Eryn Galen

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KAPITEL 1 

Eryn Galen

Es war Nacht. Eine besonders düstere Nacht, selbst im großen Grünwald. Kein Mucks war zu hören, lediglich den Wind, der leise durch die Bäume Pfiff konnte man vernehmen. Thranduil Oropherion, der Kronprinz des Grünwaldes stand mit einigen Soldaten und seinem Vater, König Oropher zwischen einer großen Baumgruppe versteckt. Er lauschte. Wartete darauf, dass sich irgendetwas regte, irgendetwas einen verdächtigen Laut von sich gab. Aber es kam nichts. 

Nach einer Ewigkeit, wie es ihm vorkam, brach er schließlich das Schweigen. 

„Wie lange dauert das denn noch?“, fragte er laut vernehmlich. 

„Sei still!“, zischte sein Vater. „Ich dachte du bist alt genug, um zu wissen, dass man für solche Dinge Geduld braucht!“  Doch zu spät! Zuerst hörte der Thronfolger nur ein leises Rascheln, das aber rasch Anschwoll, bis es dann aus der nahen Nähe ertönte.  

Thranduil sah, wie sich etwas dunkles aus den Schatten der Bäume rasch näherte und griff nach seinem Schwert. Dann kamen sie. Wie aus dem Nichts tauchten ein halbes Dutzend Spinnen vor der Gruppe von Elben auf. Und damit waren keine kleinen Spinnen gemeint, nein, diese hier waren ungefähr doppelt so hoch wie die Elben und kamen unaufhaltsam näher. 

König Oropher brüllte: „Los Männer! Angreifen!“ Und schon stoben die Soldaten auseinander und in verschiedene Richtungen, um ihrer Angriffstaktik und ihre Tricks gegen die Brut Ungoliaths anzuwenden. 

Aber Thranduilkonnte sich nicht rühren. Er starrte eine näher kommende, gigantische, schwarze Spinne an, dessen rote Augen bedrohlich funkelten und bewegte sich keinen Millimeter. 

Der junge, blonde Elb dachte schon sein letztes Stündlein hätte Geschlagen als wie aus dem Nichts eine fremde Elbin neben ihm auftauchte. Sie schlug mit einem langen, verziertem Kampfmesser nach den Beinen der Spinne, die ein wütendes Fauchen hören lies.

Und nach diesem Geräusch kam wieder Leben in Thranduil. Er hechtete aus dem Weg, und so streiften die ausgestreckten Klauen der riesigen Spinne, die zornig nach ihm Schlug, ihn nur. 

Doch trotz allem, landete der Prinz unsanft auf dem Boden. Alle Luft wurde aus seinen Lungen gepresst und verzweifelt versuchte er sich aufzurichten, was ihm nach mehreren Versuchen schließlich gelang. Er suchte sein Schwert, welches mehrere Meter von ihm entfernt, neben einem Baumstamm gelandet war und schnappte es sich. 

Dann rannte er zu der Elbin, die ihm das Leben gerettet hatte. 

Thranduil hob seine tödliche Waffe noch während des Laufs und schlug damit nach dem haarigen Bauch der Spinne. Die  Klinge fand sein Ziel und röchelnd brach das Ungeheuer mit einem letzten verzweifelten, aber dennoch nutzlosen Angriffsversuch zusammen. 

Gerade noch rechtzeitig konnte der Sindaprinz sich unter dem gigantischen Körper wegrollen und keuchend sah er sich um. Die Soldaten hatten die anderen fünf Untiere ebenfalls erlegt. 

Erleichtert seufzte Thranduil auf. Was für ein Glück. Und keiner war dabei ernsthaft zu Schaden gekommen. 

Erst dann realisierte er ein unangenehmes Ziehen und Brennen, das  von seinem Oberkörper, bis runter zu den Beinen starke Schmerzen auslöste. Seine Kraft floss aus seinen Gliedern wie Wasser aus einer Kanne und seine Beine begannen zu zittern.  Er ließ das Schwert fallen und sank schließlich kraftlos zu Boden. Der Wald um ihn, begann sich zu drehen und der Kronprinz des Grünwaldes meinte noch gedämpft die Stimme seines Vaters zu hören, die nach ihm rief. 

Verschwommen bemerkte er, wie sich eine Gestalt neben ihn kniete und erkannte die dunkelhaarige Elbin, die ihn vor der Spinne gerettet hatte. Leise wollte er ihr seinen Dank zuflüstern, aber alles was über seine Lippen kam war ein gequältes Stöhnen. 

Das Geheimnis um LuinardhLies diese Geschichte KOSTENLOS!