leben getreten ist. Es hat auch nichts mit deinen Kochkünsten alleine zu tun, dass ich dich liebe. Selbst wenn du nicht kochen könntest, mein Herz würde dir gehören. Es gehörte dir bereits, als du damals schüchtern Backstage kamst, um deine Cousin zusehen. Die Art und Weise wie du verlegen deine Hände geknetet hast, wie dein Blick mehr auf den Boden als auf uns gerichtet war und wie du dann schüchtern Hallo gesagt hast, das hat dich besonders gemacht. Du wusstest, dass wir Idole sind, aber du hast uns normal behandelt. Ich glaube, die Tatsache, dass wir für dich einfache Menschen sind, hat dich für jeden von uns noch besonderer gemacht."

Bei seinen Worten treten leichte Tränen in meine Augen. Wieso muss er immer die passende Worte finden, die mein Herz berühren?  Natürlich liebe ich diese Worte von ihm, aber jedes Mal habe ich das Gefühl, dass ich ihm nicht gerecht werde. Er greift nach meiner Hand und streicht sanft über meinen Handrücken. "Weine nicht, Haru. Tränen stehen einer so wunderschönen Person wie dir nicht." Ich gucke ihn mit Tränen an und versuche mich zu beruhigen. "Zur Not erzählt Seokjin einfach einen seiner typischen Witzen", hört man Jeongguk im Hintergrund flüstern und kurz darauf erklingt ein leiser Fluch. Ich muss lächeln und bin den Jungs zum ersten Mal dankbar, dass sie das Wort Privatsphäre in solchen Momenten nicht kennen. "Lass uns mal probieren, ob das Essen der Jungs genauso schmeckt wie deins oder ob deins einfach nicht zu toppen ist", sagt Seokjin sanft und zärtlich, während er seine Hand von meiner löst.

Kurz darauf fangen wir an zuessen und obwohl die Jungs normalerweise kaum kochen, schmeckt das Essen gut, ja fast schon sehr gut. Auch Seokjin scheint es zu schmecken, denn seine Augen strahlen leicht. "Es ist gut, aber nichts kommt an deine Kochkünste heran", meint mein Freund und prompt schießt mir das Blut in die Wangen. Es erwärmt mein Herz, dass er meins besser findet.
"Wir haben uns echt Mühe gegeben und wieder lobt er uns nicht. Seokjin mag es uns zu quälen", hören wir Hoseok beschwerend murren und sowohl Seokjin als auch ich müssen uns ein Lachen verkneifen. "Haru, was meinst du, wollen wir unser Date an einem anderen Ort fortsetzen? Hier sind zu viele neugierige Menschen." Die Worte von Seokjin erklingen laut und deutlich in dem leeren Restaurant und ich nicke kichernd.
Und so stehen wir, nachdem wir aufgegessen haben auf und machen uns auf den Weg zur Tür. Unterwegs greift Seokjin nach meiner Hand und verschränkt seine Finger mit meinen. Gentleman like hält er mir die Tür auf und ich verlasse, ihm dankend, das Restaurant.

Draußen gehen wir die Straßen entlang, doch in meinem Kopf spuckt nur eine Sache herum, was ist, wenn uns wer entdeckt und Seokjin erkennt. Natürlich werden die Fans irgendwann von uns erfahren, aber ich werde nie bereit sein für das, was auf mich zu kommt. "Zerstöre dir deinen Kopf nicht mit bösen Gedanken. Wir schaffen es", nehme ich Seokjins Stimme war und ich gucke ihn an. Er erwidert meinen Blick kurz und sagt dann: "Wir können es später nicht mehr ändern, wenn uns jetzt wer sieht. Früher oder später erfahren sie es und egal was sie dann sagen, ich werde zu dir halten. Mach dir aber bitte keine Sorgen, nicht heute." Ich versuche mich wirklich zu beruhigen, doch auch wenn ich äußerlich immer ruhiger werde, mein Herz schlägt schnell vor Angst. Seokjin merkt es, denn er beginnt meinen Handrücken beruhigend zu streicheln. Bevor ich jedoch etwas sagen kann, geht Seokjin mit mir zum Straßenrand und hält ein Taxi an. Er öffnet mir eine Tür und deutet an, dass ich einsteigen soll. Kaum sitze ich, schließt er die Tür, geht um das Taxi herum und steigt ebenfalls ein. Er nennt dem Fahrer eine Adresse und sofort fährt das Taxi los. Ich blicke ruhig aus dem Fenster und lasse meine Gedanken kurz freiem Lauf.

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