Innere Stimme

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Die Eisenmauer ist gigantisch und scheint zum Himmel zu ragen, außerdem wird sie von vier Wachen bewacht. Eine Weile stehen wir einfach nur da.

Leise.

Niemand sagt etwas oder scheint das Warten in Frage zu stellen.

Sie vertrauen Ezra.

Ich halte meine Kette immer noch in meiner Hand. Es ist keine besonders auffällige Kette aber dennoch hänge ich sehr an ihr. An einem schwarzen Band hängt ein flacher, weißer Stein den silberne Schriftzeichen zieren. Unglaublich!

Ich wollte schreien aber Ezra hält mir sofort den Mund zu und wirft mir einen tödlichen Blick zu. Ich hebe meine Kette und zeige darauf. Sie hat einen Sprung und die Schrift ist teilweise rabenschwarz. Ezra schaut abwechselnd die Kette dann mich an. Plötzlich nimmt er die Kette wieder und steckt sie ein. Ich wollte protestieren aber er legte seine Hand auf meine Schulter und zum Ersten mal konnte ich sagen was er fühlt. Besorgnis.

Die Wachen werden aufmerksamer und machen sich kampfbereit. Haben sie uns gefunden?

Diese Non-verbale Kommunikation macht mich fertig.

Ezra wirft den anderen Männern einen Blick zu und diese nicken bereitwillig. Ein Mann schaut Samira an und berührt ihre Schulter. Sie scheint ihn zu verstehen und hält sich an ihm fest. Saphira wird immer noch getragen. Ezra packt mich an der Taille und plötzlich sind wir in der Luft.

Wir fliegen.

Ezra scheint konzentriert und hält seine offene Handfläche waagrecht zum Boden. Was macht er da? Fliegen wir wegen ihm? Ich schaue mich um und sobald ich nach oben schaue stockt mir der Atem.

"Ezra schau hoch."

"Jaja sehr schön."

"Nein verdammt, schau hoch da ist..."

"Wenn ich mich nicht konzentriere fallen wir sofort runter!"

"Da sind Laserstrahlen."

Plötzlich bleiben wir stehen und alle blicken hoch.

"Sobald wir diese Strahlen berühren sind wir aufgeflogen.", der Mann der Samira hält ist besorgt.

Eine Weile hängen wir in der Luft.

Das ist dunkle Magie.

Woher kommt diese Stimme.

"Hast du das gehört?"

"Nein, sag mir nicht du wirst verrückt."

"Das ist dunkle Magie."

Ezra ist erstaunt. "Woher weißt du das?"

"Die Stimme hat es mir gesagt."

Ezra berührt meine Stirn."Hast du Fieber?"

Ich schlage seine Hand weg und schaue in blöd an.

Du kannst dunkle Magie reinigen. Aber du musst vorsichtig sein.

Na toll dreh ich durch?

Nein tust du nicht. Ich bin dein Drache, Schura.

Viel zu viel. Ich kann nicht mehr. Ich glaube ich bin schon verrückt seit dem Moment indem ich an der Wand angekettet aufgewacht bin.

Also was habe ich zu verlieren.

Langsam löse ich mich von Ezra.

"Spinnst du?! Willst du runterfallen?"

"Nein aber wenn ich nicht raufkomme kommen wir hier nie raus. Ich kann dunkle Magie reinigen."

"Ach und wer hat dir das gesagt? Diese Stimme."

"Ja."

Ezra ist verwirrt und weiß nicht ob er mir glauben soll oder nicht. Ich lächle ihn an. Er kratzt sich den Kopf, atmet tief aus und blickt mich unglaubwürdig an.

Ezra lässt mich langsam weiter hinauf fliegen. Ich kann Samira und Saphira hören wie sie sich aufregen.

Langsam komme ich den Strahlen immer näher, bis ich stehen bleibe. Ich bewege meine Hand langsam auf die Strahlen zu. Ich schließe meine Augen und atme tief durch.

Und jetzt?

Dieses eine mal helfe ich dir.

Oh, danke geheimnisvolle Stimme.

Meine Hände glühen aber diesesmal nicht dunkelviolett, sondern helllila. Fast schon weiß. Wie meine Haarspitzen. Langsam bewege ich, oder besser gesagt Schura, meine Hände auf die Strahlen zu. Sobald ich sie berühre verschwinden sie und ein Loch entsteht das sich immer mehr ausweitet. Früher oder später wird ihnen auffallen das ihr Sicherheitsnetz weg ist.

Ja, wenn die Stahlen an der Wand gereinigt sind dann seid ihr in Schwierigkeiten.

Ich schaue kurz runter und sofort sind die anderen bei mir. Keiner sagt was. Langsam und vorsichtig fahren wir durch das Loch und sobald wir draußen sind packt Ezra mich und fliegt schneller.

Sehr viel schneller. Ich kann den Wind deutlich in meinem Gesicht spüren. Während meine Haare im Wind wehen halte ich mich an Ezras Schultern fest. Plötzlich stoppen wir über einem Wald. Die Männer grinsen sich gegenseitig an. Werden wir doch sterben. Samira ist kurz davor los zu schreien und sich zu verteidigen.

Zu spät.

Wir fallen.

Es fühlt sich so an als hätte man für einen kurzen Moment Flügel bekommen und nach einem schwerelosem Flug werden sie einem mitten in der Luft wieder weggerissen.

Wir werden immer schneller und ich schließe meine Augen während ich mich an Ezra klammere.

Wir stürzen ab.

Ezra umklammert mich und ruckartig bleiben wir stehen. Ich atme erleichtert auf als ich den Boden unter meinen Füßen spüren kann. Samira fällt zu Boden und legt sich förmlich hin.

Der Mann grinst sie an:"Für einen Wolf muss der Flug grauenvoll sein."

"Klappe Klaus."

"Ich hab dir gesagt ich heiße Nevin."

"Tja aber du siehst aus wie ein Klaus."

Sie hat recht mit seinen lockigen, fluffigen, braunen Haaren und den blauen Augen sieht er aus wie ein Klaus.

Aber wozu sollte dieser furchteregende Fall dienen. Um uns Abzuschrecken?

Rare Animals -wird überarbeitetLies diese Geschichte KOSTENLOS!