[30.04.2011 - S02 - Ersatz]

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A/N: Heute nur ein kurzes Kapitel. Dafür kommt das nächste bereits am Montag!


„Du weißt, dass ich dir nicht glaube", meinte Smith und seufzte, wenngleich seine Stimme amüsiert klang.

Pakhet zuckte mit den Schultern. „Das erwarte ich auch nicht von dir. Du musst es einfach nur so dokumentieren." Sie sah ihm fest in die Augen, bis er den Kopf schüttelte und sich wieder dem Computerbildschirm zuwandte.

Sie hatte ihm bereits zum zweiten Mal ihre Geschichte über den vermissten Orion dargelegt: Er hatte die Stadt verlassen, weil er von der Mafia verfolgt wurde.

Es war nicht einmal eine Lüge. Er hatte die Stadt verlassen und er wurde von der Mafia verfolgt. Einzig die Kausalität war nicht so gegeben, wie sie es dargestellt oder zumindest impliziert hatte. Vielmehr mochten es Drohungen ihrerseits, ihn an den Mob auszuliefern, gewesen sein, der ihn dazu bewegt hatte, die Stadt zu verlassen.

„Ob du es glaubst oder nicht: Das habe ich schon", erwiderte er. „Es ist ja nicht so, als hätte ich eine Wahl." Sein Blick verharrte auf ihrem Gesicht. „Du wirst mir nicht erzählen, was wirklich passiert ist, oder?"

„Nein", antwortete sie. „Aber wenn es dich beruhigt versichere ich: Er lebt noch und hat noch alle Finger."

Smith nickte. Der Anflug eines Lächelns umspielte seine Lippen. „Nun, du wirst dich freuen, dass ich bereits einen Ersatz für den guten Orion gefunden habe."

„Aha?", fragte sie. Sie seufzte. Sie war froh gewesen, die Anzahl der Idioten um eins reduziert zu haben. Doch wusste sie auch, dass Smith ein funktionierendes Team haben wollte. Ein funktionierendes Team, in dem alle wichtigen Rollen gefüllt waren. Wenngleich sie nicht sicher war, was überhaupt Orions Rolle gewesen war.

„Ja." Er lächelte. „Ein magischer Conartist namens Murphy."

„Conartist, eh?", meinte sie. Klang nicht besonders vielversprechend. Schon gar nicht in Kombination mit Magier. Diese waren ihr nie ganz geheuer.

Smith sagte nichts, sondern schob ihr das Tablet hin, während er selbst wieder auf den Bildschirm sah.

Sie schaute drauf. Zu sehen war ein junger Mann, um die 20. Hellhäutig, sommersprossig, dunkelhaarig. Er zeigte ein weites, gewinnendes Lächeln, das sie in erster Linie an Michael erinnerte. Musste sie sich das wirklich antun?

In den Daten zu ihm fand sie eine Auffälligkeit: „Alter: Unbekannt." Was hatte das zu heißen? Normalerweise schätzte Smith das Alter. Irgendetwas sagte er ihr noch nicht und sie ahnte, dass sie es – was auch immer es war – nicht mögen würde.

Als sie das Tablet zurückschob, räusperte sich Smith. „Er kann erst in zwei Wochen bei uns anfangen. Was etwas spät ist, aber wir können daran nichts machen. Er braucht körperliches Training."

„Okay." Das brauchten sie doch alle. Na ja, jedenfalls ein Großteil der Chaoten.

„Hast du Mr Forrester schon davon erzählt?", fragte Smith.

„Von Orion?" Sie schürzte die Lippen, schwieg.

Smith ließ ein leises Lachen hören. „Habe ich mir schon gedacht. Ich denke mir was aus, ja?"

Pakhet schenkte ihm ein müdes Lächeln. „Danke."

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